Über-produzierte Alben #177

10. Juli 2012

In den folgenden 60 Minuten erwarten dich spannende Diskussionen rund um das Thema über-produzierte Alben. Erfahre, wann ein Album überproduziert ist und warum das unter Umständen zu einem Problem werden kann. Es gibt zahlreiche Tipps & Tricks rund um das Thema Producing, und wie immer eine Menge Spaß bei bester Unterhaltung.

Jetzt erst einmal viel Spaß beim Hören!

Über-produzierte Alben – delamar Podcast #177

Es geistert wie ein ungesehener (hätte wohl besser ungehörter) Mythos durch die Landschaft der Musikerpolizei: das überproduzierte Album. Wirklich nur Mythos? Oder ist am Ende etwas an der Geschichte der Über-Produktion dran? In den kommenden sechzig Minuten sprechen wir über eben solche Alben und wie man überhaupt bemerken kann, dass ein Album zu viel produziert wurde. Es ist eine Menge gesprochen, erörtert und heftig diskutiert worden – das kann ich im Vorfeld bereits ankündigen.

Weniger gut scheint es mir heute zu gelingen, die einzelnen Punkte aus der Sendung in geschriebene Worte zu verfassen. Ich versuche mich dennoch mal daran: Es geht heute darum, was ein Produzent überhaupt macht, welchen Aufgaben er sich widmen muss und warum ein Produzent mehr als nur ein „Effekt“ auf einem Musikstück. Natürlich klären wir, wann ein Album überproduziert ist und woran Du das bemerken kannst. Und auch die Fragen „Wie unterscheidet sich die Produktion im professionellen Bereich von der im Bereich Homerecording?“ ist ein Teil der auf dich wartenden Folge.

Es gibt noch eine Menge weitere Informationen, die dich erwarten und daher wünsche ich dir nun beste Unterhaltung beim Hören.

Antworten

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10 Kommentare

bei “Über-produzierte Alben #177

  1. Kahlbert Jul 11, 2012

    Zwei donnernde Hurras für das Wormser Jazz-Festival (da haben wir auch schon mal gespielt)!

    Sehr genial auch der Auftritt von Dick Brave! Bei solchen Gelegenheiten muss ich immer an den Kollegen Kolonko denken, der immer betont, dass es heutzutage nicht ausreicht, wenn sich ein paar Jungs auf die Bühne stellen, die’s einfach draufhaben – dick this! ;-)

  2. Kahlbert Jul 11, 2012

    Spatz oder Taube? Das kommt darauf an, ob es sich um eine afrikanische oder eine europäische Taube handelt.

    Bleibt die Frage: Wie kommt Sch…. aufs Dach?

  3. Sascha Jul 11, 2012

    Überproduktion ist für mich, wenn man einen Song komponiert, und beim Produzieren versucht sämtliche Ghostnoten, oder Ghostmelodien, die man durch das Zusammenspiel der Instrumente teilweise wahrnimmt, auch noch durch neue Instrumente ersetzen möchte. Denn weniger ist eben mehr. Es gibt Songs die in einer Jamsession einfach ein geniales Gefühl rüberbringen und einen Augenblick darstellen, den man einfach nicht mehr produzieren kann. Da hilft nur, gleich beim Jammen aufnehmen. Die meisten guten bis genialen Alben von Bands, sind meist auch die eher rohen Aufnahmen…sprich Debuts, wo das Budget noch ziemlich kurz gehalten wird. Wenn nachher auf weiteren Alben dann mehr Geld zur Verfügung steht, wollen viele dann eben noch hier ne Trompete, da nochn Klavier, und hier noch ne Gitarre, sprich, die Hauptmelodie wird zugepflastert mit Melodien. Überproduzierte Alben sind für mich Alben, die zwischen 1987 – 1995 plusminus produziert wurden. Beispiele: Bon Jovi mit New Jersey, Mike Oldfield mit Islands, Extreme mit Three sides to every story…nur um ein paar zu nennen. Und wie ihr schon erwähnt habt bei Frau Gaga, merkt man erst später, wenn Songs reduziert vorgetragen werden, dass sich dahinter schon ziemliche Knaller verbergen. Aber letztenendes, es ist immer eine Geschmackssache. Es soll Leute geben, denen Modern Talking gefällt :D

