Hörverhalten im Wandel der Zeit #291

11. November 2014

Diesmal Thema im delamar Podcast: Das Hörverhalten von gestern, heute und morgen. Wir fragen uns, wer warum wo wie und mit wem Musik hört…und finden unsere teils aus eigener Erfahrung gespeisten Antworten darauf. Zu Gast ist Philipp Carstens von flstudio-shop.de. Lausche der Sendung und diskutiere mit: Wie hörst Du heute Musik?

Podcast #291 – Hörverhalten im Wandel der Zeit

Wie hat sich das Hörverhalten von der Jugend zum Erwachsenenalter hin verändert? Welchen Stellenwert nimmt Musik ein? Wann hat man sich das letzte Mal wirklich mit einem Album beschäftigt und es erst nach mehrmaligem Hören für sich entdeckt? Über diese und weitere Fragen (unten kommt gleich noch ein Nachschlag) plaudern wir mit unserem Gast Philipp Carstens, spätestens seit der Musikmesse 2011 Freund von delamar ;) und Inhaber von flstudio-shop.de.

Weitere Diskussionspunkte: Kaufen Leute weniger Musik? Welche Unterschiede im Hörverhalten bringt der Wandel der Technik (z.B. von der Kassette bis zum Streaming) mit sich? Ist Musik weniger wichtig und gilt sie gar nur als Add-On fürs Video? Wer betreibt noch analytisches Hören der aktuellen Musik von anderen Produzenten? Wie stehts mit Singles vs. Alben? All das und mehr…

Antworten

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19 Kommentare

bei “Hörverhalten im Wandel der Zeit #291

  1. Perry Walczok Nov 11, 2014

    Ich habe als erstes eigenes Kasettengerät ein „Gerachord Made in Gera“gehabt. Wobei die gleiche Technik auch in der SKR – Reihe eingebaut wurde. Die SKR- Reihe waren durchaus sehr hochwertige Geräte welche sich vor den damaligen „West-Geräte“ nicht zu verstecken brauchten. Leider wurden sie über Quelle & Co. regelrecht verramscht. Heute höre ich auf fast allen Medien die verfügbar sind.
    Wobei MP3 für mich keine Rolle mehr spielt. Wenn komprimiert,dasnn kommt legidlich das Flac – oder Apple Lowlessformat in Frage.
    Teils bewusst und manchmal unbewusst analisiere ich die Musik und hole für mich Ideen heraus. Was die Genres angeht, das hängt von meiner persönlichen Stimmung ab. Ich höre mir aber auch sehr gerne Vinyl’s an. Denn die haben halt immer noch den gewissen Charme.
    Ach so ja! Aufgenommen habe ich in den 80’ern von Bayern3 oder Rias2.Was Hip-Hop anbetrifft so muss ich etwas dazu sagen.
    Wer damals den Film BeatStreet gesehen hat,der weiß sicher dass zumindest die ersten HipHop-Akzente kamen. Natürlich war auch die typische alte House-Linie sehr present.

    • P.Chris Nov 12, 2014

      Du meinst sicher „den alte Ami Rick De Lisle“ auf RIAS 2… für mich in meiner Jugend eine Art „Lebensgefühl“, als würde man immer direkt durch ihn durch die Charts enzyklopädisch transportiert werden… als säße man quasi im Regieraum, als jener oder jener Song produziert wurde.

