In der heutigen Folge von delamar guitar, dem Podcast zur Gitarre und ihren Saitensprüngen, wagt sich Henry in die Höhle des Löwen. Mit seiner gewagten, dass Coversongs eigentlich keine richtige musikalische Kunstform darstellen, legt er sich gleich mit zwei Mitmoderatoren an. Was seine Kollegen darüber denken, das erfährst Du in dieser Show. Viel Spaß!

delamar guitar #041 – Coversongs vs. eigene Musik

Wer Coversongs spielt, gilt in den Augen einiger Kollegen als »Aussätziger« der Szene. Gehen wir einmal davon aus, es handelt sich bei der Kritik gegenüber Covermusikern nicht um plumpen Neid, lassen sich vielleicht plausible Argumente finden, die das Covern schlechter als die Präsentation von eigenem Material aussehen lassen. In dieser Folge stellen sich Ann, Henry, Markus und Jens einer leidenschaftlichen Diskussion. Die provokante These, dass Coversongs keine gleichwertige Kunstform darstellen, war der Federhandschuh, den Henry insbesondere Markus und Jens hingeworfen hat, die bekanntlich beide Covermusiker sind.

Die Wahrscheinlichkeit, rentable Gigs buchen zu können, mag bei Coverbands größer sein als bei Bands, die ihre eigene Musik spielen. Das ist eine traurige Entwicklung. Ist das aber ein Sachverhalt, den man den Covermusikern vorwerfen kann? Der Kampf um weniger werdende Auftrittsgelegenheiten nimmt ständig zu und damit auch die ablehnende Haltung gegenüber jenen, die hier öfter die Nase vorn haben.

Aber rechtfertigt das die Missgunst gegenüber den Coverbands, die ihnen von ihren Kollegen, die ausschließlich eigene Musik spielen, entgegengebracht wird? Schließlich haben alle Musiker mal mehr, mal weniger mit dem Spielen von Coversongs angefangen, als sie sich um die Licks und Riffs ihrer Vorbilder bemühten. Jedenfalls verspricht dir diese Folge eine Menge Unterhaltung mit folgenden Topics:

  • »Willst Du machen viele Flocken, musst Du immer Cover zocken«
  • Kunst vs. Kommerz
  • Bezahlte Kunst – eine Dienstleistung?
  • Sind Coversongs eine künstlerische Betätigung?
  • Covern als Lernerfahrung und Kompetenzentwicklung
  • Sind wir nicht alle ein bisschen Covermucker?
  • Es gibt gute und schlechte Bands, ob für Coversongs oder eigene Musik
  • Sind Covermusiker faul und feige?

Wie stehst Du zum Spielen von Coversongs? Nimm an unserer Diskussion teil, indem Du uns einfach einen Kommentar im Anschluss an diesen Beitrag hinterlässt. Wir freuen uns auf rege Beteiligung. Stay tuned & ROCK ON!

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32 Kommentare

bei “Coversongs vs. eigene Musik – DG041

  1. Joe_CGN Dez 14, 2013

    Eigentlich ein interessantes Thema, das man auch auf Studiomusiker hätte ausweiten können.

    Allerdings fand ich den Podcast eher nervtötend, als dass ich davon etwas mitgenommen hätte. Henry’s „Ich bin dagegen“-Argumentation fand ich den gesamten Podcast über sehr unreflektiert und realitätsfern.

    Der Job einer Coverband ist es nun einmal zu unterhalten und das bedeutet eben NICHT durch eigene Schnörkeleien aufzufallen, sondern so eng wie möglich am Original und den Erwartungen des Publikums auf Basis ihrer Hörgewohnheiten zu sein. Die Originale sind eben meist erfolgreiche Stücke, die viele Leute emotional abgeholt haben und meist auch nur in exakt dem Arrangement und in der Intensität funktionieren, wie sie veröffentlicht worden sind. Abgesehen davon, dass man einen Song streng genommen gar nicht ohne Genehmigung des Komponisten umarrangieren darf (zu dem Thema gab es bereits einen podcast ;-) ) will auch niemand „Wanted Dead Or Alive“ mit einem alternativen Solo hören.

