Viel Technik verdirbt den Brei? – DG042

8. Februar 2014

Endlich aus dem Winterschlaf erwacht: delamar Guitar, der Podcast zur Gitarre und ihren Saitensprüngen! Diesmal diskutieren wir unsere Standpunkte zum unterstützenden, stärkeren und übertriebenen übermäßigen Einsatz von Technik bei Gitarrenmucke. Inwiefern geht dadurch etwas verloren und wann findet dann doch eine musikalische Bereicherung statt?

Viel Spaß beim Lauschen!

delamar Guitar #042 – (Zu) viel Technik?

Unsere Diskussion beginnt mit der Frage, ob sogar schon ein Click Track dafür sorgen kann, der Musik die Seele zu rauben. Weiter geht es mit der Betrachtung von Gadgets wie dem Korg KAOSS PAD und ähnlichen Geräten sowie argwöhnisch beäugten Hilfsmitteln, die musikalische Kompetenz vorgaukeln (z.B. Autotune), wenn sie nicht gerade als künstlerisches Stilmittel eingesetzt werden. Es ist wieder eine spannende Folge mit engagierten Diskussionen entstanden.

Der Einsatz von Technik wird ja auf eine besonders schrullige Art und Weise bei Compressorhead auf die Spitze getrieben – der Roboterband, die auf YouTube »Ace of Spades« in einer technisch manierlichen, wenn auch naturgemäß etwas statischen Weise schrammelte.

Warum nur Hardware-, Software- und Gitarren-Modeling? Gitarristen kann man doch auch modellieren. Roboter saufen und rauchten nicht, kommen nicht zu spät zur Bandprobe, werfen keine Fernseher aus Hotelzimmerfenstern, sind immer fit und immer in Time – auch der Bassist. ;)

Und nun viel Spaß beim Hören…stay tuned & ROCK ON!

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5 Kommentare

bei “Viel Technik verdirbt den Brei? – DG042

  1. Diese Sendung wurde ihnen präsentiert von der Musikerpolizei :-)
    Schön, dass das die Beteiligten am Ende immerhin selbst gemerkt haben. Am lautesten musste ich lachen als Jens „Rush“ als leuchtendes Beispiel angeführt hat. Rush war eine der ersten Bands die mit Playbacks experimentiert haben, da sie ja nur zu dritt sind. Sie spielen immer mit Click und nahezu alle Keys kommen „vom Band“.
    Meine Definition: Live ist wenn es ein Livefeeling hat und das hängt nicht von der Menge der Effekte oder zugespielten Playbacks ab. Mein absolutes Negativbeispiel: Joe Cocker, alles perfekt live gespielt und stink langweilig, da wie von Platte.

  2. patrick Feb 17, 2014

    Hallo,
    ich finde eigentlich beide Live Situationen reizvoll. Schön ist es, wenn Bands ihre Recordings runtebrechen müssen um es dann live spielen zu können. (bestes Bsp ist hier wohl Hendrix) Dann klingen die Songs anders, aber vielleicht auch interessanter oder für den, der die CD schon auswendig kennt wieder interessant.
    Auf der anderen Seite gibt es Bands, die live genauso klingen wie auf CD (hab neulich Dream Theater gesehen) und das hat ja auch schon seinen Reiz, wenn man sieht, dass die das wirklich auch live so spielen können und auch nach 2,5 Stunden immer noch tight und zusammen sind, vor allem bei den Läufen etc… die haben aber keine Samples im HIntergrund (soweit ich weiß; spielen aber auf alle Fälle mit Click; ich denke die ganze show lief so durch) und es kam mal nur ein Intro vom Band, warum auch immer…. Gibt ja Bands, die das live nicht so rüber bringen können wie auf CD. Angeblich mussten Metallica ja üben, um die Justice spielen zu können, auch Hammerfall hab ich mal im TV live gesehen und das war wrklich nicht mit den cds zu vergleichen (vor allem die Soli)….
    Wie gehabt, beides hat seinen Reiz … nur spielen sollte man können :)

  3. Hi!
    Da ist sie (leider) wieder, diese Aussage:

    ‚Mit Klick geht die Dynamik verloren.‘

    Sorry Markus, aber das ist Schwachsinn. Denn Dynamik bezieht sich auf die Lautheit, nicht auf Tempowechsel und schon gar nicht auf ungewollten oder unkontrollieren Tempowechsel.