  2. Philipp D. Nov 12, 2014

    Bei mir ging’s auch mit Kassetten los. Habe immer eine im Doppelkassettendeck gehabt, die je nach Bedarf (wenn mein Lieblingslied im Radio kam) auf „Record“ geschaltet werden konnte. Ich finde das, was Matthias gesagt hat mit Bezug auf den Ausdruck von Gefühlen über Mix-Kassetten bzw. CDs (inklusive liebevoll gestalteter Cover) sehr richtig. Genau so war es. Es ging mit Kassetten los, später waren es dann CDs und für kurze Zeit Minidiscs. Wir haben uns damals dann auch noch gegenseitig Kritiken zu unseren zusammengestellten „Alben“ geschrieben.
    Irgendwann gab mir ein Bekannter dann eine CD-Rom mit unzähligen MP3s und sagte so in etwa: „das ist meine neue Mix-CD, dieses Mal nicht mit 20, sondern mit 120 Liedern“. Ich glaube, ich habe sie nie ganz durchgehört.
    Auf der anderen Seite schaue ich heute ganz gerne mal Hörlisten meiner Freunde auf Spotify an und ggf. lasse ich auch mal eine durchlaufen. Dies ist ja auch irgendwie wieder eine Form von Mix-CD, nicht im wahrsten Sinne des Wortes, aber übertragen.

    Ich finde nicht, dass Musik weniger gehört wird oder weniger wichtig geworden ist oder „nur“ noch konsumiert wird, wie es Maria meint.
    Mich stört das Wertende bei der Unterscheidung zwischen „konsumieren“ und „leben“. Ja, ich mache heute auch keine Mix-CDs mehr. Ich höre aber durchaus gesamte Alben in der U-Bahn oder im Auto. Das hat weniger etwas mit der Tatsache zu tun, dass ich die Musik jetzt weniger lebe (und stattdessen „nur“ konsumiere), ich lebe sie einfach anders. Was Maria sagt, ist doch Teil des klassischen Passageritus, durch den Jugendliche gehen wenn sie erwachsen werden. Ob das jetzt „Musik konsumieren“ oder „Musik leben“ genannt wird tut doch eigentlich nichts zur Sache, oder? Es kann doch gut sein, dass sich die Definition von „Musik leben“ ebenfalls sehr verändert hat.

  3. P.Chris Nov 12, 2014

    Ich denke dass das Hörverhalten, ob man Musik genießt, konsumiert, sich berieseln lässt, lebt etc. sich für meine Eindrücke wesentlich in 2 Lager von Zuhörern unterscheidet:

    Der Musiker bzw. Musik-affine Zuhörer, der in einer analysierenden Art etwas genauer hinhört und reflektiert, was in der Musik mit z.B. Sound, Instrument, Orchestration, Arrangement, Harmonie, Gesang usw. passiert und den (nicht böse gemeint) „gewöhnlichen“ Konsumer, der nicht so dermaßen analytisch reinhört und sich einfach nur von der Stimmung und Story eines Songs mitnehmen lässt, ob er nun eine Tätigkeit nebenher ausführt oder im Entspannungsmodus der Musik lauscht, bzw. sich von ihr unterhalten lässt.

    Schon als Kind gehörte ich (unbewusst) zu den analysierend geprägten Musikkonsumenten, was sicherlich durch meine beiden älteren Brüder
    und vielen tollen Stunden vor dem Plattenspieler und Kassettenrekorder auf den Weg gebracht worden war, wenn die Beiden ihre Idole wie Hendrix, Beatles, Kiss oder einfach ungewöhnliche Dinge und Klänge wie Kraftwerk etc. analysierten.
    Als ich irgendwann selbst mit dem Musikmachen anfing ist mir bewusst geworden, das ich als Kind bereits schon immer auf alle Details in einem Song hörte, wenn ich Musik insbesondere zum Einschlafen hörte (und ich eher Dinge wie Presley, Sinatra, D.Martin und klassische Filmmusik bevorzugte) und ich eine gewisse Fähigkeit entwickelte, mit Leichtigkeit Sounds/Instrumente und Noten herauszuhören und schnell nachzuspielen und dafür keine Songbücher brauchte.
    Für mich war das immer eine Art Abenteuer, herauszufinden, wie ein Song in seinen gesamtem Strukturen und Komplexität eigentlich zusammenhängt und funktioniert.

    Ich denke daher auch, dass das in 1. Linie der wesentliche Unterschied zwischen den Lagern ist, wie „Musiker“ und „Konsumenten“ Musik wahrnehmen, auch wenn es einem vielleicht gar nicht in der Tiefe so bewusst ist, das er Musik auf analytische Weise wahrnimmt.