    Ist es Kunst, wenn ein Maler auf dem Marktplatz ein Van Gogh Bild 1:1 nachmalt? Ja, denn er beherrscht die Kunst des Malens, wie Coverbands die Kunst des Musizierens beherrschen. Daß dabei keine eigenen Werke geschaffen werden steht auf einem völlig anderen Blatt. Es gibt zahlreiche Coverbands, die irgendwann ihr eigenes Zeug gemacht haben (Bloodhound Gang, Steel Panther), und wenn man 40 Jahre zurückblickt wird man feststellen, dass die meisten „unserer“ Helden ihr Handwerk damals in sogenannten Top 40 Bands ihr gelernt haben. Ich denke, dass Coverbands einem Musiker eine wirklich gute Basis bieten, wenn es darum geht,sich vor größerem Publikum Live -Skills anzueignen.

    Interessieren würde mich was Henry von reinen Studiomusikern hält, die zwar durch ihre Performance im Studio neue Werke schaffen, diese aber ebensowenig komponiert haben wie Coverbands.

    @Markus: Wo finde ich denn Bach’s 9te ??? ;-)

  2. Joe_CGN Dez 14, 2013

    Die Frage nach der 9. Symphonie von Bach ziehe ich zurück…

  3. Henry Dez 15, 2013

    Hey ho ;)

    Kopieren ist keine Kunst, sondern nur das beherrschen von Fähigkeiten.
    Ich bin nicht gegen Covermusiker. Ich finde es langweilig, wenn ich als Zuschauer auf ein Konzert gehe und da wird nur Zeug nachgespielt. Mir fehlt die Kreativität, das neue, dass was mich echt berührt – nochmal, wenn ich die Top Ten hören will kann ich das im Radio mit den Originalen machen. Das kostet mich maximal die GEZ.

    Klar haben einige Bands als Cover Bands angefangen. Aber die haben irgendwann mal angefangen eigenes Material zu spielen. Und das ist der Unterschied zu Bands die 30 Jahre lang nix anderes machen wie Iron Maiden Songs nachzuspielen. Wenn man keinen Drang hat über die Bierzeltunterhaltung hinaus zu wollen, dann sollen sie das gerne machen. Note für Note ohne eigene Interpretation etwas nachzuspielen hat nichts mit Kunst zu tun. Wenn die eine gute Show haben hat das was mit Unterhaltung zu tun. Fürs 1:1 nachspielen hab ich nicht gelernt das eine oder andere Instrumet zu spielen. Das gibt mir nichts, andere mögen das anders sehen, deren Meinung respektiere ich auch. Auch wenn jetzt wieder jeder motzt – Ich hab eine Meinung die ich vertrete. Ich hab allerdings noch keine echten Begründungen gelesen/gehört, warum das 1:1 nachspielen Kunst sein soll. Nur das Beherrschen der Werkzeuge kanns ja wohl nicht sein. In meinen Augen ist Kunst das Zusammenspiel von Können und Kreativität. Zur Kunst gehört es auch etwas neues zu erschaffen. Wenn man eigenes Material am Start hat ist’s auch ok, die eine oder andere Covernummer, Neu interpretiert, mal ein zu schieben. Ich geb’s ja gerne zu, durch das nachspielen kann man viel lernen. Das steht ausser Frage.

    Zu den Studiomusikern:
    Da geht’s um Kohle, oder seh ich das falsch? Und da geht es auch nicht darum, Leute Live in einem Publikum zu unterhalten. Ich denk das wäre jetzt Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Studiomusiker müssen, genauso wie Covermusiker und die Künstler, die ihr eigenes Material spielen, die entsprechenden Fähigkeiten mitbringen. Künstlerisch sind sie durch die Vorgaben des Auftragsgebers eingeschränkt, nicht so stark wie ein Covermusiker, aber eingeschränkt. Was bei vielen wirklich schade ist. Glücklich war ich immer, wenn meine Ideen mit einbringen konnte.

    Ich hab schon viel durch in meinem Musiker Leben, auch Coverbands und es gab nichts was ich dröger fand, wie auf Bierfesten etc. Zeug 1:1 nachspielen zu müssen… Sorry, aber ist nicht meine Welt.

