Dummheit & GEMA-Hasser #256

4. März 2014

Ein Artikel machte bei Musikern die Runde an diesem Wochenende: „Die Dummheit der GEMA-Hasser“ titelte derselbe und versuchte geradezurücken, was von dem „dummen“ Volk gänzlich missverstanden würde: Die GEMA. Auf der anderen Seite der Gleichung der Mega-Konzern Google mit seiner durchaus lukrativen Tochter YouTube. Gut geschrieben, geschickt lanciert und genial betitelt eroberte er die Herzen vieler Musiker im Sturm und führte zu einer Polarisierung der Massen. In der heutigen Folge greifen wir den Artikel auf und besprechen, warum er sich die angeprangerten Waffen der Gegenseite selbst zu Nutze macht, um die Stimmung zugunsten der GEMA zu drehen.

Ich wünsche viel Spaß beim Hören!

Sind GEMA-Hasser dumm? – delamar Podcast #256

Allein der Live-Chat während der Aufzeichnung am Vortag zeigte schon, dass das Thema die Musikergemeinde in zwei Lager spaltet. Offensichtlich bleibt niemand ohne Emotion, wenn es darum geht, über den „Streit“ zwischen YouTube vs. GEMA zu sprechen. Die einen prangern den Unwillen seitens Google an, Geld an das Volk der armen Musiker zu zahlen und sich mithilfe derer Werke zu bereichern. Die anderen echauffieren sich über die Kleinlichkeiten der GEMA, die auch gerne mal bei Kindergärten anklopft, um Gelder abzukassieren.

In der heutigen Folge des delamar Podcasts für Musiker und Musikbegeisterte sprechen wir spontan über eben jenen Artikel und das Thema, welches daran anschließt. Es gibt auch im Moderatorenteam geteilte Meinungen und die Diskussion wird hitzig…

Wer den Artikel „Die Dummheit der GEMA-Hasser“ lesen möchte, möge hier klicken.

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17 Kommentare

bei “Dummheit & GEMA-Hasser #256

  1. Joe_CGN Mrz 4, 2014

    Tolle Sendung und ein interessantes Thema. Was mir ein wenig zu kurz kam, war die Unterscheidung zwischen Künstlern, die in der Tat ein großes Interesse an kostenloser Promotion durch youtube haben können und Komponisten bzw. Textern, die oftmals nur ein sehr begrenztes Interesse an einer vergütungsfreien Aufführung Ihrer Werke haben. In der heutigen Zeit (und eigentlich auch bereits seit den 40-er Jahren wenn ich es recht bedenke) sind diese Parteien in den wenigsten Fällen deckungsgleich.

    Da die GEMA-Vergütung für die Urheber (inkl. Verlage) im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei 4 Euro pro Sendeminute liegt kann ich schon nachvollziehen, dass viele Komponisten, deren Gemeinschaft letztendlich die GEMA darstellt, nicht einsehen, in einem anderen Medium solch krassen finanziellen Kompromisse eingehen zu müssen, zumal in der Folge sämtliche Rundfunksender wiederum ihre hohen Abgaben in Frage stellen könnten, sollten pro Werk für youtube tatsächlich weniger als ein Cent an Vergütung anfallen.

    Am Ende haben Silbermond mit dem Videoclip zu „Himmel auf“ jedoch gezeigt, wie man das Medium exzellent nutzen kann: Die Videoversion war lediglich ein gut gemachter Teaser für den Song und enthielt statt der Strophen Instrumentalpassagen mit Voiceovers der Videoakteure und lediglich den Refrain als gesungenes Element…

  2. Norbert Ploss Mrz 4, 2014

    Zur Info:

    Der Unterschied zwischen GEMA und anderen Verwertungsvereinen und -firmen ist die Berechnungsgrundlage bei Youtube. Die GEMA berechnet ihre Sätze nach z.B. nach Raumgröße, Eintrittshöhe, Fassungsvermögen o.ä. – bei Youtube wollen sie pro Klick bezahlt werden. in anderen Ländern werden Prozente des Gewinns, z.B aus Werbung der Berechnung zugrunde gelegt. In rund 40 Ländern hat Youtube bereits eine Einigung mit den jeweiligen Verwertungsgesellschaften – jeweils basierend auf einem prozentualen Verteilungsschlüssel an den Werbeeinnahmen des jeweiligen Videos. Für Schweden, Dänemark und Norwegen sowie die Schweiz und Österreich gibt es allerdings bisher noch keine Einigung. Eine Tafel wie dem Gema-Hinweis für deutsche Besucher gibt es allerdings nirgendwo sonst.

  3. Thomas "thommytulpe" Nimmesgern Mrz 4, 2014

    Hallo!

    – jetzt wird’s etwas länger –

    Carlos erwähnte, dass in anderen Ländern die dortigen Verwertunsggesellschaften mit Youtube Einigungen erzielt hätten. In Zahlen sieht das beispielsweise so aus:
    – In Frankreich wurde zwar Stillschweigen über konkrete Zahlen vereinbart; allerdings ist bekannt, dass wohl ein Pauschalbetrag gezahlt wird (also keine Beiträge pro einzelne Aufrufe). Es ist also egal, wie oft ein Video aufgerufen worden ist – die letztendliche Ausschüttung an die Künstler bleibt gleich. Inwieweit das gerecht oder dem Markt angemessen ist, sei dahingestellt.
    – In Großbritannien gibt es eine Einigung, bei der pro Aufruf abgerechnet wird. Urhebern zufolge liegt die Vergütung pro Aufruf bei 0,01185 Cent – mir stellt sich da schon die Frage, ob das angemessen ist. (Wenn ich die Frage SO formuliere, dann kann man sich meine Antwort sicher schon denken.)

    Zumindest entnehme ich diese Angaben der Seite https://www.gema.de/nl/122011/mitgliedernews/youtube.html – wäre nett gewesen, konkrete Zahlen und Vereinbarungen im Podcast zu hören, damit man mal weiß, worum’s geht. Nun ja, das holen wir hier mal nach. ;-)

    * * * * * *

    Beim Hören des Podcasts hab‘ ich den Eindruck gewonnen, dass eine Einigung ausschließlich an der GEMA scheitere, zumal ja in anderen Ländern solche Einigungen möglich seien.
    Mal abgesehen davon, dass die Einigungen in anderen Ländern (nach meinem Dafürhalten) nicht gerade üppig sind – der Eindruck täuscht. Es gibt in Deutschland sehr wohl _einige_ Videportale, die sich mit der GEMA einigen konnten. Das sind unter anderem MyVideo, Clipfish und tape.tv; das sind also auch Namen dabei, die man zumindest schon mal gehört hat (sind also nicht die ganz kleinen Fische).
    Das wird im Podcast zwar erwähnt; aber erst deutlich später, so quasi nebenbei – das wirkt dann auf mich so nach dem Motto „ich hab‘ meine Meinung, verwirr mich nicht mit Fakten“. ;-)
    Soweit ich weiß, hat sich auch Vevo (ein Videoportal aus den USA) mit der GEMA bezügich der Verwertung in Deutschland einigen können.

    Kurzum: Beim Streifall YouTube / GEMA ist es meines Erachtens irreführend, die GEMA einseitig als gierig darzustellen.

    * * * * * *

    Meine Meinung: Carlos wirft dem Artikel „Propaganda“ vor – und betreibt selbst Propaganda.
    Die obigen Infos hinsichtlich der Einigungen in anderen Ländern und in Deutschland spricht er im Podcast nicht von selbst an, sondern stellt die GEMA (und nur die GEMA) an den Pranger – jedenfalls ist das der Eindruck, den ich habe.
    Ich hätt’s angemessen gefunden, zumindest mal einige der obigen Fakten zu nennen, damit man sich als Hörer einen besseren Überblick verschaffen kann, was denn genau los ist. Gerade die Einigung mit anderen deutschen Videoportalen zeigt meiner Meinung nach, dass es nicht alleine an der GEMA hängt; aber das wird erst mal verschwiegen.

