Der Wert der Musik #179

25. Juli 2012

Mit etwas Verspätung kommt hier jetzt unsere aktuelle Folge zum Wert der Musik. Was ist der Wert der Musik? Und wie kannst Du den Wert bemessen? In hitzigen geführten Diskussionen und angeregten Dialogen versuchen wir zu klären, wie viel uns gute Musik wert sein sollte und welche Implikationen bei der Klärung dieser Frage auf dem Weg zu finden sind.

Ich wünsche dir nun beste Unterhaltung bei der 179. Folge…

Der Wert der Musik – delamar Podcast #179

Trotz besten Wetters haben wir mit einem gut gefüllten Chatraum voller delamari ein selten spannendes Thema besprochen. Es geht darum festzuhalten, wie viel die Musik wert ist und welche Musik überhaupt einen eigenen Wert besitzt. Wie Du dir vorstellen kannst, entwickelt sich schnell eine hitzige Diskussion rund um das Thema, die viele unterschiedliche Meinungen – und davon auch einige unserer geschätzten Hörer – in den Raum stellt.

Hier wieder einige Stichpunkte, um die einen Anhaltspunkt zum Kern der Sendung zu geben:

  • Ist Musik schön, weil sie gefällt oder gefällt sie, weil sie schön ist?
  • Warum gibt es einen Unterschied zwischen ernster und Unterhaltungsmusik?
  • Macht es einen Unterschied, ob Musik als Download oder als CD vorliegt?
  • Ist Streaming anders als der Kauf von Musikstücken?
  • In welchem Verhältnis stehen Wert und Umsatz?

So sehr wir alle uns auch darüber im Klaren sind, dass die bedeutenden Momente unseres Lebens voller großer Gefühle von Musik begleitet werden, so unterschiedlich können die Meinung über den Wert sein…

Es ist eine spannende Runde mit einer Menge Input…ich wünsche dir jetzt viel Spaß und beste Unterhaltung beim Hören.

Antworten

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5 Kommentare

bei “Der Wert der Musik #179

  1. teor.de Jul 27, 2012

    Der Wert der Musik kann sich doch lediglch aus der “Beliebtheit“ ergeben. Also wie gern und oft die Musik gehört wird. Der monitäre Wert ergibt sich dann aus verschiedenen Einflüssen des jeweiligen Zeitgeists. Wer kann es zahlen, wer möchte es zahlen usw.

    Wenn jedoch niemand Gefallen an einem Musikstück findet, kann sie keinen allg. Wert haben, sondern lediglich einen persönlichen. Dieser spielt aber in einer öffentlichen Diskussion, in der es offensichtlich um den Wert für die Allgemeinheit geht, kein Rolle.

    Ob nun heutzutage potentielle Musikkäufer eher bezahlen würden, weil die Content-Industrie versucht sie dazu zu zwingen wage ich stark zu bezweifeln.
    Ich bin der Meinung, wer kaufen kann und möchte tut dies auch trotz vorhandenen illegalen Quellen, wer jedoch keine Kohle hat oder sowieso immer nur dem billigsten Schnäppchen hinterher rennt wird so oder so nicht kaufen.

    Gäbe es keine illegalen Quellen für Musik, so hätten diese Personen die Musik zwar nicht zur Verfügung, aber kaufen würden sie dennoch nicht.
    Somit ist der monitäre Schaden für die Musikindustrie durch illegale Downloads (wobei es ist doch nur das zur verfügung stellen illegal?) rein virtuell.

  2. Maurice Jul 29, 2012

    Ich denke, dieser Cast hat mal wieder gezeigt, wie schwer es ist, ein solches Thema mit einem konkreten Abschluss/Ergebnis zu beenden.

    Zu viele Ansichten und deutlich zu viele Kriterien in unterschiedlicher Gewichtung sind ein klarer Indikator, dass sich das alles nicht auf einen Nenner (Güte/Wert/Qualität) runterbrechen kann.

    Als kleine Randnotiz: Es wurde erwähnt, dass man entweder streame oder sich die CD kaufe. Das sehe ich nicht so. Seit Spotify in Deutschland verfügbar ist, verfahre ich eigentlich meist so: Ich höre bei Spotify rein, befinde die Musik für gut, kaufe die CD (fürs Auto, etc) und höre dann aber weiter bei Spotify diese CD, um dem Künstler so zusätzlich mit jedem Stream zu unterstützen (auf dem Handy, Computer, …).