    Auch ich habe wie viele andere Jugendlich oft stundenlang mit Kopfhörer vor dem Radio gesessen und auf DEN Song gewartet und zwischen den Sendern hin und her gewechselt, um ihn aufzunehmen und eigene Mixtapes zu machen.
    Streamingportale hätten einen damals echt viel Zeit erspart aber ich denke, das dann auch vieles in der eigenen musikalischen Entwicklung nicht stattgefunden hätte, wenn man seine begehrten Songs und Genres einfach via Knopfdruck zur Verfügung gehabt hätte.
    So war man durch das stundenlange Hocken vor dem Radio mehr oder weniger gewollt gezwungen, sich auch ganz viel andere Musik zuzuführen und kam schnell zu der Erkenntnis, das die Welt der Musik aus sehr viel mehr bestand als nur aus den damals angesagten Acts und Genre. Nun ja.

    Ich denke, was Maria Kimberly zu sagen versuchte ist, das viele Menschen Musik heute zwar hören, aber viele nicht mehr so richtig „hinhören“, wobei ich generell glaube, dass das den Umstand geschuldet ist, wie Musik-affin man auch selbst ist.

    Ein Musiker wird Musik doch immer etwas anders wahrnehmen, als z.B. Begutachtung einer Arbeit, trotzdem er sich auch durchaus einfach mal nur berieseln lassen kann und nebenher andere Dinge tut.
    Sobald in einem nebenher laufend berieselnden Song dann etwas nur marginal ungewöhnliches passiert, wird ein Musiker schnell- oder schneller hellhörig und es findet fast immer mehr oder weniger stark, ein analytischer Prozess statt.

    Ich für meinen Teil höre heute nur noch ganz ganz selten mal Radio oder Musik bei Nebentätigkeiten.
    Wenn ich (andere) Musik exzessiv höre, dann nur aus dem Grund, weil ich gerade mit einer Bio eines Künstlers/Band beschäftigt bin und alle darin angesprochenen Werke komplett analysierend auseinandernehme, weil man dann doch wiederum etwas anders hinhört.
    Für mich gibt es auch nichts langweiligeres als Musik wie z.B. ein Demo, das man mir zum Reinhören in die Hände drückt und mir nichts dazu erzählen kann, was ihn dazu veranlasst hat, diesen Song zu schreiben.
    Daher finde ich Musik heute größtenteils einfach belanglos und langweilig, weil immer seltener eine gute, witzige, kreative, interessante, inspirierende u.ä. Geschichte hinter einem Song steckt und nur noch gemacht wird, weil sie Hauptsache in den Mainstream passt, um sie auf den Markt zu schmeissen.

  4. Maria Kimberly Nov 12, 2014

    Danke für die Kommentare!

    Ich finde Eure Statements richtig gelungen.

    Und natürlich ist mein „Wort“ nur subjektiv, kann es auch nur sein.

    • P.Chris Nov 12, 2014

      Natürlich ist (d)ein Wort immer subjektiv- in einer freien nüchtern sachlichen Subjektivität, ist solch ein Wort aber manchmal bedeutender gewichtig, als das Objektiv… denn schließlich ist das Streben nach Wissen (und des Rätsels Lösung) immer darin begründet, warum der Eine oder Andere jenes und dieses so oder so macht.
      Nichts ist doch langweiliger (und noch weniger Erfolg versprechend), als ein objektiv allgemeingültiges Rezept, das quasi ja jeder nachkochen kann ;-) Wo bleibt da der Reiz ?