    Schönes Wochenende
    Henry

    • Christian Konrad Feb 6, 2014

      Das sind einfach verschiedene Disziplinen, oder?
      Richtig gute Coverbands müssen ihr Handwerk gut beherrschen, sonst könnten sie nicht über ihren persönlichen Schatten springen und einen anderen Musiker oftmals perfekt imitieren. Ich stimme zu, dass man das nicht als Kunst bezeichnen sollte, sondern als solides Handwerk.
      Aber ein guter Handwerker kann mich mitunter mehr begeistern als ein Musiker, der glaubt, mit der zigtausendsten Neukombination von 4 diatonischen Akkorden und einem meist“sehr persönlichen“ Text über Liebe o.ä. das Rad neu erfunden zu haben.
      Wie oft hören wir denn etwas wirklich Neues, das nicht aus irgendwelchen altbekannten Zutaten besteht? Mich nervt Radio aus diesen Gründen nur. Immer die selben Klischees, leicht variiert, und das nennt sich Kreativität?
      Ich finde es nur konsequent, wenn ein Musiker sagt: Ich kann der Musiklandschaft nichts Weltbewegendes hinzufügen, aber ich hab Spaß daran, die Musik meiner Helden nachzuspielen. Das ist bei manchen Leuten auch sympathisches Understatement, dass sie sich nicht gleich für einen beliebigen Text mit drei Wanderakkorden gleich als „Songschreiber“ feiern lassen.
      Nichts gegen eigene Songs, aber manches kann man seiner Umwelt auch ersparen!
      Das Nachspielen wird übrigens meistens von Leuten kritisiert, die es selbst nicht können! ;-)
      Beides verdient unseren Respekt, aber nur, wenn es gut gemacht ist!

      Viele Grüße

      Christian
      Christian

  4. Henry Dez 15, 2013

    Unreflektiert und Realitätsfremd hatte ich überlesen.

    Was ist daran realitätsfremd, wenn ich anprangerte, dass eher eine Coverband ein Gig bekommt, wie eine Band die gutes, eigenes Material erarbeitet hat und das auch mal vortragen möchte.

    Unser Konsumverhalten ist zum kotzen mit Verlaub gesagt. Es ist eine Schande, dass junge Bands wenig bis gar keine Chance auf Auftritte bekommen, wenn die nicht die ollen Kamellen runter nudeln, die das Dieter Bohlen verwöhnte Volk so liebt und längst vergangene Erinnerungen daran knüpft. Das ewig gestrige ohne Platz für neues. Eine Musikerkarriere besteht nicht aus der Teilnahme bei DSDS und Co.

    Klar find ich auch älter Mücke völlig ok. Es langweilt mich aber auch irgendwann zu Tode, wenn man auf Veranstaltungen geht und 1000 Bands den selben Mist dudeln. MAl mehr, mal weniger gut.

    Also – was ist jetzt realitätsfern? Dass es nur um Kohle geht und man deshalb Massenkompatibel sein muss?! Dann hätten die Bratls heute nicht die kleinste Chance!

    Schönes Wochenende und begräbt die Vergangenheit.
    Henry

  5. Henry Dez 15, 2013

    Beatles sollte das heissen…

  6. DJ Ossi Dez 15, 2013

    Viele der bekannten Band’s und einzelne Interpreten sind mit Coverversionen bekannt geworden. In manchen Fällen waren die Cover’s auch um Längen besser als das Original. Es kommt auf die Qualität im ganzen an. Mann kann es ohnehin nicht jeden Recht machen.

    • Henry Dez 15, 2013

      Dann sind das aber schon eigene Interpretationen des Songs und nicht Note für Note nachgespielt, oder?

  7. Joe_CGN Dez 15, 2013

    Hi Henry, ich verstehe ja, dass Du die Welt gerne anders hättest, aber genau das ist ja das Realitätsferne daran…

    Und auch wenn Du es anders siehst, schließt die allgemeingültige Definition von Kunst das reine Interpretieren bzw. Musizieren mit ein, auch wenn Du es noch so scheiße findest.

    Peace

    • Henry Dez 15, 2013

      Bei allem Respekt – Ausdrucksweise, Joe!

      Wir reden aber schon über Musik und nicht über Unterhaltung, oder?

      Kunst, allgemeiner Sprachgebrauch:
      http://www.duden.de/rechtschreibung/Kunst

      Beim interpretieren von Musikstücken, bin ich voll bei dir – das entspricht meiner Auffassung von Kunst.

      Realitätsfremd/-fern mag ich dann wohl sein – Man ist es offensichtlich nicht, wenn man alles Gut finden und akzeptieren muss, nur weil es alle anderen tun. Ich hab wenigstens eine eigenständige Meinung und da bin ich sehr stolz drauf.

