Q&A mit Tipps zum Musikbusiness für Beatproduzenten, Bands & Musiker sowie Gerücht um Pro Tools HD #62

27. April 2010

Heute haben wir ein Q&A Special für dich vorbereitet, in dem wir eine Menge guter Fragen von delamari besprechen und ausführlich darüber reden. Wir sprechen über Selbstvermarktung im Musikbusiness, was Beatproduzenten für mehr Erfolg machen können, wie man als Musiker am besten in die Medien kommt, in welche Reihenfolge Effekte auf die Gitarre gehören und wie es mit der Gewerbeanmeldung als Musiker oder Band aussieht.

Darüber hinaus sprechen wir über ein Gerücht zu AVID und Pro Tools HD2 sowie den Euphonix Controllern und natürlich gibt es einen kurzen Überblick der wichtigsten News der Woche.

Q&A mit Tipps zum Musikbusiness für Beatproduzenten, Bands & Musiker sowie Gerücht um Pro Tools HD #62

Bei der gestrigen Live-Aufzeichnung des delamar Podcasts für Musiker und Musikbegeisterte haben wir mal wieder volles Haus gehabt. Es haben nicht alle Namen auf meinen Monitor gepasst und wir möchten uns ganz herzlich für die tolle Unterstützung bedanken. Es ist schön zu sehen, dass unsere Podcasts so gut ankommen und dass so viele gute Ideen und Anregungen aus den Reihen der delamari entspringen. Es scheint, als wären wir tatsächlich eine kreative Community ;)

Begleitet wurden wir in diesem Podcast übrigens wieder von unserem Gast aus Berlin Matthias Oestreich von den Gitarrenstimmern, der den ein oder anderen Verwandten noch mitbrachte.

Hier ist die chronologische Abfolge der Themen, die wir während dieser 62. Episode des delamar Podcasts besprochen haben:

News:

  • Brennerstudie 2010: Zeigen Abmahnungen tatsächlich eine Wirkung oder fantasiert sich die Musikindustrie die Statistik einfach nur passend?
  • Sony bemustert aus Umweltschutzgründen nur noch digital via Stream oder Download
  • Facebook kooperiert mit Pandora
  • David Hasselhoff, Hansi Hinterseer und Patrick Linder – Reprise
  • Gerüchteküche: Wird Pro Tools HD eingestellt? Wird es in Zukunft keine Artist Controller von Euphonix geben?

 

Q&A – Fragen und Antworten

Das Q&A-Special geht über ganze vierzig Minuten und wir besprechen viele Fragen im Detail. Es gibt eine Menge Hintergrundinformation und wertvolle Tipps für alle Musiker, Bands und Produzenten. Das waren die Fragen, die wir besprechen:

  • Welche DAW ist für Live oder Studio gut geeignet? Welche Software wird für bestimmte Musikstile eingesetzt? Wo sind die Unterschiede in den verschiedenen DAW-Programmen?
  • Wie sieht es mit den Einnahmen einer Band aus? Muss eine Band automatisch ein Gewerbe anmelden, wenn Sie Geld verdient? Sind Musiker Freiberufler? Muss jeder einzelne Musiker in der Band ein Gewerbe anmelden oder reicht es, wenn nur einer angemeldet ist? Welche Unterschiede gibt es zwischen einem Gewerbe und einem Kleingewerbe?
  • Wie schreibe ich am besten Labels an? Worauf muss ich dabei achten und wie interessiere ich den A&R für meine Musik?
  • Wie kriege ich die Medien wie Fernsehen, Radio, Blogs und Magazine dazu, von mir zu berichten? Tipps und Tricks zur Selbstvermarktung für Musiker
  • Welche Unterschiede gibt es in der Selbstvermarktung zwischen Bands und Beatproduzenten? Tipps für Beatproduzenten, um bekannter zu werden
  • In welcher Reihenfolge gehören die Effekte auf die Gitarre? Was klingt wie am besten? Muss ich für jede Gitarre die Effekte einzeln einstellen oder kann ich auch für alle Gitarrenspuren die Effekte auf eine Gruppe legen?
  • Was ist ein Glasmaster? Wie kann ich meine Produktion auf RedBook Standard bringen?
  • Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Audio Editor und einer Sequencer-Software (DAW)? Benötige ich beides für meine Produktionen im heimischen Tonstudio?
  • Ist es besser ein Masterkeyboard mit Controller und Pads zu kaufen oder lieber ein normales MIDI-Keyboard plus einen Controller mit Pads? Welchen Unterschied macht eine gewichtete Tastatur und eine normale ungewichtete?

