In der 151. Episode des delamar Podcasts haben wir uns mit dem Musikbusiness auseinander gesetzt. Unter dem Motto „Gute Bands brauchen keine Ausreden“ sprechen wir über die Dinge, die im Jahr 2012 angesagt sind, um erfolgreich ins neue Jahr zu starten. Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass heftig und kontrovers diskutiert wurde und die Herausforderungen im Musikbusiness von allen Seiten beleuchtet worden sind. Des Weiteren kannst Du dich auf einen Kontrapunkt, den Song der Woche sowie die delamar Hörerfragen freuen.

Ein guter Einstand ins neue Jahr und ich wünsche dir beste Unterhaltung beim Hören!

Gute Bands brauchen keine Ausreden – Das Musikbusiness 2012 – #151

Ah, da bist Du ja wieder und möchtest noch weitere Informationen zur heutigen Sendung. Nun, viel mehr kann ich dir gar nicht verraten. Die Sendung ist spannend und wurde nicht nur von den Moderatoren heftig diskutiert. Der Live-Chat hat sich rege beteiligt und seine vielfältige Meinung kund getan. Bei der Aufzeichnung kam es, wie es kommen musste und wir haben noch 60 weitere Minuten mit dem Chat über das Musikbusiness und den richtigen Weg gesprochen. Leider war die Aufnahme zu diesem Zeitpunkt schon lange beendet, so dass wir diese auch nicht in der Zukunft veröffentlichen werden können.

  • Was also ist der richtige Weg im Jahr 2012, um erfolgreich ins Musikbusiness zu starten?
  • Welche Optionen und Richtungen stehen dir offen?
  • Was ist unsere Empfehlung für deine Band-Promotion?
  • Wo kannst Du sinnvoll Musikmarketing betreiben?
  • Wie wichtig sind Labels für Musiker?
  • Was kannst Du von Labels erwarten?
  • Was können die Labels von dir erwarten?
  • Und dann noch unzählige Tipps & Tricks zur Selbstvermarktung für Musiker

Das und viele weitere Dinge haben wir in den folgenden 60 Minuten im Rahmen der 151. Episode des delamar Podcasts besprochen. Ich wünsche dir viel Spass und beste Unterhaltung beim Hören.

Song der Woche
Der heutige Song der Woche stammt von Bernhard Günther und trägt den Titel „Niemals“. Weitere Informationen erfährst Du auf www.justaloud.com/bgpone

delamar Hörerfragen
Warum bieten mit unterschiedliche Analyzer-Plugins unterschiedliche Ergebnisse als Kurve an? Das und mehr in der heutigen Folge.

Wenn dir die Show gefallen hat, dann schreib uns doch eine Rezension in iTunes!

Antworten

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42 Kommentare

bei “Gute Bands brauchen keine Ausreden #151

  1. Stadler Jan 11, 2012

    Gestern habe ich euren Podcast #151 gehört, auf den ich mich bereits gefreut hatte. Zugegeben: Maria wurde dieses Mal ausreichend gewürdigt. Als Hörer frage ich mich jedoch, was mir dieser Podcast gebracht hat. Ich bin noch zu keiner abschließenden Meinung gelangt, aber sicher ist: Dass „es eine selten spannende Show gewesen“ ist und „ein absolutes Muss“, klingt in meinen Ohren wie Marketing aus dem vergangenen Jahrtausend. Ich möchte euch dies gerne kurz begründen, auch deshalb, weil eure Shows tatsächlich „engagiert, leidenschaftlich und kontrovers“ sind und es mir nicht darum geht, euch persönlich anzugreifen. Dennoch hatte ich deutlich mehr erwartet.

    Maria hat viel von Zielen, Planung, Networking, usw. geredet. An welcher Stelle hat Maria gesagt, was sie sich persönlich als Ziel gesetzt hatte? Stimmt dieses persönliche Ziel mit den Zielen der Band überein? Welche einzelnen Schritte wurden geplant, um das Ziel zu erreichen? Wie wurde der Zielerreichungsgrad gemessen? Welche Abweichungen wurden festgestellt und welche Maßnahmen wurden ergriffen? Welche Konflikte, ggf. auch innerhalb der Band sind entstanden und wie wurde damit umgegangen? Antworten auf Fragen wie diese geben Aufschluss darüber, weshalb das Jahr 2011 für Maria nicht so verlaufen ist, wie ursprünglich erhofft.

    Weiterhin vermisse ich die tiefergehende Auseinandersetzung mit Erfolgsfaktoren: Üblicherweise kommen die üblichen Verdächtigen „Alphatier“, „Networking“, usw. Ich lese u. a. gerne Biographien und bin immer wieder erstaunt über die Gemeinsamkeiten, die sich bei Menschen unterschiedlicher Herkunft finden lassen. Dazu gehören z. B. Disziplin, absolute Fokussierung (oft schon im Kindesalter) und Durchhaltevermögen. Der Schlüssel dazu ist die intrinsische Motivation, also die Motivation aus sich selbst heraus. Die ist es, die nach außen als Leidenschaft in Erscheinung tritt – im wahrsten Sinn des Wortes, denn: Vorausgegangen ist die Entbehrung, der Verzicht auf all die anderen Ablenkungen, die das Leben zu bieten hat.

    Was hat das mit dem Musikbusiness zu tun: Aus meiner Sicht viel, denn die Gefahr beim Musikbusiness ist, dass bei der Beschäftigung mit unbedeutenden Erfolgsfaktoren die Meisterschaft untergeht. Euer Slogan „engagiert, leidenschaftlich und kontrovers“ bringt es auf den Punkt, denn: Diese drei Adjektive reichen nicht aus. Weder für eine gute Show noch für einen Star. Inhaltliche Tiefe, verbunden mit Demut, müssen zu den o. g. Erfolgsfaktoren hinzuaddiert werden, damit etwas Außergewöhnliches entstehen kann. Mit inhaltlicher Tiefe beziehe ich mich auf das Handwerk. Das Musikbusiness lebt von Illusionen. Eine davon ist die, man könne ohne die Beherrschung des Handwerks erfolgreich werden. Es gibt zahllose Beispiele dafür, die DJ-Kultur verbunden mit der Frage, ob DJ’s überhaupt Musiker sind, ist ein zeitgemäßes. Aus meiner Sicht handelt es sich dabei um die falsche Frage, denn ein erfolgreicher DJ beherrscht sein Handwerk. Ohne dieses Erlernen des Handwerks – was viele Stunden der Disziplin, Fokussierung und Motivation voraussetzt – fehlt eine wesentliche Grundvoraussetzung für dauerhaften Erfolg. Ich beziehe mich dabei auch auf Untersuchungen z. B. aus dem Spitzensport, die den Schluss zulassen, dass mind. 10.000 Trainingsstunden erforderlich sind, um aus einem einigermaßen Begabten einen Spitzensportler zu machen. Ich schlage vor, dass wir einfach einmal nachrechnen, wie viele Stunden noch fehlen und wie viele Jahre des Trainings noch erforderlich sind. In der Regel werden wir feststellen, dass ohne tägliches Training das Vorhaben scheitern wird. Und spätestens wenn wir mit beiden Beinen im eigenen Leben angekommen sind, fehlt oftmals nicht nur die Motivation, sondern auch die Zeit. Deshalb ist die Aussage über das, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, durchaus zutreffend.

    Diese Erkenntnis führt zum Thema Demut: Was das Heute vom Gestern unterscheidet – und dies ist dem zunehmenden Wohlstand und der Ich-Fokussierung – beschleunigt durch die Massenmedien wie z. B. Fernsehen und Internet – geschuldet, ist eine Vernebelung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit. Wir verkennen die Grenzen unserer eigenen Leistungsfähigkeit. In der Schule mutieren unsere Kinder zu Intelligenzbestien, im Beruf sind wir Leistungsträger und in unser Freizeit Künstlern und Stars. Wir schaffen uns eine Illusion, die uns vergessen lässt, das der überwiegende Teil von uns eher mit durchschnittlichen Fähigkeiten ausgestattet ist, die wenigsten Menschen überhaupt ihre eigenen Stärken (er-)kennen, geschweige denn gezielt fördern, unser Leben sehr kurz ist und wir – im Verhältnis zu Raum und Zeit – irgendwie ohne Bedeutung sind. Demut bedeutet somit, den eigenen Platz in der Welt nicht zu überschätzen und die großen schöpferischen Werke z. B. in der Musik (z. B. Mozart), der Kunst (z. B. Monet), der Architektur (z. B. Pyramiden) und Natur (z. B. Grand Canyon) von den primitiven Eigenkompositionen, den unsicheren Zeichnungen aus dem Kunstunterricht, den längst verwehten Sandburgen und gleichförmigen Schrebergärten unterscheiden zu lernen.

    Abgesehen davon lehren die meisten Biografien zudem, dass Erfolg nur bedingt planbar ist. Jede Zeit hat ihre individuellen Rahmenbedingungen, die eine wichtige Rolle spielen. Deshalb ist das Timing nicht nur für Musiker, sondern auch für den Erfolg von besonderer Bedeutung. Mode, Trends, das politische, soziale und ökonomische Umfeld sind, auch wenn wir uns den Erfolg gerne alleine zuschreiben, kaum von uns persönlich beeinflussbar. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zu sein, gehört in der Regel spätestens von Geburt an ebenso dazu, wie die Bereitschaft, sich auf die stetige Veränderungen einzulassen und diese als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung zu erkennen.

    Schlussendlich ist meine Anregung für zukünftige Podcasts die, Themen inhaltlich tiefergehend zu besprechen oder, wenn dies nicht möglich ist, auf das Thema zu verzichten. Und auf die Gefahr hin, dass diese Anregung ebenso wie in den letzten Folgen häufiger der Fall, die Anregungen von Hörern nicht ernstgenommen werden, noch ein letzter Hinweis: Demut meint auch, im Erfolgsfall die Bodenhaftung zu wahren. Botschaften, die das Publikum sendet, sind ein wichtiges Spiegelbild des eigenen Handelns. Und selbst das bescheidenste Publikum erkennt irgendwann, ob es selbst im Mittelpunkt steht oder nur als Mittel zum Zweck dient. Die Spendenbereitschaft ist ein guter Indikator ebenso wie die ernsthaft Beschäftigung mit der Frage, wie viele Hörer bereit wären, für den Podcast – anstatt ausschließlich mit dem kostbarsten Gut „Zeit“ – zusätzlich mit Geld zu bezahlen. Ich für meinen Fall habe die Frage für mich beantwortet.

    • Carlos Jan 11, 2012

      Hallo Stadler,

      danke dir für dein Feedback.
      On-Topic Musikbusiness stimme ich dir weitgehend zu, was unseren Podcast angeht jedoch nicht. Du verwendest leider eine Fake-Email, sonst hätte ich dich auch gerne mal zu einem Podcast eingeladen, damit Du deine Fragen aus deinem Kommentar stellst.