      Jetzt zu dem Murks – ich sehe die Welt eher wie sie ist, wo andere gerne mal die Augen zumachen und dran denken, dass es ja nicht so schlimm werden wird. Es hat nichts damit zu tun, dass ich die Welt gerne anders hätte, das spielt in dem Fall keine Rolle. Die Rede ist ja vom Ist-Zustand und den finde ich Schade. Neues Zeug wird bewusst ignoriert, mit der Aussage „Läuft nicht im Radio… Kenn ich nicht, kann nur Mist sein…“. So wie es im Moment läuft, haben es junge, unbekannte Bands nur doppelt so schwer.

      Wie dem auch sei – Ich lasse dir gerne deine Meinung, auch wenn die leider sehr Mainstream ist. Wer es mag, soll sich auch gerne auf jeder Veranstaltung mit dem Einheitsfahrstuhlbrei beschallen lassen, mir wurscht, ich geh nicht hin, und wenn ich muss, blend ich das wie das Radio aus und gut ists.

      Man kann doch nicht ewig im „Gestern“ leben, Musik muss lebendig sein. Irgendwann muss man doch mal nach vorne schauen. Viele der Helden meiner Jugend sind einfach mal schon Tod. Die bringt niemand zurück, dann kann man sich doch neu orientieren, oder sich eine schlechte Kopie anhören. Mich würde interessieren, was machst du? Neuen Helden eine Chance geben, oder Staub von Schallplatten pusten und den alten Zeiten hinterhertrauern?

      Wenn man Glück hat spielt die eine oder andere Band ja noch mal was aus dem heutigen Radioprogramm nach. Wem das seine Erfüllung ist, und er oder sie meint, dass es Kunst ist – nun ja, ich lasse ihnen ihre Meinung. Für mich ist es ne Jukebox, bzw. kommerzielle Unterhaltung.

      Also, wenn Kunst bedeutet, sein Instrument zu beherrschen und darauf zu musizieren, dann ist also jeder Maler ein Künstler, per deiner Definition. Richtig? Dann hat ja auch jeder Wandanstreicher eine künstlerische Ader, oder? Er hat die Werkzeuge und Fähigkeiten und er benutzt es täglich – zumindest sieht man am Ende des Tage Resultate.

      Also ich halte mich lieber an die Definition aus dem Duden – find ich einfach besser.

      Fröhliche Weihnachten

      • Hi Henry, unter Punkt 2 im Duden ist es doch explizit aufgeführt: „das Können, besonderes Geschick, [erworbene] Fertigkeit auf einem bestimmten Gebiet“ Dazu gehört auch das „simple“ 1:1 Nachspielen von Noten. Frag mal Opernsängerinnen, die Mozarts „Königin der Nacht“ schmettern… die würden wohl gerne ein paar Noten ändern… Aber das KÖNNEN zeigt sich eben erst in der Detailtreue.

        Im Übrigen habe ich gar nicht Deine Weltanschauung angegriffen und würde dies auch nicht tun, allerdings ist die Welt nicht nur schwarz oder weiss und Du hast doch sehr plakative und pauschale Aussagen getätigt. Für mich persönlich wirkt das eben unreflektiert. z.B. „die ewig gestrigen“ … Oben hast Du das ja nun bereits relativiert.

        Auch wenn Du es kaum glauben magst: Ich bin weit entfernt davon „narrow minded“ zu sein was Musik betrifft. Wenn ich Lust auf Livemucke habe, brauche ich hier in Köln nur vor die Tür zu gehen und kann mir jeden Abend für 5-15 Euro ein Konzert von einer unbekannten Band anschauen-und davon mache ich seit Jahren rege Gebrauch. Fast alle meine Favourites habe ich auf diese Art und Weise kennengelernt. Von den meisten hat man nie wieder etwas gehört einige sind mittlerweile Megaacts (Muse, Stereophonics, Editors). Und ich stehe dazu, dass ich auch einige sogenannte Mainstream-Acts grandios finde. Zu Springsteen hat mich keineswegs Dieter Bohlen geführt, sondern schlichtweg das Übereinstimmen dessen was die Musik & Lyrik meiner Seele gibt und was diese benötigt… Um Springsteen Coverbads mache ich einen großen Bogen, weil sie das Gefühl eben nicht transportieren können.

        Und nö, auch andere Coverband-Veranstaltungen interessieren mich nicht, weil es mir eben meist ZU WEIT ENTFERNT vom Original ist und sich mir die Fußnägel hochrollen, wenn jemand gute Songs verhunzt. Dabei schätze ich allerdings die Coverbands, die den Spirit und Ton einer Nummer voll treffen, allerdings finde ich (rein persönlich), dass man seine Kreativität im Sinne von Bearbeitungen eher an seinem eigenen Zeug auslassen sollte, es sei denn man heißt Hendrix und nimmt sich ’nen Bob Dylan Titel vor.