  3. Michael Jul 30, 2012

    Ich denke, Carlos, du bist ein wenig zu kulturpessimistisch. Die Leute reden nicht nur, sondern handeln auch. Ich geb dir mal ein Beispiel: Eine der EPs von Evanescence, „Origin“, war nicht zu beziehen. Weltweit. Die – lass es mal 1000 Pressungen gewesen sein – wurden in den US für 10 US-$ (das waren nach damaligem Kurs etwa 15 DM, später etwa 8 Euro.) vertickt. Die waren ausverkauft. Musikfans (und ich mag die echt) kauften dann in Europa rare russische Schmuggelware („Sammlereditions“ als Raubkopie einer vergriffenen CD). Und ich war bereit, für diese CD, die nicht mehr im Handel erhältlich war und die originalerweise 8 Euro kostete, für 40 Euro (!) zu erwerben. inklusive Bonustracks der Demo-Tapes. Die gratis im Usenet umherschwirrten.
    Helvetios von Eluveitie saugte ich auch zuerst als „Raubkopie“, und kaufte zwei Wochen später das Original von 17 Euro bei Virgin. Sharing is Caring. Ich seh den Kauf von Vinyl heute genauso wie den Kauf eines T-Shirts als Teil des Merchandising. Als echter Musikliebhaber kaufe ich mir Tonträger, obwohl ich die MP3 als „Raubkopie“ auf meinem MP3-Stick habe. Lasst doch mal die Kirche im Dorf! Als der Cassettenrecorder in den siebzigern eingeführt wurde, prophezeite die Musikindustrie auch das Ende der Kreativität. Das Aufnehmen von Mixtapes würde Musik weniger wertig machen. Das war damals Quatsch und das ist heute auch Quatsch! Musik wird nur Demokratisiert, indem durch Streaming und billiges Internet aus das Prekariat Zugang zu Musik hat, das NIEMALS einen Fuß in einen Recordstore gesetzt hätte, da es so oder so sich die Musik nicht hätte leisten können. Heute nennt man sie „Raupkopierer und Verbrecher“, aber Bohlen und Co. produzieren doch nur für Kiddies und Arbeitslose (Man schaue sich nur diese DSDS-„Talente“ an, die da alljährlich ausgepresst und verbrannt werden, selbst wenn sie wirklich singen können haben sie keine Zukunft).
    Früher wurde Musik für eine viel zahlungskräftigere Masse produziert, für junge Erwachsene, die den Einstieg ins Erwerbsleben geschafft hatten und flüssig wahren. Doch erst das „Brot und Spiele“-artige Banddropping für ein johlendes Pareto-Prekariat, damit hat sich die Mainstream-Musikindustrie ihr eigenes Grab geschaufelt. Maria hat vollkommen Recht. Dieses Banddropping, „Superstars“ aus der Retorte, am Fließband ausgespuckt, das mindert den Wert der Musik, und desto weniger wird für sie gezahlt. Den neuen Medien gebe ich da nicht die Schuld, denn die Bands, die beständig dabei sind (auch z.B. Rammstein), mit beständiger Fanbase, verkaufen auch CDs trotz Streaming und youtube.

  4. IrgendeinThomas Aug 29, 2012

    Ich finde einen Wert über bestimmte Musik zu definieren ist so wie über guten oder schlechten Geschmack zu streiten. Jeder glaubt von sich selbst den Besten zu haben.;-)
    Besser den Wert im Kontext der Gesellschaft darzustellen was auch teilweise im Podcast versucht wurde. Hier hat mir die (sinngemäße) Aussage das allem das auch schnell verfügbar ist bzw. zu sein scheint meist auch keine große Wertigkeit zugemessen wird am besten gefallen. Vielen Konsumenten/Hörern ist leider nicht bewußt wieviel Arbeit hinter vielen Produktionen steckt.

  5. Raphael Mai 3, 2013

    Kann man den Wert einer Mucke überhaupt in monetären Kategorien beschreiben? Klar…geht schon, indem man einen Preis angibt, aber im Prinzip verhält es sich doch auch hier so wie mit dem Lachs im Nordpolarmeer: Der Wert, der als Preis ausgedrückt ist, entspricht nicht unbedingt dem Wert, der tatsächlich innewohnt und der persönlich bemessen wird. Eine alte Stratocaster ist mit Sicherheit nicht das Wert, was manch einer dafür hinlegt. Dieser „nostalgische“ Wert entsteht vielmehr durch Assoziation. Ich denke, dass das auch so bei Musik ist.
    Der eigentliche Wert ergibt sich aus dem kulturellen Produkt. Und das ist nicht unbedingt das selbe wie der Presi, der durch Angebot und Nachfrage entsteht.
    In diesem Sinne hat für mich Bohlen auch keinerlei Status!!! Er weiß sich zu vermarkten. Aber das was der musikalisch liefert, das ist ein wegwerfgut wie ein Tempo nachdem man es mit Naseninhalt befüllt hat. In diesem Sinne zeigt sich Erfolg auch mehr dann ob sich ein Werk auch langfristig gut macht und bei den Leuten zu finden ist (wie z.B. The Dark Side of the Moon von Pink Floyd)…ich glaube in diesem Punkt bin ich mit Maria d’accord.
    Aber als Nachtrag zur aktuellen Popkultur, wie sie im Pod angeschnitten wurde (und wie sie von Maria auch treffend beschrieben wurde mit der Anekdote zu ihrer veröffentlichten Scheibe):
    Musik ist heute viel mehr ein Wegwerfgut geworden. Ich kenne z.B. kaum noch Leute mit einer Plattensammlung wo man auch Platten von einem bestimmten künstler sammelt. Zudem ist die Bereitschaft nicht mehr so da dafür auch zu zahlen, da Musik auch sehr inflationär zur Verfügung steht und für einen fast konstanten „noise floor“ sorgt…egal wo man sich bewegt.
    Des Weiteren gibt’s heute auch eine Mannigfaltigkeit, die schier nicht mehr zu überblicken ist und die auch in Zusammenhang mit der „Demokratisierung“ der Medien steht. D.h. wenn man davon ausgeht, dass jeder Mensch theoretisch bereit ist einen bestimmten Betrag x für Musik auszugeben, dann können bei einer allgemeinen Zunahme des Angebots die Kuchenstückchen nur kleiner werden! Das ist halt (leider) so…
    Es ist jedoch nur schade, dass (und das ist nicht nur in der Musik so…man schaue sich nur mal die Einzelhandelslandschaft der einzelnen Innenstädte an) obwohl wir so viel Auswahl haben etc…nur ein kleines Reportoire, das dem standartisierten Raster entspricht durchlassen, das dann bis zur völligen Auslaugung überkomprimiert im Radio Tag ein Tag aus todgenudelt wird…

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