Hier jetzt noch die Links, auf die wir in der Sendung eingegangen sind:

Homerecording Podcast: Wie man Demotapes an Label versendet
Recording: Wie finde ich das richtige Musikprogramm (DAW) zum aufnehmen meiner Musik?
Musikbusiness, Musikmarketing und Selbstvermarktung für Musiker, Bands und Beatproduzenten
Gitarreneffekte: Die richtige Reihenfolge
Audio Mastering Grundlagen

Antworten

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3 Kommentare

bei “Q&A mit Tipps zum Musikbusiness für Beatproduzenten, Bands & Musiker sowie Gerücht um Pro Tools HD #62

  1. Moin,

    also bei der Geschichte mit dem „Gewerbe anmelden“ ist ja mal wieder alles völlig durcheinander geraten! Wenn Ihr schon Tipps gebt, dann doch bitte auch richtige und nicht solche Halbwahrheiten verbreiten. Davon hat letztlich niemand etwas!

    Richtig ist: wenn man als Musiker/Komponist/Texter Einnahmen hat, ist man als „Freiberufler“ selbstständig tätig und meldet dies folglich auch so beim Finanzamt an. Diese Einnahmen werden dann bei der jährlichen Einkommensteuererklärung als „Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit“ angegeben.

    Bei der Anmeldung als Freiberufler kann man angeben, ob man als „Kleinunternehmer“ geführt werden will oder nicht. Als Kleinunternehmer kann man sich allerdings nur dann anmelden, wenn man im Geschäftsjahr weniger als 17.500 EUR UMSATZSTEUER einnimmt (ganz genau: im VORJAHR dürfen die Einnahmen 17.500 EUR nicht überschritten haben, im aktuellen Geschäftsjahr geht das sogar bis 50.000 EUR! Dann muss aber eine Anmeldung spätestens erfolgen!). Das dürfte allerdings für die meisten Musiker zutreffen, gerade, wenn man am Anfang der Karriere steht.

    Meldet man sich als „Kleinunternehmer“ an, ist man NICHT berechtigt, Umsatzsteuer auf seinen eigenen Rechnungen anzugeben und zu kassieren, kann im Umkehrschluss aber auch keine Vorsteuer geltend machen. Als „Vorsteuer“ bezeichnet man die „Mehrwertsteuer“, die z.B. auf der Rechnung des geliebten Musikalien-Händlers aufgeführt ist, bei dem man ständig einkauft. Verzichtet man trotz geringerer Einnahmen auf die o.g. „Kleinunternehmer-Regleung“, kann man die Mehrwertsteuer, die auf fremden Rechnungen aufgeführt ist, als „Vorsteuer“ mit der selbst kassierten Umsatzsteuer verrechnen. Allerdings auch nur von den Rechnungen, die mit der freiberuflichen Tätigkeit zu tun haben!

    Ein Beispiel:
    Man kassiert für einen Auftritt 1070 EUR (1000 EUR Brutto + 7 % MwSt.). Diese 70 Euro müsste man jetzt an das Finanzamt abführen. Am nächsten Tag rennt man aber zu seinem Gitarren-Dealer und kauft für 1190 EUR (1000 EUR + 19 % MwSt.) einen neuen Verstärker und bezahlt damit schon 119 EUR „Vorsteuer“.

