EQing I – Im Studio – DG075

21. Februar 2015

delamar Guitar dreht sich heute um die Verwendung von Equalizern zur Bearbeitung der Klänge einer Gitarre – der hier vorliegende Teil 1 ist der Studioarbeit gewidmet. Nach einer kurzen Abgrenzung zur Livesituation geht es ans Eingemachte – in welcher Form man Equalizer auf welche Art und Weise einsetzt, wird besprochen, bevor es weiter ins Detail geht. Viel Spaß!

delamar Guitar #075 – EQing I – Im Studio

Was hat es mit EQing von Gitarrenklängen auf sich? Am Anfang treffen wir eine Abgrenzung vom Liveszenario zum Studiogeschehen – um Letzteres soll es in dieser Folge von delamar Guitar, dem Podcast zur Gitarre und ihren Saitensprüngen gehen.

Ein der ersten Frage ist die: Nutze ich den EQ am Verstärker oder verwende ich Plugins dafür? Weiter geht es mit Tipps zum Vorgehen, Schritt für Schritt von der groben zur feinen Einstellung. Grundlegende Einstellungen für typische, etablierte Sounds werden besprochen. Zudem steht die Mikrofonierung des Amps und ihre Auswirkung auf das Signal auf dem Programm.

Schließlich möchte Henry möchte darauf hinweisen, dass ihm im Podcast ein Fehler unterlaufen ist: Der Ruheschallpegel in einem Raum beträgt natürlich nicht 85 dB, sondern nur 30-35 dB.

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4 Kommentare

bei “EQing I – Im Studio – DG075

  1. Ein paar Sachen zum Richtigstellen:
    1) Das ist mein Sound:
    Generell bin ich immer ein Freund von „immer schön locker durch die Hose atmen“. Dieses Ego Dings gibt’s vom Sound gibt’s jedoch v.a. nur unter Gitarristen. Aber gut.
    Ich würde den Gitarristen prinzipiell erst mal seinen Sound einstellen lassen. Er soll sich ja damit wohl fühlen und dadurch gewinnt ja auch die Performance. Wenn er seinen Sound hat, dann wird der entsprechend angepasst. Mikro(s) davor und dann nochmal checken und ggf. am Amp nachjustieren oder die Mikros entsprechend verschieben (macht ja auch einiges aus).

    2) „Mikrofon ist ein dummes Bauteil“
    Nein das stimmt so nicht. Es funktioniert ähnlich wie das Ohr. Und die Raumcharakteristik + die Entfernung zur Schallquelle ergeben den Gesamtsound. Je näher ich an einer Schallquelle bin und desto trockener mein Raum, desto größer der Hallradiu, also der Radius in dem das Direktsignal das Diffussignal überwiegt. Da Amps meistens sehr laut sind und die Mikros nahe davor überwiegt logischerweise das Direktsignal. Aber Obacht…komprimiert man später kann es u.U. passieren, dass die Diffusanteile stärker hervortreten.

    3) Ruhegeräusch vom Raum bei 80dB (SPL):
    Haha…hätte mein Raum dieses Ruhegeräusch, dann würde ich nicht mehr mit Mikros arbeiten! Je ruhiger der Raum, desto besser!!!
    Aber 80 dB SPL ist eine nicht zu schlechte Hausnummer zum abhören, da dort das menschliche Ohr relativ linear ist ;-) (vgl. Munson-Fletcher Kurve).

    4) Raummoden:
    Dieses Problem hat wohl jeder von uns, der nicht über das Mege Buget verfügt und diese liegen natürlich auch in der Natur rechtwinkliger Räume. Moden sind v.a. dann problematisch, wenn sie schmalbandig auftreten (z.B. wenn eine Note penetrant hervorsticht). In Meinem Raum ist das das tiefe D (also so 75Hz). Wenn man seinen Raum kennt, dann kann man zumindest damit arbeiten, was v.a. dann zum Tragen kommt, wenn man das Ambiente ein bissel mit einbeziehen will.

    5) Wie EQe ich Gitarre:
    Gemäß dem Grundsatz „Shite in Shite out“ sollte immer die Quelle stimmen. So muss man dann nur noch korrigieren. Prinzipiel würde ich da auch eher subtraktiv arbeiten, d.h. also eher wegnehmen und nicht addieren (wie? …Man mache sich das Yin und Yan Prinzip zu Nutze. Will ich mehr Bass, muss ich nur die Höhen beschneiden usw…).
    Generell versuche ich den EQ meiner DAW nicht zur Soundformung zu nutzen (das mache ich ja schon mit dem Amp, dem/der Mikro(s) und der Positionierung. Vielmehr würde ich den EQ als Korrektiv sehen, bzw. mache das bei mir so. D.h. ich setzte einen Low Cut zwischen 80 und 100 Hz. In normaler Schwingung liegt das tiefe E bei der Gitarre bei ca. 80Hz. Drunter ist nix mehr, darum kann man hier auch Gedankenlos wegnehmen und das ggf. auch schon direkt bei der Aufnahme. High Cut ist auch nie verkehrt…
    Da die Gitarre i.d.R. nie alleine im Mix ist und sich wie so viele andere Instrumente einen Platz in der Mitte des Spektral belegt, dünne ich ganz gerne die ersten 150-250 Hz gerne aus mit einem Shelf EQ. Das gibt dem Bass in der „Money Range“ (30Hz-80Hz) seinen Platz. In der Mitte nehme irgendwo zwischen 500 und 1000Hz nehme ich gerne auch nochmal was raus, da dort der Gesang ist.

