Kunst, Kommerz & deine Musik #193

30. Oktober 2012

Mit dieser 193. Episode decken wir die vielleicht geheimste Sendung in der Geschichte des delamar Podcasts auf. Heute geht unsere Talkrunde um Themen, die von unseren Live-Hörern vorgeschlagen wurden. Entsprechend bunt hat diese Folge für Musiker und Musikbegeisterte dann auch begonnen, doch am Ende kristallisierte sich das Thema Technik vs. Kreativität auf dem Level von Kunst vs. Kommerz heraus. Es ist ein kurzweiliger Podcast geworden, in dem Du dich nicht nur wiederfinden wirst, sondern noch vieles mehr…

  • In-Ears im Proberaum für Bands
  • In-Ears auf der Bühne
  • Tipps für die Bandprobe
  • Generalprobe für das anstehende Konzerte
  • Gehörschutz für die Band
  • Kunst vs. Kommerz
  • Musikerpolizei & Dieter Bohlen
  • Musik für Werbung
  • M/S Mastering, Lautheit & mehr
  • Dynamik in der Musik und die Auswirkung auf den Erfolg
  • Kapitalisumus, Konditionierung und die Musikindustrie

Nun, die Diskussion entwickelt ab etwa 30 Minuten eine interessante Eigendynamik, die auch im Live-Chat aufgegriffen und heftig diskutiert wurde. Heute ist die Sendung selten spannend und wie immer deinen Kommentar wert. Schreib uns deine Meinung unter die Shownotes.

Und wer beim Gewinnspiel mitmachen möchte, sollte mal auf Facebook vorbeischauen…viel Glück!

Antworten

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14 Kommentare

bei “Kunst, Kommerz & deine Musik #193

  1. Ich fand die Diskusion über Kunst und Kommerz etwas merkwürdig. Spielt der Jens nicht in einer Coverband. Wo ist da der künstlerische Wert. Schafft man da neue Kunst ??? Also ich würde mich auch freuen, wenn meine Musik auf einer 8bit Grußkarte läuft.

  2. Hallo Karsten,

    ja, es stimmt. Ich spiele zur Zeit in einer Coverband, was mich aber erstens nicht davon abhält, in einem anderen, eher privaten Projekt selbst Musik zu komponieren (und insofern „Kunst“ zu schaffen) und zweitens mich ebenfalls nicht disqualifiziert, eine entsprechende Meinung zu bilden, zu äußern und zu vertreten. Oder wie siehst Du das? Liebe Grüße Jens

  3. Rotrose Okt 31, 2012

    Also ich würde mir den A** abfreuen, wenn ich irgendwo im Bus sitzte und ein Jugendlicher meine Songs auf dem Handy hört – und das unabhängig davon ob ich dafür Geld bekommen habe. Wenn ich Songs schreibe, dann möchte ich damit eine Botschaft senden und die kommt auch noch auf einer 8bit Grußkarte rüber. Die Songs funktionieren ja auch ohne die ganze Produktion nur mit Akustikgitarre und Gesang.

  4. Kahlbert Nov 1, 2012

    Zum Thema Lautheit und Konditionierung:

    Jens, ich weiß, was Du sagen wolltest, und stimme Dir aus vollem Herzen zu.

    Carlos, zur These „ein toller Song ist ein toller Song“: Jeder, dessen Ohren und Nerven noch normal funktionieren, kennt den Effekt, dass man totkomprimierte Musik in der Tat nicht mehr ertragen kann – egal, wie toll der Song gewesen wäre. Ich habe die neueren Alben von verschiedenen meiner Lieblingskünstler direkt wieder verkauft, weil es einfach nicht möglich ist, auch nur einen Song am Stück durchzuhören, ohne durchzudrehen.

    Das Problem ist, dass das „breite Publikum“ heute ganz offenbar nicht mehr „normal funktioniert“.

    Und die Tragik ist, dass es für diese Lautheitsauswüchse nicht den geringsten vernünftigen Grund gibt! Das wird bei der Diskussion auch gerne vergessen …

  5. ArcticA Nov 1, 2012

    Einen Gitarristen, der in einer Metal-Probe erzählt, dass der Drummer
    gegangen werden muss, da man „ihn nur mit Gehörschutz ertragen könne und selbiges Utensil ein „nogo“ sei“, würde wohl eher selbst urplötzlich aus der Probe fliegen.

    anderes Thema:
    Ich kenne Alben, die baller überkomprimiert sind, die meisten gehen mir nach 2 Songs auf den Sack, aber es gibt eines, das seltsamerweise brachial laut ist (im Gegensatz zu den Folgealben der Band), das ich aber quasi endlos hören konnte und das einfach VIEL mehr reinzwitschert, als die Nachfolger. (Liegt nicht nur an der Lautheit, aber sie stört eben nicht und bringt extremen Dampf in das Material)
    Und nein, ich sage nicht, welches Album. Ich mach keine Werbung mehr für andere, wenn ich es vermeiden kann.