      Insbesondere finde ich schade, dass Du denkst, dass wir die Anregungen unserer Hörer nicht ernst nehmen – denn das tun wir sehr wohl.
      Allein die Frage nach der Tiefe eines Themas haben wir gerade kürzlich mit der dreiteiligen Serie zu Hall beantwortet. Spontan fallen mir auch die beiden Songanalysen ein, die sehr tief einsteigen und wenn ich etwas länger darüber nachdenke, werden noch etliche Folgen hinzukommen.

      Über die Sache mit den Spenden muss ich noch ein Weilchen nachdenken, bevor ich mich endgültig dazu äußere.
      Im Moment ärgere ich mich erst einmal über deine Aussage zur Korrelation von Spenden und Qualität des Podcasts. Sie zeigt mir, dass (zumindest dir) nicht klar ist, welches Commitment die Produktion eines wöchentlichen Podcasts für uns bedeutet und wie viel Informationen in jeder einzelnen Show stecken und gleichzeitig wie defizitär der ROI (Return of Investment) für uns und das Unternehmen delamar ist.

      Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, die Show im aktuellen Format einzustellen und einfach nur noch den Teil am Leben zu erhalten, der sich rechnet.

      Herzliche Grüße,
      Carlos

    • Matthias Jan 11, 2012

      Hallo Stadler,

      was willst du eigentlich mit deinen Kommentaren erreichen?

      Ich komme irgendwie nicht dahinter. Das liegt daran, das ich dich zu wenig kenne.

      Stell dich doch mal kurz vor, was Du so machst!

      Du arbeitest nicht zufällig beim Wachdienst, oder?

      gruß Matthias

      • Stadler Jan 11, 2012

        Hallo Matthias,

        was ich mit meinem ersten Kommentar erreichen wollte, steht im letzten Absatz meines ersten Kommentars: „Schlussendlich ist meine Anregung für zukünftige Podcasts die, Themen inhaltlich tiefergehend zu besprechen oder, wenn dies nicht möglich ist, auf das Thema zu verzichten.“

        Weshalb ich das erreichen möchte, steht im ersten Absatz meines zweiten Kommentars in Reaktion auf Carlos: „Das würde ich nicht tun, wenn mir nicht auch etwas an Delamar liegen würde.“

        Ansonsten: Ich bin ein Rezipient, der sich durch den Website-Betreiber aufgrund von „Sag uns deine Meinung!“ aufgefordert sah, seine Meinung zu Podcast #151 kund zu tun. Wenn damit eine Vorstellungsrunde und Realnames verbunden sein sollten, kann der Website-Betreiber darauf zuvor hinweisen.

        Ich diskutiere gerne mit dir inhaltlich. Was die Frage nach dem „Wachdienst“ damit zu tun haben sollte – ich weiss es nicht.

        Falls du der Matthias aus dem Podcast bist: Ich finde du kommst immer positiv rüber, bringst sehr gute Beiträge und ich bin immer gespannt auf deinen Gruß am Ende der Sendung. Finde auch sehr interessant, was du von dir über dein Ausbildung und Selbstständigkeit erzählt hast. Hut ab und weiterhin viel Erfolg.

        Stadler

  2. Stadler Jan 11, 2012

    Hallo Carlos,

    danke für deine Reaktion. Schade, dass du dich nicht inhaltlich mit meinem Kommentar auseinandersetzt und stattdessen die Drohung, den Podcast einzustellen, aussprichst. Geht es dir darum, dass möglichst viele Hörer schreiben, wie toll Delamar ist? Geh‘ bitte einfach davon aus, dass auch ich mir (zuviel) Zeit genommen hatte, um meinen Kommentar zu schreiben. Das würde ich nicht tun, wenn mir nicht auch etwas an Delamar liegen würde.

    Dass ich eine Fake-E-Mail-Adresse verwende, ist für dich vielleicht unschön: Ich gestatte mir einfach das Recht, anonym bleiben zu wollen. Der Name Stadler ist in Anlehnung an die Muppets gewählt: Mir sind Stadler & Waldorf näher als Kermit und Piggy. Abgesehen davon bist du für mich ebenfalls anonym: Ob jetzt als Carlos oder XYZ, ich kenne dich nicht persönlich und weiß über dich nur, dass du Delamar betreibst. Namen sind somit Schall und Rauch.

    Mit deiner Einladung zu einem Podcast hatte ich – das hört sich überheblich an – gerechnet. Daran habe ich jedoch kein Interesse, denn nur weil ich – wie Stadler & Waldorf – den Finger in die Wunde lege, möchte ich noch lange nicht mit Kermit & Piggy – im übertragenden Sinn – tauschen.

    In Bezug auf den Punkt „Hörer ernst nehmen“: Hör’ die einfach mal selbstkritisch die ersten ca. 15 Minuten zum Podcast an und wie ihr mit dem Kommentar zur Selbstbeweihräucherung umgegangen seid. Oder nimm die regelmäßigen Bezüge auf die Anmerkungen zum Thema „Lachen“ (deren Hintergründe ich nicht kenne). Es ist eine Frage des Stils: Der eine mag’s, der andere nicht. Auch mir gehen die überbetonten Ansagen und Erfolgsmeldungen auf den Nerv, so wie dem Kollegen, der den Kommentar geschrieben hatte. Eigenwerbung ist gut, die Jungs bei z. B. Audionowcast können das besser. In den Zusammenhang passt auch ganz gut, dass auf der einen Seite die Unabhängigkeit von Delamar betont wird, auf der anderen Seite jetzt regelmäßig dieses Alesis-Teil im Podcast erwähnt und die Gewinnspiele mit Produkten z. B. von Native Instruments und Mackie durchgeführt werden. Bei mir erzeugt das – sicher zu Unrecht – ein unangenehmes Gefühl. Und das ganz sicher nicht wegen Delamar an sich, sondern weil wir tagtäglich erleben, wie mit unserem Vertrauen umgegangen wird. Insofern fühle ich mich auch nicht ernst genommen, wenn einerseits von Unabhängigkeit die Rede ist und auf der anderen Seite die Werbetrommel gerührt wird.

    Was deinen Ärger aufgrund meiner Aussage bzgl. der Spendenbereitschaft als Indikator betrifft: Du hast Recht, mir ist dein Commitment nicht bewusst. Wie sollte das auch anders sein. Allerdings habe ich selbst in andere Projekte – außerhalb der Musikbranche – sehr viel Zeit investiert. Insofern kann ich deine Reaktion verstehen. Dennoch denke ich, dass die Spendenbereitschaft etwas darüber aussagt, was den Hörern der Podcast wert ist. Dass du mich dafür kritisierst, auf der anderen Seite aber diese Worte selbst im Podcast verwendest („und zeige uns damit, was dir dieser Podcast wert ist“), ist für mich nicht nachvollziehbar. Die Korrelation zwischen Spende und Wert wird mir als Hörer mit jedem Podcast suggeriert. Abgesehen davon finde ich, dass die Frage, ob die Hörer für den Podcast auch etwas bezahlen würden, durchaus berechtigt. Musiker stellen sich diese Frage doch auch regelmäßig und ein Großteil der Diskussion zum Musikbusiness dreht sich genau um diese Frage.

    Was die Tiefe der Podcasts angeht, habe ich mich – wie ich finde – klar ausgedrückt. Zum einen bezieht sich mein Kommentar auf die Folge 151. Zum anderen hatte ich den Wunsch geäußert, Themen entweder tiefergehend zu besprechen (Die von dir genannten Podcasts sind ein wirklich gutes Beispiel dafür!) oder lieber keinen Podcast zu machen. Es geht halt – wie in der Musik auch – nicht nur darum, irgendwas zu produzieren, sondern etwas Außergewöhnliches zu produzieren. Dass die Serie zum Hall & Reverb gelungen war, haben die Spenden übrigens belegt ;-)

    Schlussendlich: Die Frage, ob ein solches Engagement wirklich Sinn macht, wenn es defizitär ist, kann ich für dich nicht beantworten. Ich persönlich habe für mich festgestellt, dass Zeit das wertvollste Gut ist und die Opportunitätskosten entscheidend sind. Die Frage lautet: Was könntest du in der Zeit alternativ tun und welchen Nutzen hättest du davon? Mit dieser Frage beschäftige ich mich regelmäßig und ich habe für mich eine Antwort gefunden. Angenommen ich wollte Musikproduzent sein: Dann würde ich produzieren. Angenommen ich wollte Musiker sein: Dann würde ich üben und regelmäßig auftreten. Angenommen ich wollte Journalist sein: Dann würde ich für einen Verlag arbeiten. Was ich jedoch nicht mehr machen würde, wäre selbstlos meine Zeit für Themen opfern, die mich a) meine Anlagen nicht ausschöpfen und meine Fähigkeiten nicht erweitern lassen und b) mein Leben regelmäßig z. B. durch Verpflichtungen, negative Ereignisse oder anderweitig belasten, anstatt es zu bereichern.

    Lass es uns dabei bewenden: Ich schätze euer Engagement und habe daher meine kostbare Zeit verwendet, um zwei Kommentar zu verfassen, die mehr zum Nachdenken, statt zum ärgern geeignet sind. Dennoch fühlst du dich aufgrund meines Kommentars verärgert – das ist dein Recht. Ich war davon ausgegangen, dass du – da du in den Podcasts „harte“ Ansprüche an Musiker stellst – damit umgehen kannst, frei nach dem Motto: „Hey, wenn du auf der Bühne stehst und das Publikum „Buh!“ schreit, spiel weiter. Ein größeres Lob kann dir nicht zuteil werden!“ Sicher würdest du nicht empfehlen: Tritt ans Mikro, erzähl dem Publikum wie beschwerlich und defizitär dein Musikerdasein ist, wie viel Mühe dich die Vorbereitung auf den Gig gekostet hat und wie viele Stunden du dich mit Equipment abgeschleppt hast.

    In diesem Sinn: Over und Ende
    Stadler, der jetzt seine Opportunitätskosten berechnen muss ;-)

    • Carlos Jan 11, 2012

      Hallo Stadler,

      again. Mir war schon klar, dass Du nicht den Mut aufbringen würdest, deiner Sache ein Gesicht und eine Stimme zu geben – ich war nur auf die Begründung gespannt. Denn genau hier unterscheiden wir uns: Wir stellen uns der Kritik unserer Hörer und gehen offen damit um. Insofern hättest Du auch nicht den Namen Stadler missbrauchen sollen – denn die beiden in der Muppetshow haben sich nicht versteckt. Weder sie noch wir geben uns damit zufrieden, einen Seitenhieb zu verteilen und dann schnell in Deckung zu gehen. Während des Live-Podcasts habe ich erwähnt, dass wir das iO Dock von Alesis gestellt bekommen haben. Haben wir kein Geheimnis draus gemacht, es ist nur dem 60-Minuten-Sendezeit-Korsett zum Opfer gefallen. Unabhängig bedeutet noch immer, dass wir unsere Entscheidungen selbst treffen und dazu gehören auch Werbedeals.