    6) Der Titel eurer Sendung ist irreführend. Den Bass habt ihr gar nicht erwähnt. DI Signal? Amp? Multiple Mikrofone? Bäm Bäm Bäm!
    Hier viellecht mal ein paar Überlegungen. DI Signal ist ganz gut, wenn man ein cleanes Signal will. Amp finde ich ganz schön, wenn man ein bissel mehr Farbe haben will. Spielt man gerne verzerrte Sounds nehme ich gerne auch ein cleanes DI Signal und mische dieses mit dem Distortion Signal. Das mache ich deshalb, damit auch bei verzerrten Sounds der Bassbereich präsent ist. Da kann man dann überlegen ob man steilflankige Cuts setzt und nur die eine Hälfte des Spektrals vom einen Signal nimmt und die andere Hälfte vom anderen etc…
    Ach ja…zum Sound. FInger vs. Plek kann auch viel Schraubarbeit beim EQ sparen. Das gilt auch für Gitarristen. Je nach Material und Dicke vom Plek bekommt man unterschiedliche Sounds.

    7) Phasenschweinerein @ Carsten (?):
    Zunächst sollte man immer sauber hinsichtlich der Phasenlage arbeiten! Das sollte stets oberstes Prinzip sein. Wenn man mehrere Miks vor ein Kabinet stellt, dann ist es ggf. auch Hilfreich die Abstände mit nem Zollstock nachzumessen.
    Soviel zum handwerklichen Bereich. Jetzt zum Künstlerischen…
    Im Prinzip beginnen die Phasenschweinerein schon beim Doppeln. Denn was passiert da? Man spielt nie zu 100% exakt und genau das macht dann das Ergebnis ein bissel fetter und weniger direkt. Ein Chorus funzt ähnlich nur halt statisch. ABER: Man sollte sich im Hinterkopf behalten, dass Phasenschweinerein einen sehr viel Laune, Zeit und Nerven kosten können!

    8) eine kreative Idee:
    Man kann ggf. auch mit mehreren Cabinets arbeiten, die unterschiedliche Speaker haben und davor stellt man auch unterschiedliche Miks. Sagen wir, man nimmt zwei 4×12 Cabs. Eine mit Vintage 30 Speakern und die andere mit irgend was anderem, was sich auch klanglich absetzt. Dann nimmt man ggf. auch zwei unterschiedliche Miks (z.B. MD 421, Beta 57 als Alternative zum SM 57). Jede Box bekommt eines an die Abnahmeposition der Wahl. Ein drittes Condenser Mik wird ca. 2 Meter von den Cabs aufgestellt (wenn der Raum suboptimal ist, dann sollte man zuvor ein paar Versuche machen, damit man später weiß, wo man korrigieren muss). Wenn man nacher ans mischen geht, bedient man sich der Signale. Wenn die Gitarre „right in your face sein soll“, dann eines von den Close Mics nehmen, wenn sie plastischer klingen soll, dann mischt man eines der Close Miks mit dem Raum Mik und setzt sie hart ins Panorama. Das habe ich mal gemacht bei einer Produktion und das klang ziemlich gut und hat auch viel Schraubarbeit erspart, da ich durch die unterschiedlichen Miks unterschiedliche Sounds zum Auswählen hatte.

    • Felix Baarss Feb 23, 2015

      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar! Vorerst nur eine Anmerkung: Auf Henrys Lapsus mit dem Ruhegeräusch hatten wir schon oben im Text hingewiesen. :)

      P.S.: Das mit »Gitarre und Bass« (Gottseidank nicht im Titel, wie Du schriebst, sondern »nur« im Anreißertext) ist auf meinem Mist gewachsen, da ich hier fix den Text zum Podcast getippt habe. Ich habe prinzipiell nicht die Zeit, jede Sendung von vorne bis hinten durchzuhören, und meist geht es ja auch zumindest indirekt um den Bass; in diesem Fall bitte ich um Nachsicht, da kann die Crew nix für.

      • Sorry, das habe ich nicht gesehen, dass ihr da den Lapsus schon berichtigt habt. Mein Fehler.

        Zur Misere mit dem Bass:
        Braucht ihr ein wenig Unterstützung im tieffrequenten Bereich?

  2. Henry Feb 24, 2015

    Öhm

    Erstmal vielen Dank für deine Tips und Kritik. Wie Felix schon sagte, mea culpa der Ruhepegel eines Raumes sind natürlich keine 80db

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