    Diesen Satz höre ich aber oft. Aber meist als Ausrede von Leuten, die es einfach zwecks mangelndem Können einfach nicht schaffen auf Klick zu spielen.

    Nix für ungut!

    • Ja, der Ausdruck war etwas unglücklich – faktisch falsch. gemeint war die Festlegung auf eine lineare Zeitachse. Natürlich ist es eine sinnige und gute Übung einen festen Takt halten zu können, keine Frage.

      Mir ging es um etwas anderes: Gibt es einen „externen“ Klick, richten sich alle Musiker in Ihrem Spiel im Tempo auf diesen Klick aus. Was ich daran kritisiere ist ein Verlust an Interaktivität der Musiker zueinander:

      Wir ohne Klick gespielt ergibt sich das Tempo- und auch nuancielle Tempokorrekturen durch Aktion und Reaktion der Spieler. Der Drummer reagiert gewollt oder ungewollt auf Temposchwankungen des Gitarristen, der Gitarrist auf das tempo des Drummers, der Keyboarder auf … usw.

      Genauso, wie es als reizvoll sein kann, dynamisch (also Lautstärkemäßig) zu interagieren, halte ich sehr wohl auch für einen Reiz, diese Dynamik auch hinsichtlich auf die Zeit aufrecht zu erhalten. Also die (non-)Linearität die Musiker in ihrer Interaktion aushandeln zu lassen.

      Das ist nicht zu Verwechseln mit „weniger tightness“ – das wäre dann in der Tat schlicht Unvermögen. Also Stelle ich mal die Gegenhypothese auf: Fördert ein Spiel auf Klick das gezielt gewollte „laid back“ Spiel? Ich nenne das mal zeitliche Dissonanz. Und Dissonanzen können – gezielt und gewollt eingesetzt, nunmal ein Element expressionistischen Spiels sein. Modulation und Phrasierung (auf der Zeit-, Lautheits- und Tonhöhen-„achse“) bestimmen die meiner Meinung nach die „Lebendigkeit“ von Musik. Im subjektiv Guten – wie im subjektiv Schlechten. Vereinfacht setze ich also mal „mehr Lebendigkeit“ mit „mehr Transport von Emotion“ in der Musik gleich. Und genau das ist letztlich der Punkt, der mich am musizieren interessiert.

  4. Guido Laub Mai 21, 2014

    Moin Delamar Team,

    da hab ich mir gerade mal Pinn Panelle reingezogen. Es wurde ja in der Sendung, ich glaube von Markus, richtig schwärmerisch darüber gesprochen. Klar kann das gefallen und gut ist auch, dass wir alle einen anderen Musikgeschmack haben. Für mich ist das nix. Es bleibt ja immer noch Dupstep. Ob mit richtigen Instrumenten gespielt oder im Studio zusammen geschnippelt. Am Ende, und auch das wurde in der Sendung ja gesagt, muss Musik ein Gefühl transportieren können. Hass, Romantik, Brutalität, Liebe, whatever… Wer bei Dupstep was empfindet hat seine Musik gefunden und alles ist gut. Das die Jungs sich so mit dem Thema, wie kann ich auf kreative Art und Weise meine Klampfe umbauen das es einzigartig wird umeinander setzten, auch gut. Für mich bleibt es unhörbar mit einem Riesen Gruselfaktor und hat mit Rock nix mehr zu kriegen.

© delamar.FM