      Schau, ich muss berufsbedingt mit Kritik umgehen können, da ich täglich damit konfrontiert werde. Darunter findet sich zumeist positive Kritik, oft auch nachvollziehbare, gerechtfertigte und manchmal eben welche, deren Dreistheit mich verwundert.

      Ein Beispiel: Wenn mich ein Bekannter in sein Wohnzimmer einlädt, dann freue ich mich darüber und gehe hinein. Ich sage ihm aber nicht, wie er seine Couch aufzustellen hat und dass seine weissgestrichene Wand langweilig ist. Ich freue mich einfach, dass er mir die Sitzgelegenheit und seine Zeit anbietet. Was also sollen wir bei delamar denken, wenn einer uns sagt, dass wir unseren Humor (Couch) einstellen sollen und bitte nur noch Infos (Wand) liefern sollen?

      Und noch eines: Wenn ich den Typen eigentlich gar nicht mag, dann besuch ich ihn einfach nicht mehr. Aber ich versuche nicht, ihn gänzlich umzubiegen. Ich kann verstehen, wenn einer den Podcast nicht mag. Ich verstehe auch, wenn einer mich nicht mag. Manchen Menschen würde es sicherlich besser gehen, wenn sie die Welt (und unseren Podcast) mehr wie einen Supermarkt verstünden. Du schiebst deinen Wagen durch die Gänge und legst die Waren hinein, die dich interessieren. Wenn das Waschmittel nicht nach deinem Geschmack ist, dann lässt Du es einfach stehen.
      Und ehrlich: in all den Jahren, die ich während meiner Schulzeit im Supermarkt Geld verdient habe, habe ich nie erlebt, dass sich jemand beim Chef darüber beschwert hätte, neben dem guten Persil stünde auch noch ein überflüssiges Dash. Die Leute haben es einfach stehen lassen. Dürfen wir als Macher ein solches Verhalten etwa nicht erhoffen?

      Um das ganze zu Resümieren: Ich bin offen für konstruktive Kritik, aber mag es nicht, wenn mir Leute erzählen, in welcher Farbe ich mein Wohnzimmer streichen soll. Die Diskussion in diesem Podcast hat deine Probleme/Fragen/Wissenslücken wohlweislich nicht lösen können und nun wünschst Du dir, dass wir diese noch für dich lösen. Dafür warst Du bisher bereit 0,- Euro zu spenden und Du schreibst, dass Du auch in Zukunft nicht spenden wirst. Du bleibst lieber in der Anonymität, aus der Du deine Kritik noch mit einigen Seitenhieben garnierst. Dann erwartest Du noch, dass wir dankbar dafür sind, dass Du dir Zeit nimmst die von uns kostenlos produzierten und mit wertvollen Informationen sowie Erfahrungen gespickten Sendungen zu hören.

      Vielleicht sollte ich dir ja Geld spenden anstatt mich zu ärgern?

      • Stadler Jan 11, 2012

        Hallo Carlos,

        eine Spende von dir wäre prima – allerdings führe ich mein Konto nicht unter dem Namen Stadler.

        Wenn man so verärgert ist wie du, macht es erfahrungsgemäß Sinn, mit der Reaktion 24 Stunden zu warten. Es ist einfach unsinnig, derart mit meiner Kritik als Hörer deines Podcasts 151 umzugehen. Du forderst mich im Podcast sowie auf deiner Website dazu auf. Gleichfalls bietest du die Möglichkeit des anonymen Feedbacks. Ich nutze die Möglichkeiten, die du mir anbietest. Dass du mit dem Ergebnis nicht umgehen kannst ist – sorry – dein Problem, nicht meines. Setzt dich bitte inhaltlich mit meinen Kommentaren auseinander, anstatt von Wohnzimmern und Supermärkten zu schreiben.

        BTW: Ich habe immer mal wieder über die Spenderei an dich nachgedacht, bin aber nie zu einem wirklichen Ergebnis gekommen. Ich spende an wohltätige Institutionen – aber ich gehe z. B. nicht in ein Restaurant essen, bei dem ich am Ende den Preis bestimmen soll. Zudem ist mir nicht klar, wofür bei euch die Spenden verwendet werden. Ist’s für die Grillparty oder für ein Unternehmen oder beides. Für mich als Hörer ist das intransparent und solange das der Fall ist, spende ich in der Tat nichts.

        Das heißt aber nicht, dass ich nicht bereit wäre, für einen guten Podcast Geld zu zahlen. Vorstellen kann ich mir einiges, z. B. ungekürzte Versionen oder Spezialthemen. An mir liegt es jedenfalls nicht.

        Was das Thema Unabhängigkeit/Werbung betrifft: Auch hier könntest du einfach sachlich dich mit meinem Beitrag auseinandersetzen. Für deine Hörer ist Delamar nicht transparent. Wir kennen dich nicht und wissen nicht wie du Geschäfte machst. Ich unterstelle dir nichts Böses und finde super, dass Alesis dir das IO-Dock zur Verfügung gestellt hat. Bei meinem Hinweis ging es mir darum, dir zu verdeutlichen, dass deine Glaubwürdigkeit der Unabhängigkeit bei gleichzeitiger Werbung für das IO-Dock schaden nehmen könnte. Gerade die Unabhängigkeit hatte ich bei Delamar sehr geschätzt, da andere Websites zum Thema sich unabhängig geben, es aber nicht sind. Du verspielst mit deinen Webehinweisen und Gewinnspielen aus meiner Sicht allerdings ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal.

        Wie auch immer: Für den heutigen Tag haben wir ausreichend aneinander vorbei kommuniziert und irgendwie ärgere ich mich jetzt auch ein wenig, dass ich gehofft hatte, dass du ein etwas coolerer Typ bist.

        Stadler

      • Carlos Jan 11, 2012

        Hallo Stadler,

        schade, dass Du mit den Analogien des Wohnzimmers und des Supermarktes nicht zurecht kommst. Hier steckte mehr als nur eine Geschichte drin.
        Einen letzten Tipp bekommst Du noch im Klartext, um sicher zu gehen, dass er nicht genauso unverstanden bleibt:

        Wenn Du eine inhaltliche Auseinandersetzung mit deinen Fragen wünschst, hör auf, verstecktes Gift in deine Kommentare zu packen.

        Herzliche Grüße,
        Carlos

  3. Hallo zusammen!

    Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich mich hier einmischen soll. Nun, was soll´s … ich mach es einfach mal.

    Die Kritik, die Du an an der Folge 151 äußerst, lieber Stadler, kann ich zum Teil nachvollziehen. Das Thema der Folge ist wirklich schwierig zu bearbeiten, insbesondere, wenn man einkalkuliert, dass die Hörerschaft konkrete Ratschläge bekommen möchte, wie man es denn am besten im Bizz schaffen kann. Vielleicht meinst Du das auch mit „Tiefe“, die Dir in dieser Folge abging. Insofern hätten wir zu Beginn sofort klarstellen müssen oder zumindest besser herausstellen müssen, dass diese Folge eben (leider) nicht mit konkreten Tipps enden kann, wie man zum erfolgreichen Profimusiker wird.

    Ich persönlich finde aber, dass diese Folge durchaus Tiefgang hatte. Allein die Ausführungen von Maria bieten Dir und anderen Hörern enorm „tiefe“ Einblicke in die Höhen und „Tiefen“ des Bizz. Ich finde es auch höchst bemerkenswert, dass eine Musikerin hier echte und authentische Einblicke in ihren Alltag und besonders in ihre Sorgen und Nöte des letzten Jahres bietet. Das findest Du – meiner bescheidenen Meinung nach – sonst so gut wie gar nicht.

    Die Tatsache, dass wir in der Folge 151 dieses Thema (erneut) aufgegriffen haben, ist u.a. Folge des enormen Feedbacks, welches wir im letzten Jahr auf einen gleichnamigen Artikel von Carlos bekommen haben. Ich denke, dies ist ein (weiterer) schlagender Gegenbeweis gegenüber Deiner These, wir würden die Anregungen und Wünsche unseres Publikums nicht ausreichend würdigen.

    Dein Bemerkungen zu den Spenden war dann doch sehr spitz und vielleicht auch bewusst provokant. Vielleicht denkst Du noch einmal kurz darüber nach.

    Noch ein allgemeineres Wort zum Thema der 151. Folge: Ich finde es persönlich sehr schade, und ich spreche jetzt aus der Sicht eines Nicht-Profimusikers, dass die Kulturform Musik bzw. des Musizieren als solche (und nicht als Geschäft) ständig unter ökonomisches Kalkül gestellt wird. Damit mutiert sie letzten Endes zu dem, was Theodor W. Adorno und Max Horkheimer u.a. mal „Kulturindustrie“ genannt haben, mit allen entsprechenden Folgen für die Kulturschaffenden, die Kulturrezipienten und schließlich das Werk an sich. „Verdinglichung“ auf allen Ebenen, sag ich da nur. Mir ist natürlich bewusst, dass ein Profimusiker zusehen muss, dass er mit seiner Musik sein Geld zum Lebensunterhalt verdienen können muss. Dieser Notwendigkeit muss und möchte ich mich als Musiker (ohne das Präfix „Profi-„) aber doch nicht zwangsweise und unter allen Umständen unterwerfen. Ich denke, dass man sich als ambitionierter Amateurmusiker den „Luxus“ nicht verderben lassen sollte, schlichtweg Musik wegen des Musikmachens zu machen. Sinn, Zweck und Wert dieser Praxis (fast schon im klassisch altgriechischen Begriffssinn im Gegensatz zu poiesis) liegt hier in diesem „Tun“ und im Werk selbst, unter Einschluss aller interaktiv Mitschaffenden. Das mag unter der Knute wirtschaftlichen Effizienzdenkens vielleicht romantisch klingen. Aber, was soll´s …. dann bin ich halt ein Romantiker und als solcher in bester Gesellschaft, wenn man dabei an die Kulturepoche denkt ;-)

    In diesem Sinne …. ROCK ON!
    Jens

    • Stadler Jan 11, 2012

      Hallo Jens,

      danke für dienen Beitrag, mit dem du zeigst, dass du mich als Hörer ernst nimmst.

      Deine Denkansätze zur Folge 151 gehen in die richtige Richtung. Mit Tiefe meinte ich dennoch etwas anderes: Ich hätte mir gewünscht, dass von euch die richtigen Fragen gestellt worden wären. Welche Fragen das hätten sein können, habe ich aus meiner persönlichen Sicht – die selbstverständlich nicht repräsentativ ist – in meinem 1. Kommentar aufgeführt.

      Insofern habe ich auch nicht die konkreten Tipps vermisst. Die Tatsache, dass Marias Erfahrungen erneut aufgegriffen wurde, ist mir bekannt: Ich hatte im vergangenen Jahr bereits kritisiert, dass Maria nicht ausreichend gewürdigt wurde. Maria hat darauf am Anfang der Sendung 151 hingewiesen.

