Modeling-Gitarren – DG036

2. November 2013

Modeling ist für Gitarristen und Bassisten nicht nur ein Thema, wenn es um Verstärker, Cabinets, Effektpedale und Co. geht, sondern auch im Hinblick auf Gitarren und Bässe selbst. Allen voran sind es insbesondere zwei große Hersteller, die sich dem Thema Modeling Gitarren zugewandt haben: Line 6 und Roland. In dieser Folge von delamar guitar diskutieren wir, was solche Modeling-Gitarren überhaupt taugen.

Viel Spaß!

delamar Podcast #036 – Was taugen Modeling-Gitarren?

Es ist schon ein Weilchen her, als Jens für delamar.de den großen Line 6 Variax JTV-69 Testbericht geschrieben und veröffentlicht hat. Line 6 starteten damals den zweiten Anlauf ihrer Variax-Serie und hatten sich hierfür mit dem US-amerikanischen Gitarrenbauer James Tyler zusammengetan. Ausgangspunkt war, einer zunächst ganz »normalen« Gitarre (im Sinne von »analog«) quasi ein digitales Hirn zu verpassen, welches das Instrument in eine eierlegende Wollmilchsau verwandeln sollte. Dies unterschied sich von der ersten Generation dieser Gitarren insofern, als dass es sich »nur« um eine Modeling-Gitarre handelt, die sich unabhängig von der digitalen Technik gar nicht betreiben lässt.

Mit der James Tyler verfolgte man exakt den Weg, den man bei den Modeling-Verstärken zuvor bereits in Zusammenarbeit mit Reinhold Bogner eingeschlagen hatte: »Best Of Both Worlds«. Das, was dort mit dem Line 6 Spider Valve, dem Bogner Alchimist und später mit der DT-Serie schon bestens funktionierte, wird durch die Zusammenarbeit mit James Tyler bei den Modeling-Gitarren fortgesetzt.

Auch im Hause Roland ist man schon seit längerer Zeit dabei, Gitarren mit digitaler Technik zu verschmelzen. Roland baut hier, nicht weniger erfolgreich, auf die Zusammenarbeit mit Fender. Hatte man mit dem GK-Tonabnehmersystem die Tür zur digitalen Welt schon in den 80ern weit aufgestoßen, finden sich mit der GC- und G5-Serie seit einigen Jahren Modeling-Gitarren im Programm.

Wie das mit der Modeling-Technik allgemein in der eher analogen Welt der Gitarristen und Bassisten so ist, geht hier ein Riss durch die holde Gemeinde. Was taugen diese digital gepimpten Instrumente eigentlich? Halten sie das, was sie großspurig versprechen und vor allem: Klingen die auch? Die Themen der Sendung:

  • Rolands GK-Tonabnehmer, Gitarrensynth und VG99
  • Fender und Roland: die GC- und G5-Gitarrenserie
  • Die Line 6 Variax
  • Gut Ding braucht Weile: die JT-Variax
  • Modeling-Gitarren und Latenz
  • Digitales Hirn in einem traditionellen Instrument: Kann das überhaupt klingen?
  • Für wen eignen sich Modeling-Gitarren?

Hast Du schon einmal eine Modeling-Gitarre ausprobiert oder besitzt Du gar eine solche? Wir interessieren uns für deine Meinung und deine Erfahrung. Schreibe uns einfach einen Kommentar und diskutiere mit den delamari. Stay tuned & ROCK ON!

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6 Kommentare

bei “Modeling-Gitarren – DG036

  1. Stefan Nov 4, 2013

    Hi,

    ich habe noch die alte Variax, also keines der neuen James Taylor Modelle, aber ich vermute mal, dass sich am Modelling nicht sehr viel geändert hat. Die Modelling-Sounds der neuen Generation kommen mir alle sehr vertraut vor. Ich finde die Variax höchst praktisch für das schnelle Festhalten von Ideen. Man kann in einem Rutsch ein paar akustische Begleitakkorde aufnehmen, mit der ‚Stratocaster‘ ein Solo dazu spielen und wenn das nicht passt auf ‚Telecaster‘, ‚Les Paul‘ oder die dicke ‚Jazzbox‘ umschalten.

    Es gibt leider auch Sounds, die ich völlig unbrauchbar finde. Einer der Tele-Sounds ist total dumpf und muffig und die zwölfseitigen Gitarren klingen viel zu aufdringlich.

    Die Emulation der akustischen Gitarren ist zwar nicht authentisch, aber die Sounds haben ihren eigenen Charme. Es gibt Situationen, wo die akustischen Emulationen der Variax sich besser in den Mix einfügen als eine echte Akustikgitarre – und das Recording ist auch unproblematischer.

    • Christian Konrad Feb 6, 2014

      Hallo,

      auch ich habe jahrelang eine alte Variax (600 glaub ich) nahezu ausschließlich gespielt. Es schien mir die bequemste Lösung in meiner damaligen Top-40-Band, um nicht alle zwei Songs von der E-Gitarre zur Akustik wechseln zu müssen. Und ich muss sagen, es funktionierte und klang auch gut, mit dem Amp-DI-Wahlschalter.
      Aber eines Tages spielte ich in einer Probe nach langer Zeit wieder eine „echte“ Strat, weil die Variax gerade nicht verfügbar war.
      Und das war ein Gefühl wie „jetzt geht die Sonne auf“. Einfach viel direkter, viel feiner in der Wiedergabe der spielerischen Nuancen.
      Mag sein, dass sich das mittlerweile verbessert hat.
      Ich mochte die Variax wirklich, auch beim Aufnehmen mal auf die Schnelle einen Sitar-Sound o.ä. verwenden zu können war super.
      Dann begann nach zweijährigem Dauereinsatz eine der Saiten bzw. der Tonabnehmer, manchmal kurz auszufallen. Nachdem die Gitarre mehrmals ohne Befund hin und hergeschickt worden war, funktionierte es irgendwann wieder. Aber in der Zwischenzeit hatte ich mich wieder den echten Gitarren genähert und wollte die Variax nicht mehr spielen.
      Also hab ich sie verkauft und bin seitdem den traditionellen E-Gitarren treu geblieben.
      Aber sag niemals nie!