      Viele Grüße
      πter Chris

  5. Jörg Nov 12, 2014

    Mir hat diese Podcast-Folge sehr gut gefallen, ein wirklich interessantes Thema!
    Ich (Jahrgang 1970) hatte auch in den 80ern ein deutlich intensiveres Verhältnis zum Musikhören, als ich es heute habe, und kann mich da in sehr vielen Aussagen des Podcasts wiederfinden. Der Aspekt, dass die Pubertät da eine große Rolle spielt, klingt für mich sehr schlüssig. Das hören und aufnehmen der wöchentlichen Hitparade im Radio (HR3 und SWF3) gehörte damals zu meinem festen Ritualen, Moderatoren wie Werner Reinke hatten schon einen Superstar-Status. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie Reinke „Do they know it’s Christmas“ immer wieder unterbrach, weil die Hörer den Song eben nicht aufnehmen sondern sich gefälligst die Single kaufen sollten – sowas ist ja heute gar nicht mehr denkbar. Es gab damals bei HR3 auch über die Osterfeiertage ein 3-tägiges „Wunschkonzert“, bei dem man sich mittels Postkarte (!) einen Song wünschen konnte. Den Sendeplan konnte man sich dann vorab mit einem frankierten Rückumschlag zusenden lassen, damit man wusste, wann man am Tapedeck sitzen musste. Heute gebe ich einen Titel bei Spotify oder YouTube ein und los geht’s. Internet killed the Radiostar….
    Matthias sprach auch den Disc-Center Katalog an. Das war bei uns auch ein großes Thema, dieses Heftchen genauestens durchzublättern und dann eine Sammelbestellung mit einem Teil der Schulklasse aufzugeben. Und heute? Heute kann jeder unterwegs auf seinem Smartphone jeden beliebigen Titel online kaufen, ganz für sich alleine. Die gemeinsame Vorfreude auf den Paketdienst fällt dabei komplett unter den Tisch. Auch gab es damals die Band-Sammler: Sobald es was Neues von der Lieblingsband gab, kaufte man sich direkt alle Formate (Single, Maxi, Remix, Import…). Bei Bands wie Depeche Mode oder Frankie goes to Hollywood konnte das dann schon mal sehr teuer werden.
    Als „Kind der 80er“ hatte ich auch ein sehr enges Verhältnis zu meinen Kasetten. Da wurden nicht nur die einzelnen Titel mit der handgestoppten Laufzeit dokumentiert, auch der Stand des Zählwerks vom Tapedeck musste auf genauestens Dokumentiert werden. Als dann gegen Ende der 80er die CD-Sammlung allmählich wuchs, habe ich mir auch wirklich immer mal wieder ein Album komplett in aller Ruhe angehört – okay, in der Regel waren es meistens Pink Floyd oder Dire Straits ;-)
    Ich glaube noch nicht mal, dass sich die Qualität der Musik so extrem geändert hat. Auch in den 80ern gab es in jedem Genre viel Schrott, das ist heute auch nicht anders. Was sich aber extrem geändert hat, ist die Kommunikation über das Musikhören. Es ist doch schon ein Unterschied, ob ich in meiner Facebook-Timeline einen YouTube-Link teile oder ob ich mich in der Schule ganz konkret mit einem Mitschüler über die Radio-Hitparade des Vorabends unterhalte. Das hat meine Jugend schon ziemlich geprägt. Vielleicht auch ein Grund, weshalb auch heute im Radio und im TV die Musik der 80er immer noch einen festen Platz hat – damit die Alten noch mal in den Erinnerungen an die alte entschleunigte Zeit denken.

  6. Hallo,

    als „Kind der 90-er“ habe ich natürlich auch mit Walkmen und Kassettendecks Musik auf Kassetten überspielt, bzw. die 1Live Hitfahrzentrale um Chartmäßig einigermaßen aktuell zu sein. Früher regelmäßig CDs gekauft: Bravo Hits, Just The Best usw. auch einige Alben je nach damaliger Ausrichtung waren das The Offspring, auch mal ne Thunderdome oder Black Hits. Meine ersten 2 CDs waren „Reim“ von Matthias Reim [nicht Österreich ;-)] und „Looking For Freedom“ von D. Hasselhoff. Retro
    Heute nutze ich den Service von Google Play Music und Amazon MP3, um meine Musiksammlung in der Cloud verfügbar zu haben. Ab und an kaufe ich auch was. Mit den Flats kann ich nicht viel anfangen. Mir geht es auch viel um den Besitz.
    Und aufgrund der heutigen Masse die hinzukommt, fällt es mir schwer die richtigen Perlen rauszupicken, um nicht den Overkill zu erleiden.
    Wenn ich mal nen Titel auf der Arbeit im Radio gehört habe, der mir gut gefällt, dann recherchiere ich schonmal und kaufe mir dann je nach dem den Titel, Sampler oder Album.
    Die Zeit für den Konsum habe ich während der Autofahrt oder beim Spazieren gehen. Dann kann ich auch bewusster zuhören. Ansonsten läuft’s eher nebenbei zur Hausarbeit, am Rechner beim Zocken oder surfen.