      Was meine Anmerkung, dass Ihr eure Hörer nicht Ernst nimmt betrifft: Ich hatte diese Anmerkung meines Erachtens nicht generalisiert, sondern mit Beispielen hinterlegt. Die von dir angeführten Gegenbeweise sind korrekt. Sie ändern aber nichts an meinem Empfinden, dass die Sensibilität für das Thema in eurer Runde noch etwas stärker ausgeprägt sein könnte.

      Was meine Anmerkung zu den Spenden betrifft: Nein, ich bleibe bei meiner Sichtweise und ich finde auch, dass eine kontroverse Diskussion zulässig ist. Schließlich ist der Spendenteil auch Teil des Podcasts. Abgesehen davon: Warte einfach mal die nächste Sendung ab. Vielleicht trägt doch gerade mein Kommentar dazu bei, dass sich die Spenden erhöhen. Das wäre dann ein guter Indikator für mich, dass meine These mit der Korrelation falsch ist. Gönnen würde ich es euch.

      Da wir gerade beim Thema Zahlungsverkehr sind: Deinen Hinweis auf Adorno und Horkheimer finde ich sehr gelungen. Mach’ doch darüber mal eine Sendung. Ich finde auch, dass der Hinweis sehr gut zu dem passt, was du im Podcast 151 gesagt hast, nämlich, dass du die Musik im Internet kostenlos zur Verfügung stellst und den Tonträger auf Konzerten verkaufst. Hör’ dir einfach die Stelle im Podcast nochmal an und achte auf die Reaktionen deiner Mitstreiter. Ich wunderte mich über die Überraschung und stelle bei dir die von mir genannte intrinsische Motivation fest. Abgesehen davon finde ich, dass du „frischen Wind“ in den Podcast gebracht hast und deine Beiträge dort ebenso interessant sind, wie der Teil deines Kommentars über Adorno und Horkheimer. Zudem war das sachlich und auf das eigentliche Thema des Podcasts bezogen: Das finde ich als Hörer gut.

      Bleib dir treu und weiter so!
      Stadler

      • Hallo Stadler!

        Danke für Deine netten Worte an mich! Aber ich muss der Richtigkeit halber klarstellen, dass ich es nicht war, der im Podcast davon berichtet hatte, meine Musik im Netz umsonst anzubieten und auf den Gigs CD´s zu verkaufen. Das war Moritz, wenn ich mich nicht irre.

        Um mal etwas Luft aus dieser „heißen Diskussion“ herauszunehmen: Ich glaube, dass auch Carlos Dich als Hörer ernst nimmt, zumindest was Deine konstruktive Kritik in Deinem ersten Beitrag betrifft. Carlos hat sich – seinen Kommentaren nach – sehr über Deinen spitzen Kommentar zu den Spenden geärgert (ich übrigens auch) und das hatte sich heute über den Tag einfach hier hochgeschaukelt. In diese Richtung ging auch mein: „Vielleicht denkst Du noch mal darüber nach“. Ich wollte und will einfach ein bisschen schlichten. Letztendlich finde ich Deine Anregungen aus Deinem ersten Kommentar auch sehr interessant und brauchbar. Carlos übrigens auch, wenn Du Dir noch einmal die ersten Sätze seiner ersten Antwort auf Deinen ersten Kommentar anschaust.

        So, und jetzt habt Euch wieder lieb!

        ;-)

        Greetz
        Jens

    • Thomas "thommytulpe" Nimmesgern Mrz 2, 2012

      Hallo!

      Ich möchte im folgenden auf Jens‘ Sozialromantik eingehen.

      [ „Sozialromantik“ meine ich in diesem Zusammenhang nicht als überspitzende Verunglimpfung – ich benutze dieses Wort hier deswegen, weil ich hoffe, dass Leser damit sofort vor Augen haben, was ich meine. Also: ein Wort statt vieler Sätze. :-) ]

      Ich will an dieser Stelle zwei Zitate anbringen, die ich an anderswo eingebracht habe:

      (A)
      Auf http://diskurs.dradio.de/2012/03/01/plotzlich-sind-wir-alle-urheber/ unter dem Titel „Plötzlich sind wir alle Urheber“ bin ich bei den Kommentaren auf den Zusammenhang zwischen Kunst und Geldverdienen eingegangen. Ich hab‘ in einer überspitzenden Polemik folgendes dort geschrieben:

      „Wär’s […] nicht konsequent, jedem Urheber jegliche Art von Einnahmen aus seinem Werk zu verbieten? Sollten wir nicht jeden Urhebern vielmehr dazu zwingen, seine Werke zu veröfffentlichen, um im Sinne einer kreativen Bereicherung der Welt dem öffentlichen Interesse an Kunst und Kreativität Rechnung zu tragen?

      “innovative Bezahlsysteme á (sic!) la VG Wort” sind da doch nur der halbe Weg – da bekommen die Urhebern ja Geld und kommen womöglich auf die Idee, mit ihren Werken etwas verdienen zu wollen … nein, jegliche Verknüpfung von Urheberschaft und finanziellem Verdienst gilt es […] aufzuheben, bestenfalls gesetzlich zu verbieten und gesellschaftlich zu verunmöglichen. Nur so können wir dem gesellschaftlichen Anspruch auf Kreativität Rechnung tragen.

      Das lese ich aus diesem Beitrag heraus. Alles andere ist inkonsequent. Oder wie?“

      Das war -zugegeben- sehr polemisch. Es sollte deutlich machen, dass ich es nicht für zu Ende gedacht halte, wenn man eine Trennung zwischen Kunst und Kommerz fordert.

      (B)
      Auf http://www.facebook.com/deutschlandfunk/posts/280808935320644 (wo der Deutschlandfunk auf den Artikel „Plötzlich sind wir alle Urheber“ hinweist) hab‘ ich mir auch ein paar Kommentare erlaubt. Einen davon will ich hier wiederholen:
      „‎’Wieso kann die Produktion geistiger Güter nicht unabhängig von den Zwängen des Tausches und der kapitalistischen Reproduktion stattfinden?‘
      1.) Weil Kreativität Zeit, Geld und Nerven kostet, damit sie entstehen kann. Von selbst amcht sich das nicht.
      2.) Wer etwas leistet, was anderen sehr gut gefällt, wird in allen anderen Bereichen des Lebens honoriert – nur bei Kreativität und Kunst wird das als anrüchig angesehen.“

      Vor allem der zweite Punkt macht deutlich, warum ich Jens (zumindest in Teilen) widersprechen möchte: Wenn ich aus eigenem Antrieb Qualität erbringe, dann habe ich Anspruch auf eine Wertschätzung (sei es nun gesellscaftlicher oder finanzieller Art).
      Das ist nach meinem Verständnis ein Credo unserer Gesellschaft, und das finde ich _zumindest_im_Grundsatz_ nicht schlimm.
      Mir erschließt es sich nicht, dass Künstler von dieser Wertschätzung ausgeschlossen werden sollen.

      * * * * * *

      Jens‘ Kommentar will ich nicht in Gänze widersprechen. Es hat -das sehe ich auch so- einen gewissen Reiz, Musik und Kunst unabhängig von der wirtschaftlichen Verwertbarkeit zu erschaffen (was heutzutage auf „Hobby“ hinausläuft).
      Die Möglichkeit der wirtschaftlichen Ausrichtung muss -und da widerspreche ich Jens- nicht unbedingt die Verdinglichung der Kunst mit sich bringen. Es gibt trotz der Kulturindustrialisierung Künstler und Rezipienten, die an ihren eigenen Kriterien der künstlerischen Bewertung festhalten – einfacher gesagt: Auch heutzutage sind Qualität und Können ein wichtiges Kriterium.
      Das gilt nicht für alle…aber es gibt immer noch Leute, die für künstlerischen Mist kein Geld bezahlen wollen (auf der Rezipientenseite) oder die mit Kunstveröffentlichungen nicht nur Geld verdienen wollen, sondern auch mit Qualität überzeugen möchten (auf der Urheber- und Verlegerseite).

      • Lieber Thomas,

        danke für Deinen Beitrag. Ich glaube allerdings, dass Du mich hier ein wenig überinterpretierst. Ich hatte mit meiner Kulturindustrie-Kritik nicht sagen wollen, dass Künstler mit ihrem Werk grundsätzlich nicht Geld verdienen sollen. Ich sagte nur, dass ich mich dem Gebot der Verwertung als Amateur nicht zwangsläufig unterwerfen muss und es auch nicht tue.

  4. So, dann ich auch noch, dann haben wir fast alle :-)

    Ich machs kürzer:

    1) Ja, ich finde auch, der Podcast hätte „strukturierter“ sein können, was aber nicht dran lag, dass wir keine Struktur hatten, sondern, dass wir teilweise sehr konroverse Meinungen hatten, die halt in einer Stunde nicht mehr zugelassen haben. Daher wird das nicht das letzte Mal sein, dass wir über dieses Thema sprechen.

    2) Bitte schaut in den TITEL des Podcasts. Es ging um MusikBUSINESS. Und Business = kom. Vermarktung von Musik. Es geht hier bewusst nicht um Kunst, oder ob kom. Vermarktung von Musik sinnvoll/wichtig ist. Das muss jeder für sich selbst entscheiden…hier war es aber Thema.

    3) Wir werden bestimmt noch einmal einen Podcast machen, wahlweise auch vielleicht mal wieder mit einem Vertreter aus dem Business. Was vielleicht ein wirklich Sinnvoller weg gewesen wäre, wenn ich meinen Weg aufgezeigt hätte, und die Fehler, die passiert sind (so wie Stadler es geschrieben hat), allerdings wäre das dann ein langer Monolog geworden..und kein Podcast…vielleicht schreib ich ein Buch :-)

    4) Alles jetzt mal tief durchatmen…das Thema ist Kontrovers und hier ist wieder VIEL zu Emotional geworden…..:-)

    Also Love and Peace, und für
    @Jens: Happy Metal never dies :-P

    • Stadler Jan 11, 2012

      Hallo Maria,

      deine Analyse ist zutreffend. Erwartet hatte ich, dass deine Kollegen dir gezielte Fragen stellen. Das ist das, was ich unter Würdigung für deine Offenheit verstanden hätte. Die kontroverse Diskussion im Podcast und auch z. T. hier, hat jedenfalls keine neuen Erkenntnisse gebracht. Ich hatte das im vergangenen Jahr bereits bemängelt und du kennst ja auch meinen Kommentar dazu.