  4. Ben Blutzukker Jul 12, 2012

    Ein wenig Off-Topic: Die Band „Schweisser“ hatte sich 2001 aufgelöst, dann aber 2006 wieder zusammengefunden und ein blödes Album veröffentlich. Seither hört man nix mehr von denen. Aber „Eisenkopf“ und „Willkommen im Club“ waren in den 90ern grandios!

    Das Thema „Chinese Democracy“ ist, wie man eure Diskussion ja schon entnehmen konnte, ein schwieriges ;-)
    Ich finde, dass wenn diese Platte nicht von Guns N’Roses wäre, dann würde man es wohl einfach als ein sehr gutes Rock Album einstufen können. Ich persönlich höre diese Platte gerne, auch wenn sie ein anderes Feeling als die „Use your Illision“ Area bei mir erzeugt.
    Ansonsten kann ich aber bestätigen, dass diese Band, die heute GNR ist diese neuen Songs als auch die alten Klassiker hervorragend live rüberbringen kann! Ich hatte das große Glück die Jungs vor einem Monat live zu sehen. Sie haben das Konzert mit dem Song „Chinese Democracy“ begonnen – und der Mob hat getobt!

  5. Frank Hofmann Jul 12, 2012

    Hallo delamar-Team,
    habe selbst wenig Erfahrung mit Produktion, aber nach meiner Meinung ist Überproduktion:
    Alles DAS reinpacken, was eigentlich nicht drin sein müsste.
    Das Beispiel von Carlos, mit dem Lady-Gaga-Song der nur per Gitarre und Gesang performed wurde, sagt denk ich viel aus.
    Die wesentlichen Sachen müssen drin sein. Aber die unnötigen Effekte kann man sich echt schenken. Nach dem Motto: „Weniger ist mehr“.
    Meiner Meinung nach kann man die Musik sehr gut mit Kinofilmen vergleichen:
    Viele Special-Effekts wirken zwar bombastisch, aber wenn die Story und die Dramaturgie fehlt, wird´s einfach kein guter Film…
    Alte Filme die keine Computereffekte hatten sind trotzdem zu Kultfilmen geworden, weil die Idee dahinter einfach gepasst hat.
    Denke so ist´s mit der Musik auch.
    Man kann auch einfach nur auf Töpfen und Regenfässern trommeln und kann die Menschen damit begeistern.

    Liebe Grüße ans Delamar-Team! Macht weiter so! Besondere Grüße an Maria. Hoffentlich geht´s der Katze wieder gut?

    CU,
    Houser

  6. teor.de Jul 12, 2012

    alles was man in der produktion macht sollte man kurz überdenken.

    braucht der song das?
    für den inhalt?
    für die emotionen?
    aus irgendeinem anderen grund, der den song für den hörer interessanter macht?
    wirklich?

    NEIN?

    dann lass es weg!!!

    denn dann wäre es überproduziert.

  7. Torador Jul 14, 2012

    Wieder ein sehr interessanter und unterhaltsamer Podcast, vielen Dank dafür! :) Ihr stellt zu Recht fest, dass es sehr schwierig ist Überproduktion von gewolltem, stark ausgeprägtem Produktionsanteil zu unterscheiden (Geschmacksfrage etc.). Dennoch finde ich, dass es eine eindeutige und einleuchtende Definition von Überproduktion gibt: Die Produktion muss immer vollkommen im Dienste des Songs stehen und ihn (in welcher Hinsicht auch immer) verbessern. Das heißt, die Verbesserung des Songs ist Sinn und Zweck der Produktion. Steht aber die Produktion derart im Vordergrund, dass der Song nur noch das Mittel ist, um die Produktion zu transportieren, halte ich dies für Überproduktion, weil sie ihren Sinn verfehlt.

