Hilfe, mein Gitarrist spielt Bass! – DG076

28. Februar 2015

Endlich ist Ann zurück. So konnten wir bei delamar Guitar wieder aus dem Erfahrungsschatz unserer Bassistin schöpfen, um eine Episode aufzunehmen, die den Viersaitern gewidmet ist. Dabei geht es um Gitarristen versus Bassisten, die Rolle des Basses in einem Song, wie man den richtigen Groove findet und vieles mehr. Viel Vergnügen!

delamar Guitar #076 – Gitarrist spielt Bass?!

Sind Bassisten Mangelware? Und daran anschließend: Können sich Gitarristen zu Recht einbilden, einfach mal den Bass-Part zu übernehmen, wenn kein Bassist am Start ist? Der Bass legt gemeinsam mit dem Schlagzeug das Fundament eines Songs, so der Konsens in unserer Runde, also sind da zumindest erhebliche Zweifel angebracht.

Weiter geht es mit Tipps zur Positionierung des Bassisten im Proberaum, zum Finden des richtigen Grooves und zum Spielen mit Plektrum oder Finger. Eine bunte Sendung, zu der Du herzlich eingeladen bist, etwas beizutragen – wir freuen uns auf Deine Kommentare unter diesem Artikel!

Antworten

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind mit * markiert

9 Kommentare

bei “Hilfe, mein Gitarrist spielt Bass! – DG076

  1. Hallo in die Runde …
    Interessante Ideen zum Verhältnis von Gitarre und Bass.
    Ich denke viel von dem, was auch wahr ist hat v.a. auch was mit der geschichtlichen Entwicklung der beiden Instrumente zu tun. Der E-Bass an sich ist ja ein sehr junges Instrument. D.h. dass der Bass auch so stiefmütterlich behandelt wurde und auch nach wie vor wird, denke ich hängt v.a. damit zusammen, dass in der Frühphase der Rock Era fast wirklich nur die schlechten Gitarristen dieses Instrument bedient haben. Da Rock (und alle nachfolgenden Richtungen) mit der Zeit auch starkt „institutionalisiert“ wurden halten sich bis heute alle möglichen Vorurteile etc…
    Ich kann mich noch an die Zahlreichen Diskussionen mit einer meiner früheren Bands erinnern, wo stundenlang über die Frage diskutiert wurde, ob der Bass an dieser Stelle nun einen Double Stop (Powerchord) oder nicht spielen soll/darf.
    Nun…aber hier die Frage: Wie will man kreativ sein, wenn die Welt sich in derartigen Mikrokosmen bewegt?

    Im Podcast wurde erwähnt, dass sich der Bass und das Schlagzeug auch separat treffen sollten um zu proben. Frage: Wozu?
    Ich würde mich selbst als ganz guten Bassisten bezeichnen. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, dass ich jemals nur eine Probe zusammen mit einem Drummer gehabt hätte.
    Ich denke der Schlüssel liegt wo anders. Wie im normalen Leben auch hören sich die Menschen lieber gerne selbst reden und beim Zuhören kommt die erste Hürde. Wenn wir davon ausgehen, dass Musik und Sprache diverse Parallelen haben (was sie auch haben – dazu könnte ich auch meine Zulassungsarbeit von der Uni vorlegen), dann liegt der Schlüssel in einem guten Rythmusfundament und auch einer guten Band im Zuhörvermögen der einzelnen Musiker. EIne Band in der jeder Musiker darauf pocht sein Dings zu spielen egal was die anderen Machen, diese Band kann nur kacke klingen. In einer Band, in der kommuniziert wird, d.h. die einzelnen Musiker sich die Bälle jeweils zuschmeißen und fangen, da rockt es. Will sagen: Der erste Punkt um ein gutes Fundament hinzubekommen liegt darin (neben der unterstellen Fähigkeit, dass man auch musikalisch ist), dass man nicht nur eine zurechtgelegte Linie/Fill/etc… runterspielt, sondern, dass man interagiert. Gerade Funk (was ja auch in der Sendung gezeigt wurde) lebt vom Feeling und um Felling zu transportieren muss man es zu allererst haben.