      Wenn du ein Buch schreibst: Bitte aus den Erfahrungen mit der CD lernen. Ich bevorzuge die Kindle-Ausgabe ;-)

      Stadler

  5. Hahahaha … „Happy Metal Never Dies!“
    Maria, Du hast es erfasst! Ich schmeiß mich weg …

    Noch mal zur Klarstellung: Der letzte Absatz meines ersten Postings war nicht als (Eigen-)Kritik der 151. Folge gedacht und gemeint, sondern sehr allgemein und ist zudem aus der Perspektive eines Nicht-Profimusikers verfasst. Ich hatte mich persönlich im Podcast selbst nicht zuletzt aus diesem Grund etwas zurückgehalten, eben weil ich mir den „Luxus“ erlaube, Musik aus reiner und purer Leidenschaft betreiben zu können, ohne wirtschaftliches Kalkül beachten zu müssen. Der Einblick in Sorgen und Nöte eines Profimusikers oder doch zumindest professionell ambitionierten Musikers, den Du uns, liebe Maria, in der letzten Folge gegeben hast (wie auch schon im Jahr zuvor), hat auch mich als Mit-Podcastler sehr beeindruckt (oh Gott, ich hoffe, ich darf das hier schreiben, ohne es als Selbstbeweihräucherung von delamar um die Ohren gekloppt zu kriegen); Struktur hin oder her. Ich fand´s gestern gut … basta! ;-)

    Liebe Grüße
    Jens

  6. Phunkateer Jan 11, 2012

    Die Folge fand ich sehr gut!
    Die elendlangen Kommentare von Stadler hier eher nicht.

    Nuff said.

    • Stadler Jan 11, 2012

      Ach ihr jungen Leut, selbst das Lesen ist euch mittlerweile zu anstrengend. Kriegt lieber was auf die Ohren. Vielleicht baut der Carlos eine Audio-Kommentarfunktion für euch ein, dann lese ich meine Kommentare vor. Und: ohne Spendenhinweis, versprochen.

      Apropos Spende: Zeig doch dem Team von Delamar, dass dir die Folge 151 etwas wert war, indem du spendest. Damit tust du nicht nur etwas Gutes, sondern zeigst auch, dass meine These falsch ist. Frage aber jetzt bitte nicht: Welche These?

  7. Leute, Leute,

    ich kann nur sagen: Bleibt, wie Ihr seid und pflegt Eure Unabhängihkeit Eures Podcasts. Ich finde, es gibt zu wenig, wie Euch!

  8. Stadler Jan 11, 2012

    Hallo Carlos, leider kann ich auf deinen Beitrag von 19:02 Uhr weiter oben nicht antworten, da die entsprechende Funktion fehlt.

    Damit du mir nicht erneut „verstecktes Gift“ vorwerfen kannst, schreibe ich es klar und deutlich: So wie du heute reagiert hast, traue ich dir eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den von mir genannten Aspekten nicht mehr zu. Es macht somit keinen Sinn, auf deine Geschichten aus dem Supermarkt einzugehen.

    Als Herausgeber der Podcasts und der Website hast du heute nicht klug gehandelt. Der Großteil deiner Bemühungen war darauf ausgerichtet, von den sachlichen Aspekten meiner Beiträge abzulenken und stattdessen die Anonymität hervorzuheben: Das ist ungeschickt schon deshalb, weil selbst deine Mitstreiter hier ausschließlich mit Vornamen und ohne den Hinweis (delamar) auftreten. Selbst mir als Hörer und Leser ist unklar, ob der Beitrag von dem Matthias aus deinem Podcast geschrieben wurde. Und auch Phunkateer und Spemann scheinen mir keine der von dir geforderten Identitäten zu sein. Was jedoch alle genannten von dir unterscheidet ist: Die nehmen sich nicht so wichtig und zeigen, dass es inhaltlich auch anders geht.

    Stadler

    • Carlos Jan 11, 2012

      Lieber Stadler,

      allein Du möchtest diese Diskussion auf die Anonymität und meine Person reduziert sehen. Tatsache ist jedoch, dass ich dich in den Podcast eingeladen habe und Du dich nicht der angeblich von dir gewollten inhaltlichen Auseinandersetzung hast stellen wollen. Vielleicht ging es dir ja auch nie um diese?

      Entweder kannst oder willst Du nicht verstehen, dass ich hier und jetzt keine inhaltliche Diskussion (mehr) mit dir möchte. Du wechselst evasiv von einem Thema auf das nächste und schmückst deine „inhaltliche Kritik“ immer wieder mit persönlichen Angriffen gegen meine Person oder giftigen Seitenhieben gegen den Podcast .
      Wie eben in deinem letzten Kommentar wieder. Denn ob ich mich wichtig nehme oder nicht ist für die ganze Sache vollkommen irrelevant.

      Beste Grüße
      Carlos

      • Stadler Jan 12, 2012

        Hallo Carlos,

        sie steht dir gut, die Rolle des Opfers!

        Ich hatte dich in meinem Eingangsbeitrag weder persönlich angesprochen noch persönlich kritisiert. Stattdessen habe ich ausführlich die Themen genannt, die ich vermisst habe.

        Im Gegensatz dazu hast du bereits in deiner ersten Antwort verärgert reagiert. Statt auf meine inhaltlichen Argumente sachlich einzugehen, hast du allen dein Leid mit dem ROI geklagt und angedeutet, darüber nachdenken zu müssen, „die Show im aktuellen Format einzustellen“. Applaus, denn das war sehr sachlich und professionell!

        Dass du mit mir „hier und jetzt keine inhaltliche Diskussion (mehr)“ möchtest, stand somit bereits mit deiner ersten Antwort fest. Die Einladung in die Sendung war nicht mehr als der durchsichtige Versuch, die Anonymität aufzuheben. Da dir dies nicht gelungen ist, hast du auch in deiner zweiten Antwort – nachdem ich dich auf die vermisste Sachlichkeit aufmerksam gemacht habe – erneut nicht mit dem Thema des Podcasts beschäftigt. Stattdessen suggerierst du, ich hätte nie eine inhaltliche Auseinandersetzung gewollt: lächerlich!

        Wahrlich, sie steht dir wirklich gut, die Rolle des Opfers: mehr als die des Moderators. Denn als Letzterer hättest du im Nachhinein von Anfang an schreiben können, dass die Kommentarfunktion nur ein Fake ist, es sei denn, es kommt Zuspruch auf dem Niveau einer „selten spannenden Show“. Die klare Ansage hätte ich akzeptiert. Deine Einstellung mir als Hörer gegenüber hat mich hingegen zunehmend provoziert.

        Deine Supermarktanalogie spricht übrigens Bände über deine Einstellung: Wem es bei Delamar nicht passt, soll woanders sein Glück suchen!
        Mich wundert es nicht, dass du offensichtlich selbst das Geschäftsmodell eines Supermarkts nicht verstehst: Im Supermarkt stehen mir Alternativen zur Verfügung, damit ich in jedem Fall bleibe und das passende Waschmittel (um beim Beispiel zu bleiben) finde. Und wenn ich zum Marktleiter gehe und mich über sein Sortiment oder Produkt beschwere, hört der zu, argumentiert nicht mit seinem ROI oder seiner Marge und droht auch nicht damit, den Laden zu schließen. Und weil das so ist, kann und möchte ich mit deiner Supermarktgeschichte auch nichts weiter anfangen, als diese mit der abschließenden Frage zu entzaubern: Was qualifiziert ausgerechnet dich dazu, uns irgendetwas über Supermärkte oder gar das Musik Business erzählen zu wollen?

        Stadler

        PS: Gute Moderatoren brauchen keine Ausreden!

      • Carlos Jan 12, 2012

        Lieber Stadler,

        ich danke dir für einen weiteren Kommentar, der meine bisherigen Thesen wieder belegt.
        Du kannst an mir und meiner Person nörgeln so lange Du möchtest, mich unprofessionell nennen oder lächerlich.
        An den Fakten änderst Du damit nichts.

        Ob Du mir in Sachen Business etwas zutraust oder nicht, bereitet mir keine schlaflosen Nächte – das darf jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Genügend Episoden des Podcasts, Artikel auf delamar sowie meine Unternehmen sprechen da für sich.
        Allein, dass Du uns zuhörst zeigt doch, was Du (mal abgesehen von deinen unentwegten persönlichen Angriffen) wirklich dazu denkst. Dass Du dich unbeachtet fühlst und dass Du ständig Angriffe auf meine Person fährst, damit musst Du selbst klar kommen.

        Schreiben tu ich aber deines aberwitzigen letzten Absatzes, in dem Du es tatsächlich schaffst, dir selbst zu widersprechen. Um genau zu sein, versuchst Du nur wieder einen hanebüchenen Angriff auf meine Person. Du erkennst das Geschäftsmodell eines Supermarktes richtig – ich hatte es ja auch so schön plastisch mit dem Waschmittel beschrieben. Ich vergleiche delamar mit einem Supermarkt. Jetzt die Preisfrage: Könnte ich das vielleicht sogar gemeint haben?

        Lieber Stadler, ich brauche keine Ausreden und verstecke meine Meinung auch nicht feige hinter falschen Identitäten. Ich stehe zu dem was ich sage. Deswegen greife dich auch nicht in jedem einzelnen Kommentar an, ich halte dir nur einen Spiegel vor.

        Herzliche Grüße
        Carlos

  9. Matthias Jan 11, 2012

    Ihr seid so krass…. :-)

    • Stadler Jan 12, 2012

      Leider ist das so, Matthias. Allerdings rechne ich es Maria und Jens hoch an, dass beide sachlich geblieben und zumindest auf einen Teil eingegangen sind. Insofern besteht Hoffnung.

      Stadler

  10. Matthias Jan 12, 2012

    Hallo Stadler,

    ich will mal so sagen! Über 400 000 Leute wollen hören was Carlos im Podcast sagt. Deswegen schalten sie hier ein.

    Das kann dir jetzt schmecken oder nicht. Was du zu sagen hast, haben wir mehr oder minder verstanden. Wir haben es zur Kentniss genommen. Aber dann muss auch mal irgendwann Schluss sein.

    An Carlos Stelle würde ich jetzt einfach mal den Thread hier schließen. Führt ja zu nix….

    Peace,

    Matthias

    • Stadler Jan 12, 2012

      Hallo Matthias,

      die 400.000 Leute wollen nicht nur hören was Carlos zu sagen hat, sondern was das Team zu sagen hat. Carlos hat auch etwas zu sagen – nur sollte er sich a) seiner Verantwortung bewusst sein und b) bei den Themen bleiben, von denen er etwas versteht. Mich überzeugt dieses „Wir sind die Größten“-Gehabe nicht. Es ist arrogant – jedem Einzelnen der 400.000 Leute gegenüber. Und noch etwas, weil mich das wirklich extrem nervt: Ob mit oder ohne Delamar, die Erde dreht sich weiter.

      Darum ging es mir aber ursprünglich überhaupt nicht. Schau dir einfach mal die Kommentare zu den 150 vorherigen Folgen an: Gab es jemals zu einem eurer Podcasts ein solch umfangreiches Feedback? Carlos sollte dankbar dafür sein, wenn ein Hörer – statt Lobhudeleien – Verbesserungspotenziale aufzeigt. Du hast jetzt, Maria und Jens haben das gestern verstanden und das richtige Signal gesendet: Der Podcast war gut, aber: Das Gute ist der Feind des Besseren.
      Mir hätte ein solches Signal von Carlos gereicht, statt hier eine Diskussion darüber zu eröffnen, ob ich überhaupt meine Meinung äußern darf.