    Dennoch hat Carlos natürlich Recht mit seiner Aussage, dass dies für uns Musikhörer unmöglich festzustellen ist. Nur der Komponist/Musiker kann entscheiden, ob die Produktion noch seiner Komposition dient oder umgekehrt.

  8. Strubi3 Jul 15, 2012

    Bei Überproduktion geht es für mich um die Erwartungshaltung. Z.B. eine Album das nach einer gigantischen Stadium füllenden Band klingt, obwohl sie immer in kleinen Clubs vor etwa 50 Leuten spielen, würde als überproduziert bezeichnen.
    Eine Punk Band die auf der CD zusammen mit ein Orchester spielt wäre Überproduziert, so lange man sie nicht als z.B. „Punk trifft Klassik“ vermarktet.
    Genauso ist ein GNR Album für mich Überproduziert, wenn es nach einem Solo-Album von Axl Rose klingt und halt nicht nach einem GNR Album.

  9. michael Feb 28, 2013

    habe vor ein paar tagen obigen podcäst gehört und mir gleich gedacht. DIESER song ist überproduziert: http://www.youtube.com/watch?v=H7s-BlUKA4I

  10. Raphael Mrz 4, 2013

    Hola an die Damen und Herren…
    wieder beim Kinderwagen durch die Landschaft ziehen den Pod reingepfiffen…und in der Tat, da gibt es einige Punkte im Hinblick zu diskutieren:

    Ich würde sehr wohl behaupten, dass es überproduzierte Alben gibt und würde auch nicht auf Begriffe wie „richtig“ oder „falsch“ produziert ausweichen (ich glaube Moritz hat jene Terminologie vorgeschlagen). Richtig und falsch impleziert, dass es sich bei der Produktion eines Songs um eine objektive Sache handelt, aber genau hier liegt meiner Meinung nach der Knackpunkt. Ob ein Album überproduziert ist oder nicht ist irgendwie auch subjektiv und der Begriff – jeder von uns hat ihn wahrscheinlich schon mal benutzt – ist irgendwie auch nicht scharf zu umreisen, sondern eher einer diffuser Natur mit viel Grauzone…
    In einem Versuch vielleicht eine Art von Definition zu liefern:
    Überproduktion könnte z.B. sein, wenn man die ganze Studiotechnik der Technik wegen einsetzt und nicht, weil sie nem Song in irgendeiner Weise dienlich sind. EIn Beispiel: Man höre sich mal Sophie Hunger an und frage sich ob das auch funktionieren würde, wenn man volle Lotte das ganze platt bügelt und die allerfreakigsten Plug-Ins aus dem Ärmel schüttelt. Manchmal verlangt ein Song eben genau das nicht…
    Und genau hier kommt dann die Rolle des Produzenten ins Spiel, der als Außenstehender und jemand mit den neutralen Ohren sagt was Sache ist, bzw. kritische Rückmeldung gibt und nicht nur ein Plug-In nach dem nächsten druff haut und noch einen Maximizer etc…

    @ Maria:
    Ich stimme dir zu…die Chinese Democracy ist ein künstlerischer Griff ins Klo. Allerdings muss ich dir wiedersprechen was Slash angeht. Es gibt schlechtere Gitarristen!!! Nein Quark…ich bin auf ne Soloplatte (Apocalyptical Love oder so) von ihm gestoßen und das was ich gehört habe fand ich extrem solide (sehr schöne harmonische Wendungen, ein paar coole Riffs, 5. Stufe von harmonisch Moll als Alternative zur Moll Pentatonik und dann noch der eine Song mit dieser mehr oder weniger klassischen Kadenz mit netten Akkordumkehrungen für die mehr oder weniger chromatisch verlaufende Bassstimme in den Akkorden…

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