    Ich bin der Meinung, dass sich lauteres Material oftmals „direkter“ anhört (nicht nur „lauter“ u „voluminöser“), alle Inhalte, vorallem die Transienten hauen einem verstärkt in die Schnabulatur und DAS ist das „Erfolgsmysterium“. Direkt „in your face“ ist immer aufregender, als natürliche Räumlichkeit mit selektiver Frequenzdämpfung „in Raum und Zeit“.

    • Hallo Artica,
      zunächst einmal muss ich zugeben, dass meine Äußerung im Podcast im Eifer des Gefechts ein wenig überspitzt gewesen ist. Dann, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, geht es mir auch nicht um Zimmerlautstärke im Proberaum, sondern es darf und muss schon ein bisschen lauter sein. Aber eben nicht zu laut.

      Du hast insofern natürlich Recht, dass im Proberaum i.d.R. der Schlagzeuger den Mindestpegel der nötigen Lautstärke vorgibt. Ich bin aber der Meinung, dass – wenn dieser zu laut ist – man sich Gedanken machen sollte, wie man diesen etwas leiser bekommt. Und hier gibt es ja diverse Möglichkeiten. Die beste: der Schlagzeuger ist in der Lage, leiser zu spielen. Wenn er das nicht kann, dann könnte man Snare und Toms abdämpfen. Wenn er das nicht möchte, könnte man ein paar Buffles um ihn herumbauen etc …

      Jedenfalls: eine Band, die sich diesbezüglich keine Gedanken machen würde bzw. prinzipiell sich keine Gedanken machen will, bräuchte mich nicht rauszuschmeißen, denn ich würde entweder erst gar nicht einsteigen bzw. die Band sofort verlassen.

      Greetz
      Jens

  6. Henry Nov 5, 2012

    Drei Dinge aus der Diskussion die mir hochgekommen sind:

    Zum Gitarre spielen:
    Ausser einer ordentlichen Zerre gehört mal gar nichts an einen guten Verstärker… Meine Meinung… Ich hab früher auch kühlschrankweise Effekte herumgeschleppt, ja, ein Chorus und ein Compressor und ein Delay und Stereo und, und, und sind alles ganz toll, aber dann hab ich die dann mal in die Ecke gestellt – Gitarre, Kabel, Amp und Gas geben – das war eine echt neue Erfahrung nach dem ganzen Effekt Mus, back to the roots – manchmal hilft es…

    In Ear Monitoring hat echt geholfen im Proberaum die Lautstärke zu senken, einmal eingestellt, braucht man da eigentlich gar nichts mehr dran machen, man solls doch nicht verteufeln, wenn mans nicht mal ausprobiert hat :-) Für neues Material ist das super um zu üben. Später kann man immer noch Gas geben, bevor man auf die Bühne geht und bei allem was über 87 dB in einem Meter Abstand geht ist Gehörschtz einfach Pflicht! Ich spiele seit über 20 Jahren Rock und Punk, Dank Gehörschutz ist mein Gehör noch einwandfrei ok.

    Und Nummer drei: Ich hab den lokalen Musikladen geplündert und jede Menge seltsame Musikinstrumente gekauft und Schuld sind die Eier und der Reissack…

  7. Patrick PIerson Nov 6, 2012

    Hi,
    ich habe mich auch schon oft geärgert, dass die Metallica Scheibe so laut gemastert wurde… kann ich nicht hören, nervt tierisch auf Dauer. Auf der anderen Seite ist es schon schwer, da muss ich Carlos REcht geben, Cds mit hoher Dynamik im Auto zu hören. Oder auch sonst, man ist es nicht mehr gewohnt. Beispiel ist da The Wall… zum größten Teil nicht im Auto zu genießen, auch sonst irgendwie ungewohnt, dieses Laut Leise…

  8. Hi

    @Jens – Ich glaube Dir gerne, dass Du auch neben der Coverband an „Kunst“ arbeitest. Aber warum verschwendest Du deine Zeit dann mit Cover, wenn Dir der künstlerische Wert so wichtig ist. Ist für mich ein Widerspruch. Aber gut, jeder soll seine eigene Meinung haben und das ist auch gut so.