      Ich möchte es gerne dabei belassen und wäre dankbar, wenn sich Carlos einfach mal etwas zurücknehmen und über seine Moderationsfähigkeiten nachdenken würde. Wenn er in der nächsten Sendung zum Thema Musikbusiness ausschließlich Fragen stellt, anstatt euch und mir erklären zu wollen, wie das Business funktioniert, dann spende ich euch einen saftigen Betrag für die Sommerparty. Versprochen!

      Stadler

      • Carlos Jan 12, 2012

        Lieber Stadler,

        ich finde es geradezu süß, wie Du meinen Mitmoderatoren Leckerlis vorwirfst, in der Hoffnung ich würde darauf anspringen und wir dann deinen Wünschen entsprechen. Süß, aber vom ersten Moment an unbeholfen.

        Ein freundschaftlicher Rat: Vielleicht solltest Du mal über die Unterscheidung Du/allgemeine Meinung nachdenken. Nur weil Du dich davon angegriffen fühlst, wenn wir unsere Erfolge aufzählen, muss das nicht für alle gelten. Warum Du mit Erfolgen anderer Menschen nicht umgehen kannst, weiß ich nicht. Vielleicht tut das auch nichts zur Sache. Klar ist, dass Du ein Problem mit mir hast. Ich verrate dir was: Ich hab keines mit dir und deinesgleichen, denn ich kenne meinen Platz in der Welt und ich kenne deinen.

        Mit keinem Wort hat je ein Moderator bei delamar geäußert (und das schließt mich ein), dass die Meinung unserer Hörer nicht erwünscht sei. Gefühlt jede Sendung bitten wir sogar darum. Das soll aber nicht bedeuten, dass sich jeder deswegen wie ein Elefant im Porzellanladen aufführen darf. Höflichkeit und Respekt sind Tugenden, die ich voraussetze und täglich anderen Menschen zukommen lassen möchte.

        Vielleicht möchtest Du dich irgendwann in dieser Richtung weiterentwickeln und dich in Selbstreflexion üben. Ich wünsche es dir.

        Herzliche Grüße
        Carlos

      • Carlos Jan 12, 2012

        Ein abschließender Vorschlag von meiner Seite noch:
        Mein Angebot zu einer Diskussion zum Musikbusiness in der Show steht noch. Wir machen einen Haken an diese Diskussion und vergessen sie einfach und klären in der Sendung die Fragen, die offen geblieben sind.

  11. Christof Jan 13, 2012

    Hallo liebes Delamar-Team,

    gestern habe ich Euren aktuellen Podcast #151 gehört und wollte dazu gerade auf delamar.tv einen Kommentar abgeben. Das ist aber nicht (mehr) möglich, weil Ihr nach der ellenlangen Diskussion mit Stadler die Kommentarfunktion geschlossen habt. Also möchte ich gern per Mail loswerden, was mir bei dieser Diskussion aufgefallen ist – auch auf die Gefahr hin, dass es nicht gelesen wird oder niemanden interessiert. ;)

    Bemerkenswert fand ich, dass Carlos den User Stadler dafür kritisiert hat, dass er anonym bleiben wollte. Ich kann verstehen, dass es einen unschönen Beigeschmack hat, wenn jemand nicht offen (bzw. mit seiner echten E-Mail-Adresse) zu seinen Äußerungen steht. Das erweckt den Eindruck eines Heckenschützens, der aus dem Hinterhalt feuert, ohne sein Gesicht zu zeigen. Trotzdem: so lange Delamar die Möglichkeit bietet, sich anonym zu äußern, sollte man die User nicht dafür angreifen, wenn sie es tun. Schließlich kann man nicht wissen, warum Stadler seine E-Mail nicht preisgeben will. Es kann andere Gründe haben als die offensichtlichen.

    Bemerksenswer fand ich, dass sich Stadler am „Eigenlob“ von Delamar störte. Klappern gehört nun einmal zum Handwerk! Nicht umsonst trompeten Fernsehrsernder ihre Marktführerschaft heraus, strotzen Printmagazine mit ihrer hohen Auflage und bewerben Musiker ihr Album mit einem darauf enthaltenen Chart-Hit. Das sollte man nicht mit Prahlerei im privaten Bereich verwechseln. Wer im Business ernst genommen werden will, tut gut daran, seinen Erfolg herauszustellen. Auch Käufer/User tendieren dazu, das erfolgreichere Produkt zu kaufen/benutzen. Die von Stadler angesprochene Demut mag im Privatleben angebracht sein. Würde man aber im Geschäftsleben einen vorhandenen Erfolg aus falscher Bescheidenheit heraus nicht bewerben, wäre das ökonomisch gesehen einfach unklug.

    Ebenso sonderbar finde ich es, dass man sich am Spedenaufruf stößt. Hier kommt das verzerrte Bild zum Ausdruck, dass im Internet bitteschön alles kostenlos zu sein hat. Und selbst wenn ein aufwändiger und guter Podcast wie der von Delamar schon kostenlos ist, so soll er dann gefälligst noch ohne Werbung/Spendenaufruf auskommen. Würde man von den TV-Privatsendern verlangen, dass sie Ihre Werbung einstellen, weil man sie als störend empfindet? Oder von Printmagazinen, dass sie keine Werbung mehr drucken? Wohl kaum. Dass Delamar versucht, über die Spenden einen kleinen Prozentsatz der Kosten wieder einzuspielen, empfindet man aber als störend. Das ist paradox.

    Schlussendlich kann ich auch die Kritik am Gewinnspiel nicht nachvollziehen. Ich sehe in einem solchen Gewinnspiel ist ein Geschenk für die User. Dass ein Gewinnspiel nur mit Sponsoren funktionieren kann, sollte jedem klar sein. Auch in Fernsehen oder in Printmagazinen funktionieren Gewinnspiele über Sponsering. Andererseits ist die Gefahr die Unabhängigkeit (teilweise) zu verlieren, durchaus real. Ich habe selbst eine Zeit lang für einen Verlag gearbeitet, der Magazine im Unterhaltungsbereich herausgab. Es gab schon einen gewissen Druck, den Firmen, von denen man (aus finanzieller Sicht) abhängig war, nicht zu kräftig auf die Füße zu treten. Ein Händler berichtete mir einmal von einem Audio-/Video-Magazin, das die Produkte einer bestimmten Firma so lange mit guten bis sehr guten Noten bewertete, bis diese ihren Werbe-Etat zurückfuhren. Als es keine ganzseitigen Werbungen mehr gab, gab es die ersten negativen Kritiken. Bekommen das die Leser mit, ist das Vertrauen für alle Zeiten verspielt. Ganz klar: Ich habe bei Delamar nicht das Gefühl, dass es solche Abhängigkeiten gibt. Aber ich sage mal so: Vermutlich hätte der Carlos ein ungutes Gefühl, wenn er ein Produkt von Alesis in die Pfanne hauen müsste, nachdem sie ihm ein schickes iO Dock gestellt haben. Das ist ja auch (mit) der Grund, warum Firmen solche „Geschenke“ machen und versuchen, Kontakte auf ein persönliches bis privates Niveau zu heben. Trotzdem ist mein Vertrauen in Delamar ungebrochen, dass man Integrität über ein ungutes Gefühl stellt. ;)

    Ein Punkt ist mir aber auch an Carlos‘ Argumentation bitter aufgestossen. Wenn Carlos schreibt, er würde sich über die Einladung eines Freundes in dessen Wohnzimmer freuen und ihn dann nicht ob seiner Wohnungseinrichtung kritisieren, dann sagt er damit recht unverblümt, dass er keine zu tief gehende Kritik am Podcast akzeptiert. Das finde ich sehr schade. Auch finde ich den Vergleich unpassend. Ihr laded keine Freunde in Eurer Wohnzimmer ein, sondern ein Publikum zu einer Vorführung. Selbst wenn diese in Eurem Wohnzimmer stattfindet, solltet ihr bereit sein, Ablehnung und Kritik (so lange sie sachlich ist) ebenso anzunehmen wie Lob. Nachvollziehen kann ich die Reaktion von Carlos aus eigener Erfahrung schon: Delamar ist sein „Baby“ und man reagiert emotional, wenn das eigene Kind angegriffen wird. Das mag nicht professionell sein, aber es zeigt, wie viel ihm an Delamar liegt. ;)

    Herrje, nun habe ich so viel geschrieben und bin den Kommentar, den ich eigentlich zum Podcast #151 schreiben wollte, doch nicht losgeworden. Nunja, ich will Eure Aufmerksamkeit nicht überstrapazieren. Vielleicht ein anderes Mal.

    Macht weiter so!

    Mit besten Grüßen
    Christof

    • Carlos Jan 13, 2012

      Hallo Christof,

      danke dir für dein Feedback.

      Die Sache mit dem Wohnzimmer möchte ich nochmals verdeutlichen: Ich werde von meinen Freunden (glücklicherweise) so offen kritisiert wie von sonst niemanden. Auch das oder vielleicht auch genau das macht sie zu meinen Freunden.
      Kritik, gerne auch harte ist willkommen, immer dann wenn sie sachlich bleibt. Persönliche Angriffe haben hier nichts verloren.
      Als genau solchen empfinde ich es, wenn mir jemand erzählen möchte, wann ich lachen darf und wann nicht. Ebenso unsachlich empfinde ich Aussagen, die auf Missgönnen oder Neid basieren. Denn diese sind genauso wenig konstruktiv.

      Was die Unabhängigkeit angeht, soll jeder mal selbst unsere Wertungen mit denen unserer lieben Kollegen vergleichen. Das spricht für sich. Oder mal bei den Kollegen in der Redaktion anrufen und fragen, wer hinter der jeweiligen GmbH steckt. Wer ein bisschen forscht, wird schnell ein großes T finden.
      Im Gegensatz dazu gehört delamar allein mir und ist damit unabhängig – weil ich die Entscheidungen treffe. Emotional werde ich bei solchen Anschuldigungen durchaus, weil ich allein in dieser Woche zwei Telefonate mit sehr „unglücklichen“ Herstellern hatte, die nicht die Bestnote in den Tests erhalten haben (das aber ganz anders gewohnt sind von den Kollegen). Ein anderes Beispiel: Ein Hersteller ist seit Anfang des letzten Jahres über einen kritischen Kommentar meinerseits über seine neue DAW eingeschnappt und ich könnte noch etliche Beispiele nennen.
      Wenn dann einer kommt und uns wegen einer Sache wie dem 150,- Euro iO Dock (die ich auch noch offiziell bekannt gegeben habe) mir eine Abhängigkeit unterstellt, dann ärgert mich das natürlich. Dann stelle ich mir wiederholt auch die Frage, für wen wir das hier machen: Die Hersteller etwa, von denen uns die wenigsten unterstützen wollen, weil wir zu kritisch sind und sie nicht über den grünen Klee loben? Oder vielleicht die anonymen Stänkerer, die uns angreifen?
      Nein, wir machen das hier für uns selbst: die Musiker, die richtige Informationen möchten.