        Deine Aussagen haben meiner Meinung nach aber dennoch sehr wenig mit der heutigen Zeit zu tun: In der vor-Disco Zeit der 60s, als es in jedem noch so kleinen Dorf Bands gab, die auf Tanztees die Top 40 rauf- und runtergespielt haben, war es Deiner Logik nach doch noch viel schwerer mit eigenem Material zu punkten. Beatles, Stones, Springsteen und wie sie alle heißen, haben es dennoch in der Folge mit ihrem eigenen Kram geschafft. Für mich hat nicht nur deshalb das eine absolut nichts mit dem anderen zu tun.

        Ob Formatradio oder die aktuelle Konzertszene: Das ist alles nichts Neues und hat es vor 50-60 Jahren auch schon gegeben. Dennoch setzen sich immer wieder neue Acts durch, die sich auch halten können und klar: noch immer wird viel gute Musik nicht gehört.

        Ich denke, dass Du selbst gut genug weißt, dass – trotz gleicher Wortfamilie – ein Maler & Anstreicher keineswegs einer Kunstgattung zugeordnet werden kann, sollten dieselbigen jedoch ein Kunstwerk 1:1 nachmalen, bedarf das eben schon künstlericher Fähigkeiten und genau darum geht es ja – siehe Duden ;-)

      • Henry Jan 1, 2014

        Hey Joe

        Wieso sollte nur ein Jimmy Hendricks das verbriefte Recht haben einen Song zu inzerpretieren? Die Argumentation versteh ich nicht so ganz.

        Den rest versteh ich auch nicht so ganz.
        Einerseits erzählst du mir, dass es sehr wohl hoch anspruchsvoll ist stur Zeug Note für Note nach zu spielen, aber andererseits interessierts dich auch nicht, Coverbands zuzuhöhren, weil die nicht das ‚Gefühl‘ weitertransportieren.
        Ich hab nichts anderes gesagt. Bei mir ists nicht ok, bei dir schon.
        Also das darfst du uns fann in Summe gerne nichmal erklären.

        Gruss
        Henry

  8. Peter C. Dez 16, 2013

    Henry, sei mir bitte mal nicht böse, ABER:
    wenn ich definitiv das Original erwarte, besuche ich doch auch kein Konzert einer Coverband !????

    Wenn ich noch einmal Michael Jackson sehen will, bliebe mir ja auch nur noch übrig zur Buddelschippe zu greifen…
    aber ich würde mich hinterher ja auch nicht darüber aufregen und mokieren, das es während der Cover-Show die ich besuche, da auf der Bühne nicht der echte Michael gewesen sein kann ;-)

    So kommt mir Deine Argumentation allerdings ein weniger rüber.

    Ich denke, diesen Anspruch sollte man auch gar nicht haben, bei einer Coverband möglichst eine 1:1 Kopie zu erwarten.
    Allerdings um so besser, wenn die Band oder Interpret etc. sehr nahe dran ist… und hier kommt der wesentliche Punkt ins Spiel… sich dadurch auch gut unterhalten und eben positiv überrascht zu fühlen.

    Aber Punkt ist, das ich eine solche Show mit auch aus diesem Grunde und Wissen besuche, das es eben nicht das Original ist- und das ja irgendwo den Reiz ausmacht.
    Ansonsten gehe ich da doch nicht rein und bezahlen 50 Flocken, wenn ich etwas erwarte, das meinen Ansprüchen von Vornherein nicht gerecht werden kann !

    Nee, sorry, deine kleine Aversion mag ja irgendwo auch bezüglich Konsumverhalten nicht ganz unbegründet sein, allerdings ist die Analogie „dann höre ich mir lieber ’ne CD an“ auch wieder total Stulle.
    Vielleicht hörst Du ja auch gerne hin und wieder mal klassische Musik und Klavierkonzerte… aber nach deinen Standpunkten dürfte die heute eigentlich ja gar nicht mehr zugänglich gemacht werden, weil da eben nicht Mozart, Bach usw. auf der CD, Konzert, Partitur usw. zu hören ist und es so gesehen auch nicht anderes als nur Cover sind ;-)

    Wie aber sonst werden diese „ollen Kamellen“ der Musikgeschichte und Kultur lebendig gehalten ???
    Von daher insofern der Satz „mach ich mir lieber ’ne CD an“- ziemlich haltlose Plattitüde !