    Im übrigen benutze ich selbst auch einen Gehörschutz bei der Bandprobe. Zwar eine technisch moderne Variante, die nur den Sound in der Lautstärke um 15dB absenkt, aber ich möchte auch noch mit 60 Jahren vernünftig hören können.Zudem hab ich nicht Monate mein Gehör auf diverenziertes Hören trainiert, damit ich es dann Schädige. Mir ist es persönlich lieber, meine Mitmusiker können sich Emotional beim Spielen ausleben, als wenn alle sich zügeln, weil es sonst zu laut wird.

    Zum Thema Lautheit in Produktionen. Es ist leider Stand der Technik und wenn sich eine Platte nicht verkauft, dann ist Sie aus kommerzieller Sicht schlecht. So einfach ist das !!!
    Ich persönlich finde eher Platten gut, die nicht zu Tode durchkompremiert sind. Trotzdem hab auch ich schon erlebt, dass uns Internetradiosender gesagt haben, der Song ist gut aber zu leise. Könnt Ihr den lauter machen ??? Was solls dann also !!!

    • Hallo Karsten,

      ich empfinde meine Tätigkeit im Coverband-Geschäft alles andere als Zeitverschwendung, sondern ganz im Gegenteil. Ich hatte im Vergleich zu all jenen Projekten mit Eigenkompositionen noch nie so viele Gigs, so viel Zuspruch und damit Spaß, wie bei meinen Coverprojekten. Und auch finanziell schreibe ich dort schwarze Zahlen bzw. mache zur Zeit zumindest keine „Miesen“. Aber der schnöde Mammon steht bei mir nicht im Vordergrund, auch nicht beim Covern, sei aber der Vollständigkeit halber nur erwähnt.

  9. Kahlbert Nov 7, 2012

    Irgendetwas entgeht mir hier. Wer will denn behaupten, dass Cover-Musik per se keine Kunst ist? Das kommt doch wohl auf die jeweilige Musik an – und was man daraus macht.

    Meine Tätigkeit in einer Tom-Waits-Cover-Band gehört jedenfalls zum künstlerischsten, das ich je machen durfte …

    • Nun, ohne Karsten auf die Füße treten zu wollen, scheint seine Aussage zur Covermusik (Zeitverschwendung) in diese Richtung interpretierbar zu sein. Aber vielleicht meint er es nicht so strikt. Ich stimme Dir jedenfalls zu, Kahlbert. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man in einer Coverband – wie Du selbst schreibst – durchaus seinem kreativ-künstlerischen Gemüt Freilauf gewähren kann. Es kann eine besondere künstlerische Herausforderung sein, aus einer Vorlage etwas wirklich Eigenes und Großes zu machen. Die Klassik macht dies uns allen ja vor. Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass dieser kreativ-künstlerischen Eigeninterpretation im Pop-Rock-Sektor durch die Hörgewohnheiten der Zuschauer manchmal enge Grenzen gesetzt ist (wobei wir wieder beim Thema Konditionierung angelangt wären). Grundsätzlich hast Du aber Recht!

  10. Henry Nov 7, 2012

    Sooo schlecht ist das spielen in Coverbands nun wirklich nicht.
    Es füllt den Geldbeutel und man kann Musik machen…

    Ob man das gut findet oder nicht muss man selber wissen.

    Ich hab auch schon in einer Cover Band gespielt, wir hatten aber den Anspruch, dass wir aus den Songs was besonderes machen, was uns das eine oder andere mal durchsus geglückt ist – das hat dann aber auch wieder was mit Kunst und künstlerischem Schaffen zu tun.

  11. Ich verstehe nicht, dass sich jeder der Cover macht, gleich hier persönlich angegriffen fühlt.

    Ich würde meine wenige Freizeit nicht in ein Coverprojekt investieren, da ich dann weniger Zeit für meine eigene/bzw. bandeigene Musik hätte. Zudem gehört zum Musik machen nicht nur der Part des Schreibens, sondern auch das ganze dem Hörer zu präsentieren, aller Web, Gigs usw. Kostet dann auch zumeisten Zeit.

    Sicherlich ist die Variante Coverband wesentlich erträglicher, jedoch einen künstlerischen Wert kann ich beim besten Willen nicht darin sehen.

    Zumindestens ICH nicht !!! Andere anscheinend schon !!! und dann ist das doch gut, oder ????

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