Stehlen Fans deine Musik? #289

28. Oktober 2014

Ein im digitalen Zeitalter stets aktuelles Thema: Berauben dich deine Fans, wenn sie deine Musik hören, ohne dafür zu zahlen? Warum haben alle Angst, dass ihre Musik gestohlen wird? Können Fans überhaupt Musik stehlen? Diese und weitere Fragen beantworten wir in dieser Folge des delamar Podcast in der gewohnten Runde mit Maria, Matthias und Carlos.

Podcast #289 – Stehlen Fans deine Musik?

Wir beginnen unsere Diskussion mit einer Anekdote, die zu denken gibt: Cro stellte seinerzeit den Song »Easy« kostenlos zum Download bereit…und konnte sich über Platz 1 in den Verkaufscharts freuen. Trotzdem oder gerade deswegen? Andererseits entscheiden sich viele Musiker konsequent dagegen, ihre Musik ins Netz zu stellen (zumindest in voller Länge und guter Qualität), da sie von YouTube, Vimeo & Co. höchstens indirekt über die geschaltete Werbung entlohnt werden.

Wir diskutieren beide Standpunkte. Außerdem betrachten wir den Begriff des Diebstahls im Kontext eines nicht-materiellen Gutes, den Markt für Musik, aktuelle Hörgewohnheiten und alles, was sonst noch mit der Thematik im weiteren Sinn zusammenhängt. Viel Spaß mit dieser Episode!

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8 Kommentare

bei “Stehlen Fans deine Musik? #289

  1. Raphael Okt 28, 2014

    Eine Frage. Eine Antwort:
    …ich hoffe doch! Dann findet sie wenigstens Gehör und die Leute kommen dann (hoffentlich) zu den Gigs, wo es noch weitere Mucke zu kaufen gibt :-)

  2. Sid.Vicious Okt 28, 2014

    Komisch, es beklagen sich die, die sich bereits dumm und dämlich verdient haben.

  3. Christian Okt 28, 2014

    Zum Thema CD-Verkäufe und warum die Filmindustrie es besser gemacht hat:

    Die CD Industrie hat von Amfang an alle Menschen über einen Kamm geschert und kriminalisiert. Immer neue Kopierschutzmechanismen die für den Raubkopiere leicht zu umgehen (sprich wirkungslos) waren, aber dem zahlenden Kunden Steine in den Weg gelegt haben. CDs die auf Grund des Kopierschutzes nicht im PC Laufwerken abspielbar waren, oder in DVD Playern die PC Laufwerke enthielten, oder in Autoradios nicht erkannt wurden. Hier wurde jahrelang der zahlende Kunde bestraft, dafür das er eine CD legal gekauft hat, die dann auf 50% seiner Endgeräte nicht abspielbar war.

    Was hat die CD Industrie in den letzten Jahren neues für den Kunden gebracht? Nichts. Die Filmindustrie hat Bluray geschaffen, zusätzliche Features, Kommentare, Bonusmaterial, besseres Bild besseren Ton. Alles Anreize eine DVD oder Bluray zu kaufen. Die CD Industrie steht seit Anfang der 80er auf einem Stand und versucht mit aller Gewalt das Internet und den Fortschritt zu verhindern. Warum gibt es eine Audio CD mit Dolby Digital Surround Sound? Extras auf CD wie einzelne Recordingspuren? Innovation gleich Null.

    Das einzige was geschafft wurde ist, Alben für dasgleiche Geld ohne Cover,ohne Hülle ohne Datenträger ohne Versandwege als MP3 anzubieten. Hier fühlt sich der Kunde doch verarscht, wenn er für viel weniger Leistung dasselbe Geld zahlen soll.

    Fazit: Die CD Industrie hat aus Angst vor der Zukunft und Raffgier alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Selber schuld, kann ich da nur sagen.

    • Raphael Okt 28, 2014

      Hm…generell interessante Perspektive, die Du da eröffnest.

      Den Punkt mit der Innovation würde ich gerne Kommentieren.
      Es ist vielleicht ein bissel die FRage nach der Henne und dem Ei. Im Filmbereich hat sich in den letzten Jahren dahin gehend viel gemacht, dass HD auf den Mark kam. Das kann (ich bin in diesem Bereich kein Experte) die DVD leider nicht ganz liefern.
      Blue Ray hat HD nicht nur im Bild, sondern auch im Ton (24 Bit und 48kHz).
      Diese Entwicklung wurde aber auch dadurch gefördert, dass Abspielgeräte vorhanden waren, die auch nach mehr verlangen. Man schaue sich nur mal alte Videos auf einem dieser rießigen Bildschirme an!!!