    Bezüglich „Kunst vs. Kommerz“ kann ich eigentlich auch nur sagen, das dies eine Frage der persönlichen Ungebundenheit und Unabhängigkeit ist… und zwar aus zweierlei Perspektiven:
    Der beruflichen und privaten Freiheit !
    Ich mach mich erklärend kurz an dieser Stelle:
    Wenn ich noch mal 20 wäre, würde ich auch meine Träume ambitioniert hinterherjagen können und mich ausprobieren, wenn ich für niemanden Verantwortung tragen müsse außer mir selbst !
    Hab ich mein Hobby aber zum Beruf gemacht und zusehen muß, das konstant Geld in die Familienkasse gespielt wird, habe ich nicht mehr die Freiheiten zu meinen, das Kommerz (der, der finanziell ertragreich ist und immer noch das täglich Brot bedeutet/sofern man nicht schon reich genug ist) mich so anödet und ihn gar nicht nötig hätte, nur damit man mich Hauptsache künstlerisch anerkennt.
    (Wenn dem so ist und das genau deswegen Geld einbrächte, wäre das natürlich um so schöner).
    Da ist nämlich die Frage, ob meine Familie so gut von „künstlerischer Anerkennung“ leben könne und dies auch ein Dach über den Kopf und einen vollen Kühlschrank bedeutet.
    Der Mensch lebt nun mal nicht von Kunst allein !

    Ich denke, wenn man sich inbesondere mit dem Thema Musik&Kommerz beschäftigt, ist der Fokus auch schon wiederum so vielschichtig zu hinterfragen, weswegen man sich mit Musik befasst- bzw. beruflich befassen sollte.

    Wie gesagt, ist das natürlich alles nicht böse gemeint und nur meine persönliche Meinung.
    Ich wünsche Dir jedenfalls ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise deiner Lieben und ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2014.

  9. Hirade Dez 16, 2013

    Es ist eigentlich ganz einfach und klar zu trennen:

    1.
    Covern ist einfacher als eigene gute Songs zu schreiben die so berühmt werden wie das Cover

    2.
    Beherrscht man beides, ist man sicher ein Künstler

    3.
    Beherrscht man nur das Covern, ist man ein guter Musiker dem das Talent des Komponieren fehlt, oder dies noch nicht geweckt wurde

  10. Franz - Hermann schmidt Dez 16, 2013

    Wenn man nichts covern dürfte, würden wir heute noch im Triumpf Adler durch die Gegend fahren.

    Condor

  11. @Joe_CGN: Die Frage nach Bach`s Neunter würde ich nicht zurückziehen! Da wird ja endlich mal offenbar, was ich manchmal für einen Stuss zusammenrede ;)

    @Henry: Wer Konsumverhalten zum kotzen findet, der kann sich doch nicht an der Ausdrucksweise ’scheisse‘ stören? ;) *kicher …

    @Hirade: Das Triple find ich ‚ juut ;) Ick `steh auf Berlin ;)

    @all: Heilix Blächle, hätte nie gedacht, dass dieses Thema soviel Anklang findet ;) Find ich ooch `juut ;)

    • Hi Markus, das hättest Du nicht schreiben dürfen: Meiner Recherche nach gibt es in der Tat eine 9. Symphonie von Bach, selbst wenn Du die die vom guten alten Ludwig van gemeint haben solltest ;-)

  12. Wie fühlt man sich denn als Musiker, wenn man von der Bühne kommt??

    Ich habe beides gemacht und im direkten Vergleich würde ich doch das „EigenMucken“ bevorzugen.
    Komm ich von der Bühne und 100 Leute fanden es geil, was ich da gerade abgeliefert habe, dann ist der Adrenalinkick definitiv höher, wenn ich das mit meiner eigenen Musik geschafft habe..

    • Henry Dez 16, 2013

      Danke – ich bin nicht alleine.

    • Peter C. Dez 22, 2013

      Ja, das Eigene das gut ankommt, ist natürlich für jeden der Himmel !

      Es ist aber auch nicht weniger der Himmel, wenn Dir selbst die kritischsten Kritiker beeindruckt die Hand schütteln und der Meinung sind, dass das da oben von Dir gerade besser als das Original gewesen war !

      Wenn man sich da nicht konstruktiv selbstkritisch und bescheiden genug hinterfragt, ist die Gefahr sich selbst überschätzend abzuheben um vieles höher.