    Wenn der Artikel von der Süddeutschen als „Propaganda“ bezeichnet wird, dann finde ich genau dieses Wort für Carlos‘ Darstellung der Dinge ebenso angemessen.

    Auch der Hinweis auf die anderen Videoportale in Deutschland bringt Carlos nicht davon ab, die GEMA weiterhin als „gierig“ in Sachen Musikvideos zu bezeichnen. Das find‘ ich definitiv nicht in Ordnung.

    * * * * * *

    Maria stellt YouTube als eine Art „PA“ dar; deswegen gehe es bei YouTube weniger ums Geldverdienen.
    Dem Gedanken kann ich mich nicht anschließen; bei YouTube geht’s garantiert ums Geldverdienen, da lassen schon die Werbeeinblendungen bei YouTube keinen Zweifel.

    * * * * * *

    Ich weiß, das war jetzt einiges an Gemecker – aber das gehört zu einer Meinung halt manchmal auch dazu, dass man nicht derselben Meinung ist.

    • Joe_CGN Mrz 4, 2014

      Ich finde nicht, dass Carlos die GEMA an den Pranger gestellt hat oder selbst Propaganda ausgeübt hat. Er hat einige Thesen in den Raum gestellt (wohlgemerkt aber aus verschiedenen Perspektiven), um (teils provokativ) zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen. Die Frage „Warum können andere sich einigen, die GEMA aber nicht ?“ ist völlig legitim. Allerdings könnte man dann genausogut die Frage in den Raum werfen, warum man in Belgien weniger für eine CD Pressung an die STEMRA zu zahlen hat als für eine gleichwertige Pressung in Deutschland an die GEMA. Die Antwort kann nur im Kontext von „Tradition“ zu finden sein. Und auf Basis dieser Tradition meint die GEMA eben, Ihre Vergütuingssetze mehr oder wenig auch analog auf neue Medien umsetzen zu können. Ich persönlich finde das an sich völlig legitim.

      Am Ende ist es eine Vertragsverhandlung zwischen zwei Parteien: Den Urhebern und den Nutzern der Werke. Die GEMA immer als gesichtslose Institution anzusehen finde ich schade. Sie besteht eben aus den Kreativen und hat somit das Recht, den Preis für die Nutzung ihrer Werke in einem neuen Medium aufzurufen. In der Tat MUSS ja niemand GEMA Mitglied werden und es MUSS auch niemand GEMA Repertoire verwenden.

      Und mein Mitleid mit kleineren Künstlern, die meinen, direkt Mitglied in der GEMA werden zu müssen, hält sich in Grenzen: Die internen Verteilungsschlüssel existieren nicht erst seit gestern und wenn manche nun jammern, das sie vom Kuchen nichts abbekommen, dann spricht da in erster Linie wohl der Neid. Damit behaupte ich nicht, dass es keine Möglichkeit zu einer faireren Verteilung gäbe. Aber Verträge sind zum Lesen da, bevor man unterzeichnet. Genauso würde ich als Künstler nicht auftreten, wenn der Veranstalter seiner Verpflichtung zur GEMA-Zahlung nicht nachkommen will bzw. diese auf mich als Band abwälzen will. Dann trete ich eben nicht auf.

      Maria ging es ja in erster Linie darum, den Unterschied zwischen Leistungsschutzrecht und Urheberrecht herauszuarbeiten und hat das Beispiel „PA“ verwendet, um die Rolle von youtube im Kontext der Illegalität der Uploads leistungsrechtlich geschütztem Materials von youtube usern zu verdeutlichen bzw. eine potentielle These dazu aufzustellen, die youtube nicht als Anbieter, sondern nur als Abspieldevice berücksichtigt.