      Resümee: Kritik ja, aber bitte sachlich.

      Herzliche Grüße
      Carlos

      • Christof Jan 13, 2012

        Hallo Carlos,

        vielen Dank für die Antwort.

        Die Unabhängigkeit zu behalten, ist schwerer, als man es sich vorstellen mag. Insbesondere für „kleinere“ Magazine. Als Magazin ist man auf die Hersteller angewiesen. Man benötigt von ihnen Rezensionsexemplare und Informationen zu neuen Veröffentlichungen. Es ist unmöglich, jedes neue Produkt aus eigener Kasse zu finanzieren, um es anschließend testen zu können. Diese Situation nutzen manche Hersteller, um (sanften) Druck auszuüben. Ich habe auch schon mitbekommen, dass dieser Druck stärker wurde und mit dem Boykott eines Magazins gedroht wurde. Ein mir bekannter Journalist wurde z.B. zu bestimmten Presseevents nicht mehr eingeladen, weil er „unpassend“ berichtet hatte. Das hat wenig mit einem gesunden Verständnis von Pressefreiheit zu tun, aber es ist nun einmal die Realität.

        Diesem Druck kann man, nach meiner Erfahrung, auf Dauer nur standhalten, wenn man eben nicht „klein“ bleibt. Ab einer bestimmten Auflage bzw. einer bestimmten Besucherzahl ist man wichtig genug, dass einen die Hersteller nicht mehr ignorieren können oder wollen. Dann bekommt man bei einer schlechten Review vielleicht einen erbosten Anruf des Herstellers, aber anschließend geht es weiter.

        Darum finde ich es auch wichtig und gerechtfertigt, dass Ihr Euren Erfolg (über 200.000 Besucher auf der Webseite pro Monat, 400.000 Podcast-Downloads) offen kommuniziert. Ihr sagt damit: wir sind eine Größe, mit der man in Zukunft rechnen muss. So kann man auf Dauer seine Unabhängigkeit bewahren.

        Ich kann verstehen, dass man sich an der Erwähnung des iO Docks im Podcast stören kann. Es könnte für den ein oder anderen wie Product Placement rüber kommen. Ich habe es allerdigns nicht so empfunden. Und selbst wenn: Product Placement bedeutet nicht automatisch, dass es eine Abhängigkeit bis in die redaktionellen Inhalte hinein gibt.

        Ich lese und höre Delamar, weil Ihr unabhängig seid, weil mir Euer Stil gefällt und ich schon viele Anregungen und Tipps bekommen habe. Mir gefällt nicht immer alles, aber das erwarte ich auch nicht. ;)

      • Stadler Jan 14, 2012

        Hallo Carlos,

        nochmals: Ich bin nicht gekommen, um dir Abhängigkeit zu unterstellen. Ließ einfach nachfolgend nochmal, was ich oben bereits zu dem Thema geschrieben hatte:

        1. Zitat: „In den Zusammenhang passt auch ganz gut, dass auf der einen Seite die Unabhängigkeit von Delamar betont wird, auf der anderen Seite jetzt regelmäßig dieses Alesis-Teil im Podcast erwähnt und die Gewinnspiele mit Produkten z. B. von Native Instruments und Mackie durchgeführt werden. Bei mir erzeugt das – sicher zu Unrecht – ein unangenehmes Gefühl. Und das ganz sicher nicht wegen Delamar an sich, sondern weil wir tagtäglich erleben, wie mit unserem Vertrauen umgegangen wird. Insofern fühle ich mich auch nicht ernst genommen, wenn einerseits von Unabhängigkeit die Rede ist und auf der anderen Seite die Werbetrommel gerührt wird.“

        2. Zitat: „Was das Thema Unabhängigkeit/Werbung betrifft: Auch hier könntest du einfach sachlich dich mit meinem Beitrag auseinandersetzen. Für deine Hörer ist Delamar nicht transparent. Wir kennen dich nicht und wissen nicht wie du Geschäfte machst. Ich unterstelle dir nichts Böses und finde super, dass Alesis dir das IO-Dock zur Verfügung gestellt hat. Bei meinem Hinweis ging es mir darum, dir zu verdeutlichen, dass deine Glaubwürdigkeit der Unabhängigkeit bei gleichzeitiger Werbung für das IO-Dock schaden nehmen könnte. Gerade die Unabhängigkeit hatte ich bei Delamar sehr geschätzt, da andere Websites zum Thema sich unabhängig geben, es aber nicht sind. Du verspielst mit deinen Webehinweisen und Gewinnspielen aus meiner Sicht allerdings ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal.“

        Vielleicht fehlt mir die kritische Distanz, aber: Unsachlich ist das nicht. Und inhaltlich bleibe ich ebenfalls dabei.

        Dennoch kann ich verstehen, dass in dem von dir geschilderten Kontext, meine o. g. Zeilen für dich persönlich besonders schwer wiegen. Nur solltest du a) verstehen, dass ich diese Hintergründe vor dem Verfassen nicht kannte und b) finde, dass du deine persönlichen Probleme nicht dadurch zur Schau stellen kannst, indem du Mitbewerber angreifst. Das große T ist unter Musikern bekannt: Ich kaufe dort Equipment und bin mit dem Service sehr zufrieden. Und die Website mit A am Anfang gehört ebenso zu meinen Informationsquellen, wie Delamar.

        Nichtdestotrotz bleibt das Thema der „kritischen Berichterstattung“ im Sinne der Hörer und Leser ein wirklich wichtiges Thema. Deshalb finde ich es auch grundsätzlich begrüßenswert, dass du dich von den Herstellern distanzierst. Nur um Himmels willen mach das doch bitte nicht öffentlich: Deine Leser und Hörer sind schlau genug um zu erkennen, ob ein Artikel fragwürdig bewertet wurde. Und wenn nicht, dann spätestens nach dem ersten Kauf: Das gehört zum Leben, zumal Bewertungen sowieso immer subjektiv sind und ein eigenes Urteil sowieso nie schaden kann.

        Stadler

    • Stadler Jan 14, 2012

      Hallo Christof,

      herzlichen Dank für deinen engagierten Kommentar. Mein Eindruck ist der, dass du dir wirklich sehr viel Mühe gegeben hast, die Beiträge zu lesen und dir eine eigene Meinung zu bilden. Das an sich ist eine echte Leistung, angesichts der Menge und des Inhalts und bin dir dankbar dafür, dass dein Feedback ausgewogen ausgefallen ist.

      Zu einigen deiner Punkte möchte ich noch etwas beitragen:
      Anonymität: Deine Zusammenfassung bringt es auf den Punkt. Ich bin kein Heckenschütze. Den Job erledigen andere. Für mich gibt es gute Gründe wie z. B. Datenschutz. Bei der Internet-Generation ist das Thema out. Ich gehöre zur älteren Generation, die noch mit dem Atari ST im Mausnetz und mit BTX online war. Zudem gehöre ich mit zu den Ersten, die in Deutschland im Internet unterwegs waren. Damals waren z. B. die sog. Screen-Names, Datensparsamkeit und die Netiquette allgemeiner Konsens. Das hat sich mit Web 2.0 geändert: Die Folgen sind z. T. schwerwiegend: Unternehmen „scannen“ Bewerber: kleine Jugendsünden schaden langfristig der Karriere. Mobbing und Stalking sind in Schulen an der Tagesordnung und werde online fortgesetzt. Marketingfirmen sammeln Verbraucherdaten, die quasi im Langzeitgedächtnis verewigt werden. Like-Me-Buttons funktionieren auch dann, wenn man noch gar kein Mitglied des Sozialen Netzwerkes ist. Und Geheimdienste lesen alles ohne irgendwelchen Aufwand mit und kümmern sich anschließend um die Dissidenten. Mag sein, dass das aktuell niemanden interessiert. Die Zeit wird zeigen, ob die Nachlässigkeit gerechtfertigt war. Ein Blick über den Tellerrand lässt das Gegenteil vermuten – ohne gleich Verschwörungstheoretiker zu sein.

      Eigenlob: Ich hatte mich auf den Pod #151 bezogen. Ein Hörer hatte Feedback zur #150 gesendet und auf seine Wahrnehmung hingewiesen. Paul hatte versucht, selbstkritisch zu antworten, wurde jedoch von Carlos unterbrochen. Eigenlob, dass hast du richtig auf den Punkt gebracht, gehört dazu: Mir ging und geht es um den Stil und da war mein Fazit, dass Delamar hier nicht meinem Stil entspricht, aber bitte: Das ist doch gar nicht das Thema. Wem’s gefällt, dem gefällt’s. Das ist ok.

      Spendenaufruf: Nein, ich stoße mich nicht an dem Spendenaufruf. Ich hatte lediglich eine – nicht ganz ernst gemeinte These aufgestellt: Demnach steht die Spendenbereitschaft in Korrelation zur Sendung. Fazit war, dass ich nicht erwarte, dass für den Pod #151 viele Spenden zusammenkommen werden. Allerdings sollte man das nicht überbewerten, weil ich jeden, der den Pod #151 lobt, auch zur Spende auffordere. Insofern: Ich stelle nicht die Spende an sich grundsätzlich in Frage, sondern die Art und Weise, wie sie erklärt und promoted wird. Du hast z. B. über den Hintergrund der Spende eine andere Vermutung als ich. Bisher war mein Eindruck: Ist für’s Sommerfest. Solange der Verwendungszweck nicht klar ist, spende ich nicht. Ich spende aber: an soziale Einrichtungen, wenn der Zweck stimmt. Frage: Spendest du an Delamar? Wenn ja, wann und in welcher Höhe? Persönlich bin ich übrigens kein Kostenlos-Freak. Das Gegenteil ist der Fall, denn: Preise haben eine Signalwirkung. Gerade bei Dienstleistungen ist der Preis ein oft unterschätzter Qualitätsindikator. Nicht ohne Grund habe ich das Thema angesprochen. Provokation ist eben kein Gift, sondern Treiber für neue Ideen. Das erfordert allerdings eine große Portion Offenheit. Da hatte ich gewiss zu viel erwartet.

      Gewinnspiel: Du schreibst zwar, dass du meine Kritik am Gewinnspiel nicht nachvollziehen kannst, andererseits führst du genau die Beispiele an, die aus dem Unabhängigkeitsgedanken heraus dagegen sprechen. Im Business und im Privaten gilt: Eine Hand wäscht die andere. Auch wenn es nicht ausgesprochen wird. Im Fachjargon nennt man dies Reziprozität. Was wäre unser alljährliches Weihnachtsfest ohne Reziprozität. Und weil das so ist, verbietet sich, wenn man glaubwürdig unabhängig sein möchte, die Annahme von Vorteilen jeglicher Art. Ohne Ausnahme und wenn und aber. Dies gilt für Bundespräsidenten ebenso wie für Journalisten.