  13. André Dez 22, 2013

    Super Podcast-Thema zum Nachdenken.
    Finde es immer wieder interessant aber auch verständlich wie Musiker sich zwanghaft am Begriff „Künstler“ festklammern.

    Meine Meinung ist, dass Kunst immer nur eine Eigenansicht ist und die Sicht von Aussen immer ein Konsum des einzelnen. Somit ist es eine Dienstleistung für andere. Und hier halt auf musikalischer Ebene. Dienstleistung ist auf unserem Kontinent halt negativ behaftet und somit mag man dieses Wort nicht, was wir aber auch dringenst ändern sollten, auch Volkswirtschaftlich.

    Das gemalte Bild ist für den Maler immer Kunst, selbst dann wenn es nur eine Kopie ist. Sobald das Bild aber zur Ausstellung oder gar Auktion kommt ist dies Konsum durch andere und nichts anderes. Der Betrachter konsumiert mit dem Ergebnis von positiven und/oder negative Gefühlsempfindungen.

    Wichtig ist somit der künstlerische Aspekt für einen selbst !!
    Ganz egal ob ich mir den Anspruch setze etwas möglichst genau nachzuspielen (technische Kunst) oder daraus was neues zu machen (musikalsiche Kunst).

    Die Gedanken von Henry sind Gedanken des Konsumenten und geht somit nicht um das künstlerische sondern um die musikalische und performerische Dienstleisung der Musiker. Es geht um die Fähigkeit Henry positiv zu überraschen. Das schqafft auch eine „Cover“-Band wenn sie den musikalsichen Anspruch von Henry positiv überraschen kann. Ob man dann noch von covern redet oder es schon remixen nennen muss sei mal dahingestellt.

    Das Beispiel mit der CD hinkt ja sowieso. Auch bei Bands mit eigenem Material. Sobald ich die CD gehört habe und die Band Live dies 1:1 nachspielt ist es genauso langweilig. Wo ich Henry absolut zustimmen möchte. Deshalb möchte ich aber nicht dem einzelnen Musiker auf der Bühne seinen inneren persönlichen künstlerischen Anspruch abschwatzen. Doch versagt hat dann die musikalische Dienstleistung.

    Nebenfrage/Thema : Geht man heute eigentlich noch in Konzerte von Bands deren Musik man noch nie gehört hat ? Bei Nein steht die Darbietung immer im Vergleich zum bereits gehörtem und das gehörte bildet automatisch eine gewisse Erwartung.

    Deshalb haben wir es bei den grossen Verdienern im Musik-Business mehr mit Shows statt mit Konzerten zu tun :-)
    Weshalb es unterm Strich dann auch egal ist wieviel da vom Playback kommt und wie viel wirklich Live ist.

    Ob ich das gut finde entscheidet mein persönlicher Geschmack meines eigenen Konsums bzw. der des jeden einzelnen.

    Der künstlerische Anspruch kann man sich meiner Meinung nach nur sich selbst auferlegen.

    Musiker Künstlcher sondern ICH = Künstler

    Wünsche dem ganzen Team
    Schöne Weihnachten.

    André

  14. polyaural Dez 28, 2013

    Jemanden zu imitieren kann dazu führen, das man etwas wirklich wichtiges entdeckt:

    „Every time I fail to be like my father, I become more like myself“

    http://www.ted.com/talks/lang/de/hetain_patel_who_am_i_think_again.html

  15. Thomas Supersynthesized Dez 29, 2013

    Wenn man jemanden nachmacht, ist das immer Scheiße. Wenn man einen Song gut interpretiert – egal wie, kann das sehr gut sein. Das ist die Kunst beim Covern.

    • Joe_CGN Jan 1, 2014

      Laut Urhebergesetz darfst Du aber gar nicht „interpretieren“, sondern nur nachspielen – vergleiche Delamar Podcast-Folge 10

      • Henry Jan 1, 2014

        Murks:

        http://de.m.wikipedia.org/wiki/Coverversion

        Wenn man sich an die Regeln hält darf man man das sehr wohl.

        Ansonsten wäre diese Welt sehr viel ärmer.

        Ich verstehe nicht so ganz, worauf du hinaus willst?!

        Jedem das kreative verbieten und nur schnödes nachspielen erlauben. Ich glaube dann steht bald niemand mehr auf der Bühne…

        Frohes Neues
        Henry

      • Thomas "thommytulpe" Nimmesgern Jan 2, 2014

        Hallo!