  7. Mondmann Nov 14, 2014

    Ich (Jahrgang 1963) habe meine erste LP mit 14 Jahren gekauft und zu der Zeit auch schon eine gewisse Anzahl an Kassetten besessen die ich mühselig beim Radio mitgeschnitten habe. Ich selbst habe immer wieder Phasen in meinem Leben in denen ich sehr intensiv Musik höre. Was sich verändert hat ist mein Hörverhalten. Früher waren es eigentlich meistens große Boxen und heute sind es oft teure Kopfhörer über die ich die Musik genieße. Unsere Bar hat mein Hörverhalten auch gleich noch 2 Mal in den letzten Jahren verändert. Am Anfang dur die ständig vorhandene Geräuschkulisse im Hintergrund (dadurch hab ich zuhause viel Kopfhörer zu hören angefangen) zum Anderen durch die Live- Auftritte der Liedermacher bei uns in der Bar. Durch die Live Sachen wurde mir das Werkeln und die Mühe der Menschen hinter der Musik wieder bewusster. Mal verspielen rückte mehr in den Hintergrund und der Spaß an der Musik dafür in den Vordergrund.
    Mit meiner 10 jährigen Tochter sehe ich die nächste Generation heranwachsen. Sie kann beim Musik hören völlig in ihrer eigenen Welt leben. Das war bei mir früher nicht anders oder ist es auch zum Teil heute nicht.
    Was sich geändert hat sind die Quellen. Früher Radio und Kasettenrekorder heute ist der Kasettenrekorder von den MP3 ersetzt worden und das Radio hat sich verändert. Ich nutze mitlerweile oft Software mit der man viele 1000 Sender empfangen kann. Früher waren es nur HR3 und SWF3. Musik hören allerdings, zählt noch immer zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

  8. Pfau thomas Nov 14, 2014

    ich bin auf den 70ern Jahren,
    die erste Phase meines Lebens hörte ich Musik sogar noch großen der großen Bandmaschine.
    Kassetten und Schallplatten fing ich an etwa in den 80ern Jahren zu hören.
    Natürlich die CD und Schallplatten werden meistens mit Liebe zum Deteil angeboten .
    Siehe von Pink Floyd demnächst kommt noch eine neue Scheibe als LP und als CD das finde ich noch Spitze.
    Ich mache es so z.B. Ich kaufe die CD wenn mir etwas gefällt und dann mache ich daraus MP3’s für mein Handy oder so.
    Spotify finde ich ersetzt das Radio.

  9. Sid.Vicious Nov 16, 2014

    Tja wieviele CD’s man EMP oder Nuclear Blast damals bestellt, weil die Beschreibung einem zugesagt hat oder die mit anderem was man gut fand verglichen wurden. Und dann hat’s einem nicht gefallen so wirklich gar nicht, aber immer wieder wieder, da man ja sein wenige kohle dafür rausgeworfen hat.

    Tja ehrlich gesagt ich bin froh, dass diese Zeiten irgendwie doch vorbei sind und man in alles vor dem Kauf reinhören kann. Dazu kommt außerdem , dass man einfach auch älter wird und man keinen Bock mehr seine begrenzte Zeit mit etwas zu verbringen was einem partout nicht gefallen will.

    Das Musik nur als alleinige Beschäftigungsquelle war meines Erachtens im guten alten „damals“ nicht so. Meist hat man die Musik mit mehreren gehört und disktutiert oder dabei halt auch noch was anderes gemacht.