      Ich würde jedoch nicht behaupten, dass sich im Audio Bereich nichts getan hat.
      a) die Problematik mit den Abspielgeräten hatte ich persönlich nie. Das nur am Rande…
      b) auch wenn manch Tonmensch jetzt die Hände über’m Kopf zusammenschlägt. Ich finde die mp3 eine wichtige Erfindung. Nun…im Bildbereich geht die Auflösung nach oben im Audiobereich nach unten. Aber „…erst kommt das Fressen, dann die Moral…“. D.h. auf einmal ist es möglich seine komplette Plattensammlung(!!!) in der Hosentasche überall hin mitzunehmen! Das find ich grandios!
      c) Dinge ändern sich. Das trifft auch auf unser Konsumverhalten zu. Früher war man eher haptisch unterwegs. Man wollte auch das Booklet etc. haben. Ich schätze mal, dass sich das zunehmend ändern wird – wo doch vieles in Richtung virtuel geht…

  4. EIn Mucker Nov 4, 2014

    Nun ja, die Innovationen im Audiobereich denke ich, sind da auch eher philosophischer Natur. Hat nicht heise mal vor ein paar Jahren „Experten“ eingeladen, um die Unterschiede zwischen Audio CD und MP3 rauszuhören. Nun, die haben jedenfalls alle reihenweise versagt. Was nützt es auch, Musik in immer besserer Qualität abzuspielen, wenn unser Ohr gar nicht in der Lage ist, dies auch zu würdigen. Bei Bildauflösung ist das schon was anderes. Das sieht man sofort. Bei Audio? Warum da neue Formate entwickeln, die das Volk doch eh nicht haben will? Mir persönlich langt auch Stereo, zur Not auch Mono. Es geht schließlich um die Musik und Helene Fischer kling für mich in Dolby Surround genau so schlimm (wenn nicht schlimmer), wie in Stereo. Vielleicht würde ich sie mit Nullmob anhören können. Das ist, wenn man bei Mono noch den letzten Kanal wegnimmt.

  5. P.Chris Nov 5, 2014

    Einen wesentlichen Kern, den Matthias im Podcast auch angesprochen hat und ich diesem zustimme, ist dieser, das man heutzutage das Album zum Promoten von Konzerten und Tourneen nutzt.

    Das Album fungiert und taugt in seiner Form und Bedeutung meiner Meinung nach heutzutage doch „nur“ noch als Werbeträger für besagte Tourneen und Konzerte, denn Geld machst Du als angesagter Künstler mit allem anderen, aber nicht mit dem reinen Verkauf deiner Platte.
    Wenn es hoch kommt, spielt sie im besten Fall Produktionskosten nebst aller anfallenden Nebenkosten wieder rein.
    Profit wirft sie als eigenständiges „Pferd“ eigentlich nicht mehr ab, bzw. kann man das Bisschen nicht als Profit Margin bezeichnen.

    Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, woher man auch immer diese Zahlen nehmen will, wenn man davon spricht, das sich CD`s/Album-Verkäufe immer noch mit 80% (in z.B. Deutschland) am Markt behaupten können ?
    80% von was ? 80% im Vergleich zu ? Milchschnitte oder Spülmittel ?
    Album, bzw. CD-Verkäufe und Umsätze sind im Vergleich zu den Glanzzeiten der 80-90`er Jahre dennoch so drastisch eingebrochen, das man sich natürlich fragt und bewusst wird, das solche Zahlen von „80%“ nun so gut wie gar keine Aussagekraft mehr hat, bzw. eine Zahl und Statistik ohne Bezug, ohne Wert ist !
    Aus diesem Grund taugt für mein Verständnis und Dafürhalten die „Platte“ in erster Linie als „Werbetrommel“.
    Sie ist eine reine Investition, aber sicherlich kein „Pferd“ mehr, auf das man als solches und alleinig setzt um damit Profit zu generieren.

    Es ist daher eigentlich nicht die wirkliche Frage (dieses Podcast), ob der Fan die Musik stiehlt, sondern ob das nun so schlimm ist !?

    Sehen wir diese Angelegenheit mal ganz rational betrachtet von der Seite eines Profit geilen Unternehmens an und das ein Album mittlerweile eine reine Form der „Werbung“ ist.
    Na würde sich ein Unternehmen darüber beschweren, das man die Werbung (illegal) konsumiert, verbreitet usw. ?