      Am Ende war der Tenor ja ohnehin, dass jeder Vergleich irgendwie hinkt.

      • Thomas "thommytulpe" Nimmesgern Mrz 4, 2014

        Hallo!

        Danke für die ausführliche Antwort! :-)

        Ich möcht‘ ein Zitat aufgreifen: „[Carlos] hat einige Thesen in den Raum gestellt (wohlgemerkt aber aus verschiedenen Perspektiven), um (teils provokativ) zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen.“
        Die „verschiedenen Perspektiven“ sind bei mir nicht so ganz angekommen; jedenfalls nicht, was die Forderungen zwischen GEMA und YouTube betrifft – da hab‘ ich bei Carlos nur _eine_ Meinung herausgehört. So kam das bei mir zumindest an, was auch ein Grund dafür ist, warum mir da das Wort „Propaganda“ eingefallen ist.
        „um (teils provokativ) zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen“ – das ist für mich der Knackpunkt. Ich persönlich kann mich für Provokationen immer weniger begeistern; gerade bei einem solchen Podcast gefiele es mir besser, wenn man von sich aus die verschiedenen Perspektiven darstellt (was Carlos meines Erachtens nicht gemacht hat; er hat die Einigungen in Deutschland erst aufgegriffen, als Matthias sie erwähnte) und dem Hörer das letztliche Urteil überlässt. Für mich hat diese Provokation eher so gewirkt, als wollte Carlos allen anderen seine Meinung aufdrücken, und das finde ich bei so ’nem Podcast eher unangenehm.
        Wie gesagt: Das finde ich -unabhängig von Carlos- auch generell unangenehm, was auch der Grund ist, warum ich Provokationen nicht mehr viel abgewinne.

        * * * * * *

        „Die Frage ‚Warum können andere sich einigen, die GEMA aber nicht ?‘ ist völlig legitim.“
        Da widerspreche ich: Mit der GEMA kann sich einigen – siehe http://www.golem.de/news/myvideo-clipfish-tape-tv-gema-einigt-sich-mit-youtubes-konkurrenten-1312-103420.html – so gesehen, ist die Frage meines Erachtens halt irreführend.

        * * * * * *

        In dem genannten Artikel heißt es unter anderem: „Der Gema-Tarif sieht vor, dass Anbieter 10,25 Prozent ihrer Einnahmen an die Gema abführen[…] Unabhängig von den Einnahmen wird allerdings eine Mindestvergütung fällig, die je nach Interaktivitätsgrad zwischen 0,025 und 0,375 Cent pro Abruf beträgt.“
        Die 0,375 Cent pro Aufruf sind also als Höchstgrenze zu verstehen, nicht als Messlatte für alle Aufrufe gleichermaßen. Das lässt die vorgebliche „Gier der GEMA“ vielleicht auch in einem anderen Licht erscheinen.

  4. Matthias Müller Mrz 5, 2014

    Mir geht es ähnlich wie dir Tommy…. Du hast die Kritikpunkte sehr gut dargelegt. Fand ich nicht als Gemecker…..! :-)

    • Norbert Ploss Mrz 6, 2014

      Sehe ich auch so. Das Problem ist vielleicht die Erwartungshaltung an den Podcast. Wer eine gut recherchierte sachliche Dokumentation erwartet muss andere Medien bemühen. Ich kann mit Provokationen leben – Wenn ich Provokation entlarve dann stärkt das meine Gesprächsposition, ich kann mich distanzieren und muss eigetlich nicht in eine Metadiskussion über die Art der Diskussion einsteigen. Die Kritik ist angebracht und die Antwort auf Carlos Provkation sind die Sachargumente von Matthias. Und schon war der Wind aus den Segeln.