  2. @ Carsten:
    Tipps für den Gitarristen mit der goldenen A-Punkt-Lochkarte:

    1. Plek muss man nicht unbedingt wegwerfen (damit kann man auch unglaublich geile Sachen spielen (siehe Helmut Hattler, Wolfgang Schmidt)

    2. Beim Bass geht es nicht nur um die Noten, die man spielt, sondern v.a. auch um die Noten, die man nicht spielt. D.h. die Synkopierung ist wichtig, wenn es Funky werden soll.

    3. Die Technik richtet sich nach dem zu wollenden Sound (z.B. Dreifinger Zupftechnik (Daumen, Mittelfinger, Zeigefinger) für Disco Basslinien.

    4. Der Bass ist keine Gitarre! ABER…man sollte bei den Linien immer in Akkorden denken, denn danach ergeben sich die Töne, die man verwenden kann.

    5. Harmonien intelligent verbinden (hier kann es lohnen sich mal bei Bach und Co. umzuschauen, die die z.B. eine major 7 in Moll 7 benutzen…)

    6. Die Meister studieren. Ann hat schon RHCP erwähnt. Das ist ok, aber da geht noch mehr. Für interessante Mute Techniken sollte man sich Rocco von Tower of Power reinziehen (Youtube ist dein Freund!). Für’s Feeling und generelle Attitüden kann man sich auch mal TM Stevens reinfeifen (auch da gibt’s ein Instructional Video auf Youtube). Aber auch andere Meister wie Steve Bailey, der den Bass wie ein Piano angeht sollte man mal gesehen haben. Und und und…die Basswelt hat viel zu bieten!

    7. Wieder alles vergessen, was man gelernt hat und seinen eigenen Stil entwickeln…

  3. Das Proben von Bassist und Schlagzeuger mach nur in Abhängigkeit von der Stilrichtung mal mehr und mal weniger Sinn.
    Je anspruchsvoller das Material ist, desto mehr muss man üben. Es macht überhaupt keinen Sinn die Band auf der regulären Probe mit dem Ausarbeiten und Proben von Microtimes zu blocken. Oder?! Gut kann jeder halten wie er/sie will. Ich als Schlagzeuer habe darauf bestanden, dass ich möglichst viel mit dem Bassisten proben konnte. Im Ergebnis was das seh sehr nahe an der Perfektion der Peppers. Ohne üben gehts halt nicht.

    • Jau…also wie so häufig gibt es mehrere Wege nach Rom. Klar kann man das machen, wenn man der Auffassung ist, dass das irgendwie hilft. Wenn wir jetzt mal die Grenzsituation außer acht lassen, wo Musik wirklich durcharrangiert ist beispielsweise durch vertrackte Synkopierungen und Taktwechsel, dann würde ich sagen, dass es extra Proben nicht braucht.
      Die Mikrotime ergibt sich bei gutem Zusammenspiel in der Regel von selbst. Will sagen, wenn der Drummer laid back spielt, dann gehe ich da mit, wenn er in die andere Richtung spielt, dann tue ich selbiges. Von daher …
      Aber klar…das soll jeder so handhaben, wie er/sie das will….

  4. kauzi Mrz 2, 2015

    Interessante Episode, wobei das Bass spielen also solches für meinen Geschmack nicht so gut weggekommen ist. Hundertmal gehörte Aussagen wie „…3 Gitarristen…da muss halt einer die A-Karte ziehen…“ nerven nur noch und sind für angehende Bassisten wahrscheinlich nicht sonderlich motivierend. Ann, hier hättest du ruhig noch etwas energischer für die Bassistenzunft werben können :-)

    Meine Erfahrung mit bassspielenden Gitarristen ist, dass diese sehr dazu neigen rumzududeln, aber eben nicht zu grooven. Ich denke grundlegend sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Bass und Gitarre konstruktionsmäßig zwar sehr eng verwandt sind (ein Bass ist tasächlich nur eine tiefer gestimmte Gitarre mit 2 Saiten weniger), von der musikalischen Funktion her sind beide Instrumente aber, je nach Stilrichtung, recht weit auseinander. Gitarre macht Harmonie/Meldie und ist damit eher mit Gesang und Keyboard verwandt, Bass gehört zur Rythmusgruppe und steht dadurch dem Schlagzeug viel näher.