    Früher hab ich Musik zum headbangen gehört, mittlerweile gehts auch ohne Musik.

  10. Philipp D. Nov 17, 2014

    Mal nicht direkt zum Thema, aber vielleicht irgendwie doch, zwei interessante Podcasts aus dem Programm des Deutschlandfunks:

    „Pop will eat itself“
    http://www.deutschlandfunk.de/podcast-feature.1383.de.podcast

    Und

    „Digitale Musikproduktion: Grooven und falten“
    http://www.deutschlandfunk.de/podcast-wissenschaft-im-brennpunkt.741.de.podcast

  11. Patrick Pierson Nov 18, 2014

    Hi,
    beim Hören des Podcast hab ich mich auch ertappt. Ich bin ein Album-hörer, gewesen und geblieben. Nur hört man mit 16-22 Jahren Musik eben anders. Man identifiziert sich damit. Damals wäre es mir nie in den Sinn gekommen BonJovi oder so Softrockkram zu hören. Heute ist man da aufgeschlossener. Auch wusste man als Jugendlicher welches Lied nach welchem kommt, wie es heißt, man konnte quasi alles mitsingen – den Text und auch die Gitarrenriffs. Heute ist das irgendiwe anders. Kenne kaum die Liedtitel der Alben, die ich höre. Es gab viele Kassetten, die ich in meinem Walkman gehört habe, bis das Band durch war… Musik höre ich nach wie vor beim Autofahren, Rasenmähen, Staubsaugen, durch die STadt laufen etc… da hat sich wenig geändert. Zuhause hör ich vielleicht weniger als früher, aber nicht merklich.

    bis zum nächsten Podcast
    Patrick

  12. Alex 28 Nov 23, 2014

    Was ändert sich im Laufe der Zeit wie ich meine Musik konsumiere?

    Eine überaus interessante Frage die ich für mich, wie folgt, beantworten kann.

    Wo früher die CD interessant war, sich die Zeit zu nehmen, sie in meinen vier wänden zu hören, übernehmen heute für mich kleine Konzerte in diversen Clubs diese Aufgabe. Nicht immer mit den Megabands.

    Es gibt so viel kleine richtig gute Bands, die blos gut, ihre plattform in kleinen gemütlichen Clubs bekommen. Somit entsteht für mich jedenfalls, eine andere Intimität zu der Musik der Band und dem was sie mir mit ihrer Musik sagen will.

    Klar ist auch einmal ein Konzert einer bekannten Band dabei. Es geht mir hier vielmehr um die Gemeinschaft die sich bildet, die Band durch mitsingen, oder in Gedanken das ein oder andere Instrument mitzuspielen, zu unterstützen und somit ein mehr, eine Art mitgestaltungsgefühl an diesem Konzert zu erleben.

    Damit hat sich für mich mein Verhalten von Konsum an Musik verändert.

  13. Philipp D. Dez 13, 2014

    Weiß nicht, ob irgendwer diesen Thread noch liest. Ich hätte einen kleinen Wunsch/Tipp für nen Podcast, der dieses Thema irgendwie aufgreift. Und zwar, was sagt ihr zum Taylor Swift Phänomen? Was die da veranstaltet geht doch irgendwie gegen alles, was ihr im Podcast und wir zuhause gesagt/gedacht haben. Nämlich, dass es NUR noch über das Internet geht und dass man sich diesem besser nicht verschließt. Und was macht die Frau Swift? Sie verkauft mehr Alben als alle anderen in den letzten 10 Jahren und das mit „traditionellem“ Marketing über Radio und Fernsehen. Wäre doch mal eine Diskussion wert?

  14. @Philipp: Klaro! Wird alles gelesen :-)

    Wie kommst du:

    1) Darauf, dass wir sagen es geht NUR über das Internet? Also ich kann das von mir aus nicht behaupten. Im Gegenteil. Ich bin sogar kein großer Verfächter des Internets. Ich glaub, speziell im Rockbereich ist und bleibt das „Medium“ der Liveauftritt.
    Klar, wenn du eine größere Fanbase hast, dann macht das Internet natürlich „Sinn“ um Menschen über deine Neuigkeiten zu informieren. Aber ob man „nur“ über das Internet langfristen Erfolg aufbauen kann? Ich glaube nein….