      Zur Sache: Vielleicht erhellt eine meiner Infoquellen die Hintergründe :)

      http://irights.info/worber-gema-und-youtube-streiten

  5. GUFSZ Mrz 5, 2014

    Die Frage die eigentlich nicht beantwortet wird, warum fordert die GEMA, was sie fordert. Kann die GEMA frei über ihre Forderung entscheiden oder ist muss die Forderung
    – den Entschlüssen der Mitglieder
    – der Satzung
    – oder sogar gesetzlichen Grundlagen
    entsprechen.

    In den Niederlanden soll es eine ähnliches Gesetzteslage wie in D geben und dort soll es auch keine Einigung geben. Keine Ahnung, ob das eines der vielen Gerüchte oder eine Wahrheit ist.

    Aber in dem Gerücht steckt die Frage, wie frei ist die GEMA in Gestaltung ihrer Forderungen?

    • Thomas "thommytulpe" Nimmesgern Mrz 6, 2014

      Hallo!

      Was die Frage angeht, auf welcher Grundlage die GEMA ihre Forderungen erhebt, hast Du die Antworten ja eigentlich schon gegeben.

      Eines vorweg: Ich bin kein Anwalt und auch kein ausgewiesener Experte in Sachen GEMA; ich kann mich nur auf das verlassen, was ich im Internet auf die SChnelle an Informationen finde.
      Eine gesetzliche Grundlage für die Forderungen der GEMA ist -nach meinem Verständnis- das sogenannte „Gesetz über die Wahrnehmung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten“ (UrhWahrnG). In Paragraf 13 heißt es: „Die Verwertungsgesellschaft hat Tarife aufzustellen über die Vergütung, die sie auf Grund der von ihr wahrgenommenen Rechte und Ansprüche fordert […] Berechnungsgrundlage für die Tarife sollen in der Regel die geldwerten Vorteile sein, die durch die Verwertung erzielt werden“. (Siehe dazu http://www.gesetze-im-internet.de/urhwahrng/__13.html)

      Die GEMA hat auch eine selbstgegebene Satzung, die den Rahmen ihrer Arbeit und Organisationsstruktur bildet (wobei es die Kritik gibt, dass sie sich selbst nicht immer daran hält – im entsprechenden Wikipedia-Artikel kann man ja mal die Diskussionen über die PRO-Abrechnung nachlesen).
      Die Satzung fußt -zumindest prinzipiell- auf den Entscheidungen der ordentlichen Mitglieder oder zumindest des Aufsichtsrates, der die Mitgliederstruktur in gewisser Weise widerspiegeln soll. Inwieweit das in der REalität eingehalten wird, bleibt beim Beispiel der PRO-Abrechnung diskussionswürdig.

    • Die Gema ist dem deutschen Patent- und Markenamt kontrollierend unterworfen.

      Derzeit lässt die Gema dort die strittigen Forderungen gegenüber Google überprüfen.

  6. GUFSZ Mrz 6, 2014

    Ich habe zufällig in einem Forum etwas gefunden, was auf Carlos Steamingproblem zutreffen könnte.

    http://recording.de/Community/Forum/Homerecording/Musikrecht_und_-finanzen/181636/letzte_posts.html

    daraus folgend

    https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarif_vr_w_i.pdf

    Demnach würden die 100 Zugriffe von Carlos 0,35 Cent kosten und nicht, 30€.

    Letztendlich ist die Frage, täuscht sich Carlos um den Faktor hundert oder nicht.

    Ich weiß nicht, was für einen Anspruch ihr habt, aber wenn sich Carlos um den Faktor Hundert täuscht und der GEMA Gier attestiert, hoffe ich, dass der Anspruch in anderen Podcast nicht genau so hoch ist.

    • Carlos Mrz 6, 2014

      Hallo GUFSZ,

      wenn ich das von dir verlinkte Dokument als Ansatz nähme, dann wäre es „lediglich“ so, dass für den von mir angedachten Zweck „On Demand“ Abrufe für Lernvideos „nur“ 10,25% aller Einnahmen der Webseite gefordert wären.
      Zuerst die gute Nachricht: Durch die Lösung von den tatsächlichen Abrufen (Plays), könnte man damit ein legitimes Business aufziehen.