    Am Monatsende rechnet man die schon bezahlte Vorsteuer gegen die eingenommene Umsatzsteuer auf und muss dann die Differenz entweder ans Finanzamt abführen, oder, hat man mehr bezahlt als eingenommen, bekommt man den Überschuss erstattet. Im Beispiel oben hätte man also +70 EUR – 119 EUR = -49 EUR, würde also vom Finanzamt 49 EUR erstattet bekommen.

    Da für künstlerische Leistungen nur der verminderte Satz von im Moment 7 % zu veranschlagen sind, für „Gear“ aber in der Regel der volle Satz von im Moment 19 % zu zahlen ist, kann es sich durchaus lohnen, von der „Kleinunternehmer-Regelung“ Abstand zu nehmen. Das bedeutet dann aber auch, dass man in den ersten zwei Jahren nach Anmeldung monatlich eine „Umsatzsteuer-Voranmeldung“ elektronisch (Elster-Online) beim Finanzamt einreichen muss. Danach kann es sein, je nachdem wie viel Umsatzsteuer man einnimmt, dass man diese Umsatzsteuer-Voranmeldung nur noch vierteljährlich abgeben muss.

    Auf jeden Fall muss man am Jahresende neben der Einkommensteuererklärung auch noch eine Jahres-Umsatsteuererklärung abgeben und, da man Freiberufler ist, auf jeden Fall auch eine Einnahme-Überschuss-Rechnung, aus der die „Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit“ hervorgehen! Diese „EÜR“ muss man allerdings immer abgeben, auch wenn man als „Kleinunternehmer“ keine Umsatzsteuer berechnet (nur zur Info…).

    So, und nun zum Gewerbe: Gewerbetreibender ist man nur dann, wenn man tatsächlich ein Gewerbe anmeldet! Das passiert aber nicht beim Finanzamt, sondern normalerweise bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Dort wird man in das Handelsregister eingetragen und bekommt eine entsprechende Nr. zugeteilt. Die IHK meldet die Anmeldung ihrerseits allerdings auch wieder ans Finanzamt, das dann die „Gewerbesteuer“ kassiert. Folglich muss man auch noch einmal im Jahr eine „Gewerbesteuer-Erklärung“ beim Finanzamt abgeben. Als Einzelunternehmer oder einfache Personengesellschaft hat man aber auch hier einen Freibetrag von 24.500 EUR im Jahr, sodass man erst für Einnahmen aus einem Gewerbebetrieb Steuern zahlt, die diesen Betrag überschreiten. Allerdings zahlt man sowohl für die Anmeldung bei der IHK Geld als auch für die Mitgliedschaft einen jährlichen Betrag, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.

    Ein Gewerbe anzumelden lohnt sich also eigentlich nur dann, wenn man selber CDs und Merchandising-Zeug vertreibt und damit auch ein „Geschäft“ macht. Kümmert sich ein Label oder ein Vertrieb um diese Dinge, braucht man selber auch kein Gewerbe anzumelden.

    Da auch meine Ausführungen hier sicher auch nicht 100%ig fehlerfrei und unfehlbar sind, rate ich jedem, sich z.B. bei seinem zuständigen Finanzamt und/oder der IHK beraten zu lassen. Tragt denen vor, was ihr macht und tun wollt, dann sagen die Euch auch, was und wo ihr wie anmelden müsst und was das für Folgen hat.

    Als Band ist man übrigens in jedem Fall eine „Gemeinschaft bürgerlichen Rechts“, kurz GbR. Dies muss grundsätzlich nirgends angemeldet werden! Es reicht hierfür aus, dass sich mehr als eine Person zusammentut, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Zum Thema „Gesellschaftsformen“ gibt es im Internet und im Buchhandel auch reichlich Informationsmaterial. Wer Lesen kann, ist klar im Vorteil….

  2. Michael Konradi Dez 9, 2015

    ´´die besten Pads gibt es bei Korg´´ …
    Jemand der Akai und Korg Pads benutzt hat, würde diese Aussage nicht treffen!!!!

    • Matthias Müller Dez 19, 2015

      Die Sendung ist von 2010! Mittlerweile hat Akai wieder aufgeholt.

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