    2) Taylor Swift ist glaube ich kein gutes Beispiel, da sie in eine sehr eigene „Kerbe“ von Musik schlägt, die noch extrem auf alt hergekommene Medien zählt, den Country/Westernstyle.
    Das kannst du in etwa mit der „Schlagewelt“ in Deutschland vergelichen. Wenn du dir da mal die CD Verkaufszahlen anschaust, wird dir schlecht ;-)

    Lg,
    Maria

  15. Philipp D. Dez 15, 2014

    Danke, Maria, für die Antwort. Ich hatte mich nicht so richtig deutlich ausgedrückt. Ich meinte natürlich nicht, dass ihr sagt, dass man NUR das Internet benutzen soll/muss. Eher, dass man das Internet benutzt PLUS live spielen. Aber, dass man auf traditionellem Wege (CD, kein Spotify, keine downloads etc.) nicht mehr wirklich etwas gebacken kriegt. Deshalb hat mich das Taylor Swift Beispiel so überrascht, vor allem als ich las, dass sie ganz gezielt Radio und Fernsehen als Marketing Kanäle benutzt hat und mehr CDs verkauft als irgendein anderer Künstler seit 2002 (in den Staaten, so weit ich weiß). Dein Argument bzgl. des Musikstils ist aber einleuchtend. Country zieht vielleicht wirklich noch eine Menge Traditionalisten an, die sich eben noch CDs kaufen.

    Danke!

    Gruß,
    Philipp

  16. Harald Feb 9, 2015

    Die Unterhaltung hat mir gut gefallen. Auch wenn der Beitrag etwas älter ist, will ich noch meinen Senf dazu geben.

    Ich will noch mal auf die Wertigkeit von Musik eingeben. Sicherlich, die Szenen von früher gibt es nicht mehr, und auch Informationen, die es früher mit einer Schallplatte oder vielleicht auch noch mit der CD bekam, muss man sich mühsam im Internet zusammensuchen. Auch die veränderte Verfügbarkeit hat sich verändert. Alles richtig.

    Einen entscheidenden Punkt hab ihr allerdings ausgelassen: die Dynamamic der „Remixes“ auf CDs und später im Download- und Streamingbereich hat seit 1993 reichlich nachgelassen. Der sogenannte Loudness War hat dazu geführt, dass vieles beliebig wird, nicht mehr wirkt, die Gänsehaut ausbleibt.

    Drauf gekommen bin ich, als ich mir nach langer musikalischer Abstinenz – ich hatte einfach keine Kohle für CDs oder eine brauchbare Anlage –, vor allem am Anfang die alten Hits aus Ende der 70er zusammengekauft hab. Nachdem ich dann Remixes aus der Zeit vor und nach dem Loudness War zugelegt hab, war das alte Gefühl wieder da.

    Hier ein Beispiel mit The Cure: http://dr.loudness-war.info/album/list/year/desc?artist=the+cure

    Bei nebenbei hören im Radio, Auto oder beim Laufen fällt das nicht so auf, aber vergleicht einfach mal die „lauten“ Version mit den richtig abgmixten.

  17. Perry Walczok Feb 10, 2015

    Dem kann ich mich ohne Wenn und Aber nur anschließen. Das ist aber auch der hektischen Schnelllebigkeit geschuldet.
    Nur wenige haben oder nehmen sich die Zeit,die Musik bewusst als Ganzes wahrzunehmen. Dazu kommt die Manipulation der Ohren und dem Gehirn durch die Mehr-Kanalsysteme. Fakt ist doch, dass nur eine ganz geringe  Menge der Musik-Datenträger in Mehrkanalton abgemischt wird. Und wenn, dann sind das einige Klassik-Werke.

© delamar.FM