      Die schlechte Nachricht: Auf delamar wäre das nicht möglich, weil ich ja sonst 10% auf *alle* erzielten Einnahmen abgeben müsste ;)

      Herzliche Grüße
      Carlos

      P.S.: Die Information kam von einem GEMA-Mitarbeiter bei direkter Nachfrage zustande.

  7. Maria Kimberly Mrz 6, 2014

    Wow, SO wünsche ich mir das!

    Die Community disskutiert über ein durchaus von verschiedenen Seiten beleutbares Thema!

    Danke an alle Hörer für´s Mitdisskutieren!

    Lg,
    Maria

  8. Die Kernfragen die bleiben sind, ob die GEMA evtl. zu gierig ist, ob die Forderungen in Deutschland hinsichtlich anderer Einigungen und Lizenzverträge You Tube/Länder und Verwertungsgesellschaften legitim sind und zu welchen Lösungen man kommt… kurz, was die Konsequenzen sein werden (womit dies Fragen letztlich ja einher gehen).

    Betrachten wir das You Tube / GEMA Problem mal ganz simplifiziert.
    Wo liegt das Problem ? Etwa beim Geld ?
    Natürlich liegt es am Geld. Es geht immer um Geld, wenn sich zwei Parteien knallhart NICHT einig werden wollen !
    Es geht dabei aber nicht alleine nur darum, wie viel die GEMA kassiert, sondern auch um die Existenzgrundlage von You Tube und wer letztlich der Leid tragende wird sein…nämlich der User und in Folge dessen auch der Künstler.

    Wie Matthias schon richtig erwähnte, ist Deutschland neben den USA und Japan der 3. wichtigste (bzw. Umsatz) stärkste Markt im Business- und das betrifft nicht nur den Musikmarkt.
    Jetzt gehen wir einmal stark davon aus, das der Weltkonzern You Tube die Zeche (die auch rückwirkend von der GEMA verlangt) definitiv nicht nur aus der eigenen Portokasse bezahlen wird wollen, sondern auch seine User vorerst (aber nicht nur) in Deutschland einbeziehen könnte.
    Sei es, das You Tube in Deutschland kostenpflichtig wird oder User wegen unbewusst (oder bewusst) illegal hochgeladenen Content belangt werden oder nur expliziter Content in Deutschland freigegeben wird und andere Inhalte gesperrt werden (quasi eine verkehrt herum angeordnete Gema-Sperre a là „dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar, weil YOU TUBE die Rechte daran nicht eingeräumt hat“).

    Wie auch immer…
    You Tube sähe womöglich an diesem 3. stärksten Markt Deutschlands seine Felle davon schwimmen- oder zumindest seine Existenz bedroht sehen.
    Welcher deutsche User würde You Tube als kostenpflichtiges Portal nutzen wollen ?
    Welcher deutsche User würde You Tube durch die Monetarisierung als Verdienstmöglichkeit nutzen, wenn er sich unbewusst auf evtl. illegalen Pfaden bewegen könnte und dafür u.U. gehörig zur Kasse gebeten würde ?
    Alleine jetzt schon lockt You Tube regelrecht mit Monetarisierungen, bei denen noch nicht einwandfrei feststeht, auf welcher Grundlage (illegal/legal) der Content zu betrachten ist… und bei Rechtsfragen You Tube den User ziemlich im Regen stehen lässt.
    Wie auch immer. You Tube sieht sich durch die Forderungen der GEMA in weit größeren Schwierigkeiten, als nur die Frage, wie viel die GEMA zu bekommen hätte.

