Songs aus dem Baukasten #255

25. Februar 2014

Wie klingt das? Einfach mal eben einige Loops aus einem Construction Kit zusammenklicken und dann einen Top 10 Hit haben? Das ist die Realität, die ein österreichisches Produzententeam vor einiger Zeit geplant oder ungeplant erlebt hat. In der üblichen Moderatorenrunde diskutieren wir über dieses Phänomen und die schöpferische Höhe beim Musik machen mit einer Sound oder Sample Library. Auch der Chat hat sich dieses Mal sehr rege an der Diskussion beteiligt und mit einigen Kommentaren für kleine Überraschungen gesorgt.

Es ist eine spannende Sendung geworden, ich wünsche dir viel Spaß beim Hören.

Aufreger? Songs aus dem Baukasten – delamar Podcast #255

Der Song Sonnentanz des Produzententeams Klangkarussell besteht zum größten Teil aus Phrasen, die sich in einem Construction Kit einer Sound Library befinden. Er ist ein echter Hit geworden und nun stellt sich vielen Musikern natürlich die Frage, ob das überhaupt unter Musikmachen fällt. In einer gemütlichen Runde diskutieren wir über die in diese Veröffentlichung eingeflossene Kreativität, die schöpferische Höhe und wie man aus dieser Begebenheit vielleicht etwas für die eigene Musik mitnehmen kann.

Es gibt eine Menge mehr Aspekte zu beachten, als auf den ersten Blick überhaupt sichtbar werden – das ist etwas, das uns im Team erst beim Machen dieser Show bewusst wurde. Schalt dich ein und lass dich überraschen, was alles zutage tritt.

Ich wünsche dir beste Unterhaltung beim Hören dieser Show.

Antworten

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4 Kommentare

bei “Songs aus dem Baukasten #255

  1. Hallo Delamar-Macher.

    Zuerst mal vielen Dank an Maria und Matthias (sowie an Carlos) für Eure Antworten auf mein Statement zum Politik-Podcast (#253).
    Wie schön, daß Ihr euch alle mit meiner Aussage beschäftigt habt.
    Damit hab ich mein Ziel ja schon erreicht (und das meine ich ernst)

    Lasst mich kurz nochmal auf meine Aussage mit der (Nicht)Spende eingehen, um meine Sicht darzulegen:

    In KEINSTER Weise wollte ich Euch damit unter Druck setzen, oder erpressen, oder sonst irgendwie Einfluss auf Eure Arbeit nehmen !

    Ich fand nur, daß Ihr mit dem Thema ein heißes Eisen angepackt habt – und anfangs auch sehr gut damit umgegangen seid.
    Aber bei dem Punkt mit dem Foto von den Onkelz habt Ihr euch die Finger verbrannt – und das hat mich sehr enttäuscht.
    Hier hätte ich mir die gleiche Distanz gewünscht, wie Ihr sie doch in der gesamten Sendung versucht habt zu wahren.

    Das Ding mit der Spende war eigentlich als symbolische Unterstützung für Euch gedacht, weil Ihr ÜBERHAUPT mal dieses Tabu-Thema aufgegriffen habt.
    Daß Ihr alle (glücklicherweise) NICHT davon leben müsst, ist mir vollkommen klar.

    Nun ja, Ich denke mittlerweile auch, daß mein letzter Satz etwas übers Ziel hinaus ging.
    Aber er steht nun mal so da und ich stehe dazu !

    Daß ich damit bei Euch eine sensible Stelle getroffen habe war nicht meine Absicht und dafür entschuldige ich mich hiermit in aller Form.
    Der Rest des Themas ist – denke ich, hinreichend durchgekaut worden.

    Nochmal vielen Dank an Euch für die Antworten und den relativ großen Teil, den mein Statement in der aktuellen Sendung eingenommen hat. Das war nicht beabsichtigt !!!!!