        Ich tendiere bei dieser Frage eher zu Joe_CGNs Auffassung.

        Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Coverversion#Rechtsfragen heißt es unter anderem: „Urheberrechtlich von Bedeutung ist die Frage, ob die Coverversion eine nahezu vollständige Übereinstimmung mit dem Original darstellt oder ob eine eigene schöpferische Leistung vorliegt. Im letzten Fall handelt es sich musikalisch um eine Bearbeitung nach § 3 UrhG.“
        „interpretieren“ im Sinne einer vom Original abweichenden Version kann also mit dem Urheberrecht kollidieren, so wie Joe_CGN schon gesagt hat.

        Ähnlich interpretiere ich die folgende Beschreibung aus dem gleichem Absatz: „War das Original veröffentlicht und bei einer Verwertungsgesellschaft […] registriert, ist kein Einverständnis des Urhebers des Originals erforderlich; […]. Der Musikverlag des Urhebers muss nur dann genehmigen, wenn eine Bearbeitung mit einem eigenständigen schöpferischen Anteil durch Veränderungen der melodisch-harmonischen Form und/oder des Textes vorgenommen wurde. Dann nämlich weist das Cover eine genehmigungspflichtige Schöpfungshöhe auf.“

        Im Zweifelsfalle wird das eh ein Gericht klären müssen – was ein „eigenständiger schöpferischer Anteil“ und eine „genehmigungspflichtige Schöpfungshöhe“ ist, kann man zwar -auch als juristischer Laie- erahnen, aber hellsehen kann man nicht…und wenn der zuständige Richter ein musikalischer Laie ist (wovon man ausgehen kann), dann kann man genauso gut auch würfeln oder losen. ;-)

  16. Axel Christel Dez 31, 2013

    Ich finde es ist auch interessant, wie Coverbands manche Songs umarrangieren (müssen), weil oft einfach die Besetzung fehlt, oder die Lieder zu synthetisch für Live-Bands sind. Wenn man das gut hinbekommt, zeugt das auch von Können. Gut spielen reicht da nicht aus. Dass bestimmte Lieder nur in diesem oder jenem Arrangement „funktionieren“ sollen, davon halte ich nichts. Es gibt eine Menge Originalinterpreten deren Songs live jedes Mal anders klingen.
    In die Kunst-Kommerz-Debatte reihe ich mich nicht ein, das ist mir zu blöd. Der Eine würde nie covern, der Andere wird nie eigenes Material spielen. Damit sind beide Parteien glücklich und existieren nebeneinander.
    Übrigens, was spricht dagegen beides zu mischen?

  17. Henry Jan 1, 2014

    Danke – ich bin mit meiner Meinung nicht alleine.

    Es lebe die Kreativität.

    Die Diskussion über Kunst und Kommerz führt immer zu nichts sinnvollem als Ergebniss.

    Frohes Neues
    Henry

  18. Patrick Pierson Jan 25, 2014

    Hallo,
    habt ihr euch bei eurer Cover oder nicht Sendung so zerstritten, dass es jetzt keine mehr gibt????? Ich warte sehnsüchtigst auf ne neue Folge…..

    Was ist eigentlich aus den Selbstbau Gitarren mit anschließendem Test geworden? Da wünsche ich mir noch (mindestens) eine Folge dazu.

    Gruß Patrick

  19. Henry Jan 26, 2014

    Hahaha – alles Gut!

    Alles halb so wild :)

    Wir sind im Moment beruflich sehr eingespannt gewesen.
    Die lange Pause tut uns leid.
    Es geht bald weiter, versprochen.
    Auch das Thema Gitarren bauen werden wir nochmals aufgreifen!

    Viele liebe Grüsse
    Henry

  20. Carpet Crawler Okt 7, 2014

    Die im podcast genannte „Genesis-Coverband“ heisst „The Musical Box“ (einfach mal bei Youtube schauen), und dabei geht es nicht darum die Songs 1:1 nachzuspielen, sondern 1:1 ein historisches Konzert „nachzustellen“. Leicht erkennbar daran, das es keine Zugaben gibt, welche es im „Originalkonzert“ nicht gab. Eigentlich eine musikaliche Theateraufführung, eine Zeitreise/Zeitmaschine für Progrockfans die das „Lamb lies down on Broadway/Nursery Crime/..“-Konzert 1970-… nicht sehen konnten, da zB noch nicht geboren/verhindert/… .

© delamar.FM