    You Tube ist auch nicht einfach nur ein Videoportal das dann einfach geschlossen wird, sondern ist eines der Umsatz stärksten Internetriesen, was sich Google beim Kauf eine ganze Menge Geld hat kosten lassen.
    Da wird man mit Sicherheit die monetären und existenziellen Grundlagen durch den deutschen Markt nicht einfach so aufgeben- mit der wahrscheinlichen Konsequenz, das sehr wohl der User auch so oder so ein Leid tragender sein wird (insbesondere auch jene, die ihre Videos monetarisiert haben).

    (MyVideo und Clipfish sind übrigens Tochterfirmen von ProSiebenSat.1 und RTL, weswegen die GEMA-Frage hier ohnehin entsprechend geklärt ist. Wegen der im Vergleich zu You Tube sehr mageren technischen Qualität, exzessiver Werbebelästigung und kaum wahrnehmbaren Resonanz als Social Network, werden diese Portale von User eher gemieden).

    Es ist daher die Frage, zu welchen Preis und Konsequenz für den User in Deutschland sich You Tube künftig aufstellen kann ?
    Womit wir wieder bei der Eingangsfrage wären, ob die GEMA nicht doch zu gierig usw. ist ?
    Abgesehen davon, das GEMA-Künstler auch kaum Schimmer davon haben, ob die Abrechnungen der GEMA eigentlich immer so stimmen usw. ist es auch eine Frage im Interesse der Künstler, ob ein Wegbleiben You Tube`s in Deutschland ein sinnvoller Aspekt für die eigene Karriere wäre.
    Nun gut, momentan verdient man an You Tube so gesehen selbst ja auch nichts durch gesperrte Videos- aber die Promo durch seitens von Fans hoch geladenen Contents sollte nicht unterschätzt sein- aber der finanzielle und urheberrechtliche Aspekt des Künstlers darf und soll definitiv nicht zum Nulltarif erhältlich sein, denn auch er muss ja von was leben. Das ist klar.
    Ich denke jedoch, ein wichtiger Punkt der sich im Fazit ein jeder GEMA-Künstler in Deutschland auch stellen muss ist, da die in der Konsequenz Leid tragenden nicht nur die User, sondern auch Künstler sind und sein werden, ob man sich nicht selbst auch hinterfragen sollte, ob es nun alles so richtig ist was die GEMA „rechtens“ verlangt und macht ?
    Darf man so blindlings glauben und sich sagen, es wird schon richtig sein was die GEMA macht- ist ja Hauptsache rechtens und wird mir ja nur von Vorteil sein ?

    Wie Maria Kimberly auch schon richtig sagte, haben die Plattenfirmen gewisse Trends verpennt und sich selbst in die Krise und Abseits geschossen.
    Heute können sich Künstler auch unabhängig der Majors selbst vermarkten, aber sind im Begriff sich durch gewisse Sturheit und ich sage mal „blinde“ GEMA-Treue auch in eine gewisse Krise und Abseits zu schiessen, weil man die Belange der Zeit nicht richtig erkennt- oder sich weigert, mit der Zeit zu gehen ;-)

    LG

  9. Gast Ritis Mrz 6, 2014

    Ich zahle in Deutschland Rundfunkgebühren.
    Warum soll ich also per Klick für etwas mehrmals bezahlen, wofür ich bereits einen pauschalen Beitrag entrichte ?
    Nämlich für den Rundfunkempfang.
    Wo ist da der Unterschied, ob ich die gleiche Musik für die ich bereits im Vorfeld bezahlt habe, aus dem deutschen Rundfunk oder von einem Broadcaster aus den USA beziehe ?
    Ich habe für den EMPFANG bezahlt und nicht dafür, woher dieser auch immer herkommen mag. Ob aus Hamburg, Rosenheim, oder vom BBC!
    DAS ist doch das wesentliche Problem der Abzocke durch die Gema !
    Ich weiß Gema ist nicht gleich GEZ, aber im wesentlichen geht es nur um Rundfunkempfang auf deutschen Boden wenn wir hier über You Tube und Broadcaster reden. Dafür ist als letzte Instanz die GEZ zuständig.
    Ich bezahle doch auch nicht für die einen extra Betrag für Radiostationen im deutschen Rundfunk, sobald ich den Sender wechsle. Also auch schon gar nicht pro Klick auf You Tube !
    HIER sollte man mal ansetzen !
    Bezahle ich GEZ nun für den Rundfunkempfang in Deutschland oder dafür, das es bei Kaufland grüne Bananen gibt ?
    Soll sich You Tube halt eine Rundfunklizenz für Deutschland beschaffen und gut ist.
    Ist am Ende sicherlich billiger und sinnvoller als das ganze Hickhack mit den Pay per Klick Scheiss den die Gema haben will.
    Das klingt vielleicht zu einfach.
    Aber wer sagt das es nicht auch so einfach sein darf ?