    Der Bass ist nicht der langweilige, abgespeckte Stiefbruder der Gitarre, sondern ein eigenständiges Instrument mit einer ganz anderen Herangehensweise an die Musik. Will man also von Gitarre auf Bass umschwenken (was ich jetzt nicht unbedingt als „A-Karte gezogen“ bezeichnen würde), muss man also zuerst mal die Perspektive und komplette Sichtweise wechseln.

    • Ich sehe das ähnlich, keine Frage.
      Da mir regelmässig kein Bassist für Recording zur Verfügung stand und ich selbst in die Situation gekommen bin, in einer Band aushelfen zu müssen, wegen längerer Krankheit des Bassisten, habe ich mich eingehend mit dem Instrument auseinandergesetzt. Da ich auch Schlagzeug spiele (richtig mit Ausbildung und so), war mir auch klar, worauf es beim Bassspielen ankommt. Und vor allem, dass man das nicht mal eben nicht nebenbei macht, war mir absolut klar. Ich finde Bass ist das Bindeglied zwischen Schlagzeug und Gitarre. Ich würde mich freuen, wenn die Bassisten mal endlich mehr auf der Bühne ausflippen würden anstatt nur unbeteiligt in der hinteren Ecke der Bühne herumzustehen. Leute gebt mal Gas, damit das Image der Bassisten etwas gewinnt

      • Ich denke, dass gerade in der Rock/Metal Szene der Bass auch dadurch so ein grandioses Imageproblem hat als dass man den Bass seit eh und je ziemlich stiefmütterlich behandelt und in ihm die Dopplung einer fetten Gitarre sieht (ich sag nur: Girl accidently slept with bass player ;-), dabei kann man auch auf dem Bass abgehen wie’n Wiener Schnitzel. Wer sagt, dass der Bass sich nur unterordnen muss?
        Ein Beispiel: Ich spiele in einer soliden Rock Band Bass. Ich würde unsere Band als professionell bezeichnen, da wir alle ausgebildet sind (sowohl autodidaktisch als auch Studium). Nun ist bei uns eine interessante Disposition an unterschiedlichen Charakteren vorhanden. Ich der Bassist spiele gerne viel und unser Gitarrist spielt gerne wenig. Witzig finde ich, dass sich genau durch diese Konstellation relativ coole Sachen ergeben sei es, dass auch ich am Bass Solos spiele, aber auch dass ich im Fundament mit interessanten Linien und Akkordarbeit arbeite. Dem Publikum und der Presse gefällt’s bisher.
        Ich denke, dass sich viele Bands gut daran täten die eingefahrenen Schubladen zu verlassen und sich auf’s kreative konzentrieren. Konventionen sind schließlich nicht in Stein gemeiselt und wo kreative Einfältigkeit hinführt hört man tagtäglich im (Format)Radio ;-)
        Was ich sagen will: Solange der Bass als stiefmütterliches A Punkt Loch Karteninstrument behandelt wird, wird sich – denke ich – sein Imageproblem nicht lösen :-(

  5. Wassisn Mrz 9, 2015

    Anne für dich.
    https://m.youtube.com/watch?v=FS0n4csFx_8
    https://m.youtube.com/watch?v=TOdo7dhvSwg

    Bitte nicht veröffentlichen bis hier
    Bass ist das Fundament. In Kirchen haben die Orgeln die um 12 bis 20 Hertz haben. Das macht dir Gefühle bis Angst und zur glückseligeit.
    Man hört es nicht aber man kann es fühlen.

    • haha…geiles Video von Primus! :-D
      …Frank Itt natürlich auch. Der darf nicht fehlen …

© delamar.FM