    IHR macht das GROßARTIG – WEITER SO

    Danny

  2. Küchi Mrz 2, 2014

    Hallo,

    dieser Podcast hat mich doch sehr angesprochen, insbesondere, WEIL ihr euch da recht einig wart. Ich mache ja nun mittlerweile seid 30 Jahren Musik, und habe schon mit 12 angefangen auf dem Klavier eigene Melodien zu klimpern. So mit 16 kam dann das Thema mit den Samples auf (Das war so kurz nach der KLF Zeit). Viele Freunde haben damals mit eben Programmen wie Music-Maker kram zusammengeklickt und das als „eigene Leistung“ angepriesen. Klang gut, meine Sachen klangen definitiv schlechter. Aber war eben, wie Maria es auch meinte, eben nicht die künstlerische Leistung des „Produzenten“. Aber: Das was KLF z.B. gemacht hat und dann kurz drauf auch Prodigy, empfinde ich durchaus als künstlerische Leistung. Es ist vielleicht nicht das Niveu von Gruppen wie Kraftwerk, die wirklich alles selber machen, aber die beiden erstgenannten sind finde ich gute Beispiele dafür, dass man mit sampling durchaus vorhandenes Audiomaterial auf künstlerisch hohem Niveau veredeln kann und daraus was neues schafft. Für mich ist der Unterschied darin, ob das neue Stück wirklich eine neue Idee, einen neuen, eigenen Stil des Produzenten mit reinbringt. Das ist bei vielen Bands durchaus gegeben.

    Einer der aktuellen Produzenten, die diesen Weg schon ganz massiv geht ist z.B. auch Avicii. Man höre sich man Penguin an: Die Melodie ist aus dem Repertoire von Penguin Cafe Orchestra (http://www.youtube.com/watch?v=6E3znZoFnN8). Aber gut rausgehört und gut im eigenen Song verwurstet hat es Avicii. Das selbe gilt für Phil Fuldner, der aus dem Captain Future Soundtrack „Feinde greifen an“ das tragende Sample gezogen hat. Bei solchen Machwerken kann ich mich Carlos Meinung gut anschließen: Durch die Produzenten haben nochmal Millionen von Menschen das Lied, die Melodie gehört und sich nochmals dran erfreut. Und das ist doch positiv. Ihr hattet ganz am Rande auch das Thema Neid angesprochen. Darin sehe ich viel eher die Motivation anderer Musiker, solche Produktionsmethoden herabzuwürdigen als im Argument, dass diese Art von Producing „künstlerisch minderwertig“ sei.

  3. Maria Kimberly Mrz 6, 2014

    @DaSa: alles gut! So hatte ich das auch gedeutet ;-)

    Lg,
    maria

  4. Chris Mai 4, 2014

    Diese Folge ist zwar schon einige Tage alt, aber ich habe sie erst gestern gehört und möchte doch noch einen Kommentar abgeben. Falls es euch möglich ist, hört einmal in die Sampling-CD „Nu Jazz City“ hinein, von der die Samples/Fragmente für den Song stammen. In dem Verzeichnis, aus dem sich „Klangkarussell“ bedient haben, gibt es auch einen fertigen Demo-Song. Wer der Meinung ist, dieser Demosong klingt wie „Sonnentanz“, dem hat der Neid am Erfolg die Gehörgänge verätzt. „Klangkarussell“ haben einige der vorhandenen Samples genommen und daraus ein ganz eigenes Werk erschaffen. Ich hatte beim Hören Eures Podcasts den Eindruck, als hätten die Produzenten einfach alle vorhandenen Samples verwendet und der Song wäre als direkte Konsequenz dieser Kombination entstanden. Das ist aber absolut nicht der Fall. Bitte hört Euch den Demosong an und auch die einzelnen Samples. Ein Music-Producer hätte hier kein Potential für einen Pop-Song gehört, bestenfalls für einen Jazz-Titel. Es gehört schon musikalisches Talent dazu, um aus diesen Bestandteilen einen Pop-Hit zu kreieren. Ich fand es gut, dass Ihr dieses Thema differenziert angegangen seid. Aber ein falscher Eindruck – nicht zuletzt wegen des (sicher bewusst provokativ gewählten) Titels „Baukasten“ – kann hier schon entstehen.
    Ansonsten: weiter so, ich höre euch seit Jahren immer wieder gern.

© delamar.FM