  2. Andreas Nov 5, 2013

    Hi,
    mal wieder eine unterhaltsame Podcastfolge.
    Da ich selbst schon seit etwa 5 Jahren mit dem VG-99 unterwegs bin, hat mich diese Folge natürlich sehr interessiert. Über das Modeling als solches kann man immer vortrefflich und stundenlang streiten. Am Ende muss jeder für sich entscheiden, ob die letzten Transienten des Sounds den Originalen entsprechen müssen oder ob nahe dran reicht, man dafür aber sehr flexibel und vielseitig sein kann.
    Insofern würde ich neben dem Argument, Modeling-Gitarrensysteme sind besonders geeignet für Gitarristen, die schnell und vielseitig auf diverse Gitarrensounds zugreifen müssen, auch noch erwähnen, dass diese Systeme auch besonders für den Soundtüftler geeignet sind. Sowohl der VG-99, GR-55 oder die Variax-Modelle ermöglichen das Kombinieren verschiedener Sounds und Effekte. Es muss ja nicht immer ein Nachbau eines Original-Setups sein.

    Darüber hinaus: Ich bin mir recht sicher, dass die Roland-Systeme nicht allein Midi-Signale verwerten, um den Sound zu machen. Das hatte ich allerdings so aus eurem Podcast verstanden. Das wäre doch dann auch etwas sparsam. Soweit mir bekannt, hat der übliche Midistandard neben den Notenwerten zwar noch einige andere Datentypen aber alleine schon die Begrenzung auf 128 Schritte bei der Abstufung des Lautstärkenregelung sollte daran zweifeln lassen.
    Ich glaube, wenn man das mal im www recherchiert, sollte das auch bestätigt werden.
    Damit zu meinem letzten Kommentar zu eurem Podcast:
    Ich würde mich freuen, wenn ihr euch für eure Themen, wenn es um technische Details geht, noch etwas mehr um Fakten bemühen würdet. Auf die Frage „Wie klingt’s ?“ mit „Geil!“ zu antworten ist unterhaltsam, könnte aber informativer ausfallen. Oder plaudert doch mehr aus euren „Nähkästchen“ ! Ihr seit doch gitarrenmäßig recht professionell unterwegs. Da sind für den Hobbymusiker so wie mich sicherlich immer ein paar spannende Neuigkeiten dabei.
    Wie auch immer, macht weiter! Spaß macht es allemal.

  3. patrick pierson Nov 7, 2013

    Hi,
    ja, schön wäre es wirklich, manchmal etwas tiefer ins Detail zu gehen. War jetzt nix neues, für mich dabei, was ich net eh schon so gewusst habe, obwohl ich nur mal ein paar Videos von Line6 gesehen habe…
    Stimmt das, mit das mit der Variax die Palm-Mutes nicht so doll klingen? Hab ich mal wo gelesen, dass das ein Problem sein dürfte.
    Ansosnten hör ich eueren Pod echt gerne.

    Gruß Patrick

  4. Ich würd ja gerne mehr ins Detail gehen :)

    Meist geht dann aber die Zeit deutlich zu schnell weg. Und dann jibbet geschimpftes.

    Spass bei Seite. Wir können ja ab und zu etwas detailierter auf technische Belange eingehen.

    Wenn ihr konkrete Fragen habt schreibt uns und wir schauen, was machbar ist.

    Gruss
    Henry

  5. Guido Laub Feb 8, 2014

    Moin zusammen, es gibt noch einen weiteren Weg um an eine Modeling Gitarre zu kommen OHNE 1299€ ausgeben zu müssen bzw. an der vorhandenen E-Klampfe nen neuen Pickup zu verbasteln. Ich teste zur Zeit die Software „MIDI Guitar“ von Jam Origin. Die Software gibt es als Testversion die nach ein paar gespielten Tönen einfach auf Mute schaltet und einen auffordert die Software zu kaufen. Die Software kostet z.Zt. ca. 36€ (!!!) und ist Polyphone. Die Software erkennt Akkorde und hat ne wahnsinnig geringe Latenzzeit !! Ich hab schon irre viel Spaß damit gehabt. Jetzt kommt allerdings der Hacken an der Nummer, soweit mir bekannt ist, gibt es das nur für Apple´s OSX Betriebssystem…Zum Thema Klang, bei mir hängt die Software vor GarageBand bzw. Logic oder Reaper. Wenn ich mein Gitarrensound mit nem Pad, also einem flächigen Synth Sound unterlegen möchte, höre ich ja den Sound aus meiner DAW Libary und ich finde die Sounds von Apple einfach sehr gut. Andere Emulierte Gitarren hab ich mir nicht angetan, da halt ich nicht viel von. Meistens klingen die nach allem aber nicht z.B. nach einer Nylon. Also wer ein OSX hat und Modeling mal ausprobieren möchte und wer die hohen Kosten scheut, dem kann ich nur mal einen Besuch im AppStore empf….ah Moment,…da fällt mir gerade ein, die Software gibts auch als App für´s iPhone bzw. iPad…viel Spaß !

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