    Für einen angehenden „Star“, der (noch) nicht am großen Kuchen knabbert, mag das natürlich vordergründig ein Ärgernis sein, das man seine Tracks kostenlos oder „entgeltlich unangemessen“ konsumiert.
    Künstler sind selten (gute) Geschäftsmänner, die ihre Werke vorerst nicht als Produkte und Produktzweige sehen, um damit auf anderen Wegen wie eben durch Konzerte, Werbeverträge, Merchandising und was weiß ich noch alles, Profit zu machen.
    Natürlich muss man da auch erst einmal irgendwann in eine solche tolle Ausgangslage kommen (und genau das ist ja der Punkt, wie man denn dahin kommt und die Frage, ob es schlimm ist, wenn man meine Musik kostenlos konsumiert) und die großen Topstars und Firmen denken da halt nun einmal anders als der angehende „Star“, der irgendwie mit seiner selbst gepressten 1000`er Auflage hofft, gutes Geld zu machen und „natürlich“ nicht bedenkt, das der Umstand, diese Platte an den Mann zu bringen, weit mehr Kosten als Profit verursachen wird und sich seine Investition erst dann armotisiert haben wird, wenn sie das Glied einer langen Kette war, das ihn reich und berühmt machte.
    Da muss man sich fragen, aus welchen Grund man heute überhaupt eine Platte macht !?
    Macht man seine Konzerte, um wie dermaleinst die Platte zu promoten (was heutzutage ja noch viele Grünschnabel-Bands denken und machen) oder möchte ich mir einen Namen machen, damit meine Konzerte gut besucht werden ?!
    Ist es dann nicht sinnvoll, potentiellen Fans Zugang zu mir und meiner Musik zukommen zu lassen, die mich selbst in ihrem Vertrieb möglichst wenig, bzw, am besten gar nichts kostet !?

    Und das ist einer der vielen Gründe, weswegen Topstars und Etablierte heute eben auch anders denken.
    Im großen und ganzen ist „illegales Konsumieren“ den großen Topstars eigentlich relativ wurscht, solange ihre Konzerte gut besucht sind und alles um sie herum sich irgendwie mit jedweden anderen Sch*** zu Geld machen lässt.
    Auch mitunter ein Grund, weswegen immer mehr ihre Tracks in diversen Aktionen und PR-Gags etc. zu kostenlosen Downloads etc. anbieten, weil sie auch eingesehen haben, das ein Album lediglich eine Waffe der Werbung ist und keine Haupteinnahmequelle. Die Platte ist nicht das Endprodukt ihrer Unternehmungen, sie ist lediglich ein Teil davon und insbesondere ist sie ein Teil einer reinen (möglichst gewinnbringenden und möglichst wenig Kosten verursachenden) Investition geworden und keine Haupteinnahmequelle.

    Und seht euch heute um und vergleicht es mit Tagen Anno Dazumal.
    Welchen enormen Aufwand es früher benötigte, um auf sich aufmerksam zu machen, um Platten zu Verkaufen. Heute hast Du jede Möglichkeit mit geringsten Aufwänden, um Dir einen Namen zu machen.
    Nicht (nur) um eine Platte zu verkaufen, sondern Dich als Gesamtprodukt zu verkaufen.
    Sei es belanglose Facebook und Twitter-Sch***, Guerilla-Taktiken, die Selbstvermarktung, die wenig Kosten und relativ (im Vergleich zu damals) wenig Aufwand verursacht.
    Und gehört das kostenlose zur Verfügung stellen der Musik (es ist im Grunde ja auch nur eine Information) im Sinne der Eigenwerbung nicht dann auch zu eben solchen Möglichkeiten, sich zu etablieren ?
    Und wer sagt denn, das ein zweites oder drittes Album dann noch kostenlos sein muss und wer sagt denn, das Du bis dahin nicht schon längst rentablere Dinge unternimmst, weil Dich Leute für mehr bezahlen, als nur eine Platte aufzunehmen ;-)

    Daher finde ich das Thema „Klauen der Musik“ heute auch in einem anderen Licht und finde das nicht mehr als so dermaßen gewichtig schlimm, sondern sehe es als Chance, wenn man gewisse große Ambitionen hat und sich damit einmal in allen Kernen auseinandersetzt.
    Sobald man heute etwas für umsonst bekommt, greifen die Leute doch wie bekloppt zu und ziehen sich das rein, ob sie das wollen/brauchen oder nicht.
    Hätte man früher versucht seine Musik an den Mann zu bringen „hier, schenke ich Dir, kostet nix“, wäre man im großen und ganzen doch im besten Falle nur schief angeguckt worden ;-)

  6. Taylor Swift hat alle Titel von Spotify genommen und „zufälligerweise“ brauchte es nur eine Verkaufswoche, um sich für Platin zu qualifizieren: 1,287 Millionen Mal sei ihr neues Album „1989“ in sieben Tagen verkauft worden.

    Für Künstler, die ohnehin mit ihrer Musik nix verdienen, sind Streamingdienste wenigstens 1 Möglichkeit, gehört zu werden. Denn nichts ist schlimmer für jemandem, der etwas sagen möchte, wenn ihm keiner zuhört *lach*

    Aber für Künstler mit zahlungswilliger Fangemeinde sind sie Gift, wie man an diesem Beispiel wieder sehen konnte.

    • Matthias Müller Nov 7, 2014

      Wie im Podcast erwähnt: Cro´s Song „Easy“ konnte man auch kostenlos auf seiner Homepage runterladen und er wurde trotzdem gekauft und zum Nummer 1 Hit!
      Die Frage ist, wie viel Leute kaufen sich ein Album, weil sie es nicht auf Spotify hören können? Ich denke die meisten klicken einfach eine andere Band an! Aber schwierig da an korrekte Zahlen zu kommen!

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