      Dass du mit Carlos Analogien ebenfalls nicht klargekommen bist, freut mich irgendwie. Es ist aber keine Schadenfreude, sondern das Gefühl, nicht der Einzige zu sein. Da zumindest in den Kommunikationswissenschaften der Sender verantwortlich dafür ist, was der Empfänger versteht, geht der Ball zurück an Carlos. Der hat dazu ja bereits geantwortet und ich persönlich belasse es bei meinem Supermarktkommentar, der noch immer nicht verstanden ist. Was soll’s.
      Wie gesagt: Nochmals vielen Dank für dein engagiertes Feedback.

      Stadler

      • Christof Jan 14, 2012

        Hallo Stadler,

        ich glaube, wir haben hier ein schönes Beispiel für die Missverständnisse, die die „moderne“ Art der Kommunikation manchmal mit sich bringt. Wären die Themen eye-to-eye bei einem Kaffee besprochen worden, wäre die Disukussion bestimmt nicht so ausgeufert. Mir ist Ähnliches erst kürzlich in einer E-Mail-Korrespondenz passiert: ich war mir mit dem Gegenüber in einem Punkt nicht einig, es gingen ein paar Mails hin und her und irgendwann lief die Sache aus dem Ruder. Das war so unnötig wie ein Kropf, weil wir nur in Kleinigkeiten uneins waren.

        Das Problem ist imo, dass das Gegenüber etwas in Formulierungen hineininterpretiert, was der Autor nicht beabsichtigt hatte. Ironie, Überspitzungen und Provokationen funktionieren in E-Mails oder Postings eben nur bedingt. Eine „normale“ Kommunikation funktioniert schließlich auf vielen Ebenen: wir hören, was das Gegenüber sagt, nehmen aber auch Mimik und Gestik war und die Veränderung in der Stimme. Dieser Mix macht die Botschaft aus. Beim Telefonieren fällt der Teil der Mimik und Gestik schon einmal weg. Und bei E-Mails und Postings auch noch die Stimme. Das war früher bei Briefen zwar auch der Fall, aber hier formulierte man schon deshalb bedachter, weil die Antwortzeiten viel länger waren. Nicht ohne Grund ufern Forendiskussionen viel häufiger aus als persönliche Gespräche.

        Lange Rede, kurzer Sinn. ;) (<- ein Smiley als Krücke für die fehlende Mimik). Im Grunde schätzt Du Delamar und auch den Podcast, nicht wahr? Das hast Du ja selbst geschrieben. Und wäre dem nicht so, hättest Du Dir nicht die Mühe gemacht, hier so ausführlich zu schreiben, sondern hättest das Podcast-Abo gekündigt und Delamar aus den Bookmarks enfernt. Und trotzdem ist der Eindruck entstanden, als würdest Du das Engagement von Carlos/Delamar nicht wertschätzen. Das ist schon ein wenig strange, oder?

        Nachdem Du mit Deinem letzten Posting einige Dinge klargestellt hast (Spendenaufruf und Eigenlob), die ich falsch verstanden hatte, bleibt, wie es mir scheint, nur noch das Gewinnspiel als Thema, in dem wir unterschiedliche Standpunkte haben. Ich finde, dass man aus der Ausrichtung eines Gewinnspiels keine direkten Rückschlüsse auf eine Abhängigkeit ableiten kann. Natürlich gilt das Prinzip der Reziprozität: Ein Hersteller sponsort Preise und bekommt durch das Gewinnspiel Werbung für seine Produkte. Mehr aber nicht. Oder: Ein Hersteller kauft Werbeplätze und bekommt dafür ein Banner eingeblendet. Oder: ein Hersteller sponsort Hardware und wird dafür im Podcast erwähnt. Genauso: ein Modelabel sponsort im TV die Kleidung der Moderatoren und wird dafür im Abspann erwähnt.

        Gegen solche Deals ist nichts einzuwenden. Es würde nur dann kritisch, wenn die unabhänige Berichterstattung unter der Beziehung zu den Herstellern leiden würde. Wir wissen alle, dass es Magazine gibt, wo auch dies passiert. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass es bei Delamar der Fall ist. Für die Unabhängigkeit gibt es hingegen schon Hinweise.

        Ganz ohne gegenseitiges Händewaschen kann ein Service wie Delamar nicht funktionieren. Wolltest Du bis in die letzte Konseqzenz "unabhängig" sein, dürftest Du auch keine Rezensionsexemplare annehmen. Das könnte man schließlich auch als Vorteilsnahme auslegen.

        Es ist ein schmaler Grat, auf dem man wandelt. Leichter ist es, wenn man sich immer mit den Herstellern gut zu stellen versucht. Ich bin aber der Überzeugung, dass man hier bei Delamar den schwierigeren Weg geht. Gut für uns Leser! :)

        Um noch Deine Frage nach den Spenden zu beantworten: Nein, ich spende nicht an Delamar. Nicht, weil ich der Meinung wäre, dass der Service keine Spende verdient hätte. Sondern, weil es meine finanzielle Situation aktuell nicht zulässt. Ändert sich das wieder, gibt's auch einen Klick auf den Spendenbutton.

  12. Lukas Jan 13, 2012

    Unglaublich guter Podcast!
    Wenn jeder Podcast so wäre, könntet ihr dafür viel Geld verlangen ;)

    • Stadler Jan 14, 2012

      Hallo Lukas, wie viel Geld würdest du denn für einen Pod wie # 151 zahlen? Spendest du an Delamar?

      Nicht falsch verstehen: Ich frage aus Neugier, da ich a) zwar regelmäßig sehr gute Podcasts höre, bisher aber b) keinen kenne, der kostenpflichtig ist und c) mir unheimlich schwer tun würde bei der Preissetzung. Würdest du ein Abo- oder Pay-per-Use-Modell bevorzugen?

  13. Holger Jan 14, 2012

    Hallo und heieiei!

    Da geht`s ja richtig ab!

    1. Ich fand den Podcast sehr gut – hätte gerne mehr über Themen wie das „Musikbusiness“, da es gerade jetzt in der Umbruchzeit sehr interessant ist.

    2. Meine Meinung ist: „Lieber Kritik als keine Kritik!“ – und wenn ich mir die Kommentare so anschaue, dann meine ich, müsst Ihr oder Du Carlos noch lernen mit Kritik umzugehen.
    Um hier einen kurzen Schlenker zum Musikbusiness zu machen: Als wir mit meiner alten Band in vielen deutschen Musikmagazinen rezensiert wurden, waren auch viele schlechte Kritiken dabei und ich war teilweise sehr verärgert, weil eine Platte viel Arbeit und Zeit bedeutet. Bis jemand vom „Business“ zu mir sagte: „Lieber schlechte Kritik als keine Kritik!“ Was heisst dass schlechte Meinungen auch Meinungen sind und bedeutet, dass die Leute drüber sprechen und es wahrnehmen.
    Genauso sehe ich es hier mit dem Podcast auch!

    Ich finde den Podcast gut und Hut ab für euer Engagement!

    Viele Grüsse,
    Holger

  14. Kahlbert Feb 14, 2012

    Ich habe mir eingebildet, die meisten nennenswerten einschlägigen Seiten zu kennen – aber „die Website mit A am Anfang“ ist mir bisher noch nicht untergekommen.

    Kann mich mal bitte jemand erhellen, damit ich endlich weiß, wem die regelmäßigen netten Seitenhiebe gelten? ;-)

  15. Michel Morell Mrz 8, 2012

    Ich habe jetzt mehr oder weniger alle Kommentare hier gelesen und bin wirklich zutiefst angetan. :-) Ich glaube, noch nie habe ich einen interessanteren Gesprächsverlauf lesen können. Ich fand den Podcast #151 wirklich äußerst interessant, weil es für dieses Thema, sowie für viele andere Themen auch, keine eindeutige Meinung oder Handlungsempfehlung gibt.

    Fakt ist jedoch, dass das Delamar-Team wirklich gute Anregungen und Tipps äußert (und das kostenlos!!!) und einen oftmals zum Nachdenken anregt. Ich bin wieder sehr dankbar für diese kontroversen Meinungen im Podcast.

    Abschließend eines noch: Einen Podcast mit Stadler fänd ich äußerst spannend und würde mich riesig freuen, wenn er sich den Fragen des Delamar-Teams stellen würde und hier Farbe bekennt. Aber vielleicht fehlt hier die Courage oder ähnliches. Wer weiß es. :-)

    Der Podcast ist spitze. Punkt.

  16. IrgendeinThomas Apr 16, 2012

    Vor ein paar Tagen habe ich diesen Podcast „nachgehört“
    Ich hab jetzt keine Zeit gehabt alle Kommentare hier ausführlich zu lesen. Jedenfalls kann ich Stadler im Ansatz verstehn, der Podcast war sicher interessant und waren auch gute Tips für die Hörer dabei aber das Thema ist sicherlich (logischerweise auch durch die Zeitbegrenzung) nur angekratzt worden, gerade hier wäre Raum für einige weitere Podcast-Folgen finde ich (und dieses Thema betrifft uns alle während wahrscheinlich die Nicht-Gitarristen unter uns beim letzten Podcast wohl nicht sonderlich viel mitnehmen konnten)
    Kann sein das eine oder andere wurde dann schon in einem anderen Podcast erwähnt aber wenn es zum Thema dazugehört wäre es auch super das alles kompakt dann ggf. nochmal mit einzubauen.
    Nicht nur welche Möglichkeiten es im Internet gibt, sondern auch Erfahrungswerte (hier können sich ja Hörer bzw. Leser eventuell mit ihren Meinungen mit einbringen was ich auch interessant finden würde) welche Plattform effektiv zu sein scheint und was man dort beachten sollte um erfolgreich Hörer zu erreichen.
    Welche Arten von Labels es gibt, und für welche ausgerichtete Ambition welches Label am geeignetsten erscheint (also die Palette von Audiomagnet bis zu den Majors) Die Möglichkeit die eigene Musik von Radios jeglicher Art (und welche bestimmten Stationen möglicherweise Newcomern aufgeschlossen sind) spielen zu lassen wurde glaub ich nicht erwähnt. Eventuell könnte man auch Tips mit einstreuen wie man erfolgreich bloggen kann (bzw. gute Blogs dafür erwähnen) Ich denke da liegt viel Potential in dem Thema das man noch weiter ausschöpfen kann. Mir ist klar das die Sendezeit ja nur begrenzt ist aber wäre schön wenn man noch weitere Folgen darüber machen würde. Hoffe das wurde jetzt nur als konstruktive Kritik verstanden, jedenfalls großes Lob an alle Beteiligten der Podcast-Folgen.

© delamar.FM