  10. Klaus Feurich Mrz 7, 2014

    Mal nen richtig schöner, emotionsloser und sachlicher Artikel aus der Frankfurter Rundschau zum Thema.

    Der bringt das „eigentliche“ Problem so richtig auf den Punkt.

    http://www.fr-online.de/kultur/streit-um-gema-gebuehren-gema–der-club-der-oberen-3400,1472786,16472672,item,0.html

  11. Ein Mucker Mrz 7, 2014

    Spannender Podcast, allerdings hätte ich mir doch ein bisschen mehr Vorbereitung gewünscht. Das das Geschäfts- und Tarifmodell sowie der Verteilungsschlüssel der GEMA überdenkenswert ist, ist wohl nichts Neues. Das GEMA-bashing allerdings finde ich einseitig.

    Ich weiß, dass Vergleiche immer hinken, aber mir kam spontan folgende Idee.
    Wenn ein Fernsehsender irgendeine Serie ausstrahlt, zahlen sie dafür immer Lizenzgebühren, egal wie viele Zuschauer später zuschauen oder nicht. Die Finanzierung erfolgt durch Werbung.

    Und genau so sehe ich Youtube. Die Leute gehen ja auf die Seiten wegen des Inhalts aber Youtube selber produziert ja nichts, hat keine eigenen Ideen oder Videos sondern lebt von dem content anderer. Und da denke ich, hat die GEMA recht. Schließlich muss sie ja versuchen das bestmögliche für ihre Mitglieder rauszuholen. Ob die GEMA das realistisch ist, was ihre Forderungen angeht, wage ich zu bezweifeln, ihr aber vorzuwerfen, dass sie alleine es verschuldet, dass bestimmte Videos eben nicht für User aus Deutschland zu sehen sind, halte ich für kurzsichtig. Warum sollte man es Firmen wie youtube leichter machen billiger legal an content heranzukommen? Ich vermute mal nicht, das youtube im Gegenzug völlig transparent Rechenschaft darüber ablegt, was sie an den Werbeeinnahmen verdienen.

    Sehr interessant auch das angesprochene Copyright. Youtube wälzt dergleichen auf seine User ab, die Videos hochladen. Das ist so, als ob ich beim Sicherheitscheck am Flughafen die Leute unterschreiben lasse, dass sie keine Schusswaffen mit an Bord bringe und auf die Kontrolle verzichte. Es gab bislang kein einziges Video dass „wegen GEMA gesperrt“ nicht irgendwie anders bei youtube zu finden ist. Sei es als Tanzperformance mit dem entsprechendem Song als Hintergrundmusik oder sonst wie. Ja sind die Leute denn dann alle „Produzenten“, nur weil sie ein Programm haben um video capturing der original Musikvideos oder Liveaufnahmen zu machen oder ihre oft sinnfreien Filmchen mit Songs zu untermalen, die nicht auf ihrem Mist gewachsen sind? Da ist nichts anders als Copyrightverletzung und youtube verdient prächtig daran.
    Ein Fernsehsender käme ja auch nicht auf die Idee, irgend einen Film auszustrahlen, weil ihn ein freundlicher Zuschauer dem Sender zugeschickt hat.

© delamar.FM