Covern – Pro & Contra Covermusik #276

29. Juli 2014

Heute geht es um das Covern von Songs – das Pro & Contra der Covermusik ist Thema der 276. Folge im delamar Podcast. Nach der Klärung Unterschiede zwischen ureigener Kunst und der Interpretation eines fremden Werks geht es eifrig zur Sache. Eine leidenschaftlich geführte Runde über das Covern von Musikstücken, wie gehabt im kompakten 30-Minuten-Format für dich.

Viel Spaß!

Podcast #276 – Covern – Pro & Contra Covermusik

Eine der am heißesten umstrittenen Fragen ist natürlich die: Ist an Covern eigentlich nix dabei oder verrät man sich und seine Zunft, wenn man die Musik anderer Künstler nachspielt? Zunächst lohnt es sich aber unbedingt, den Unterschied zwischen Künstler und Interpret zu klären, also haben wir das in dieser Episode auch getan. Strittig war der Aspekt der Satire und Parodie – Ist es eigentlich GEMA-pflichtig, wenn man einen Song parodistisch durch den Kakao zieht? Die Frage konnte nicht geklärt werden, wurde aber umso hitziger diskutiert. Viel Vergnügen beim Zuhören!

Wir hatten übrigens auch bei delamar Guitar – unserem Podcast zur Gitarre und ihren Saitensprügen – eine Folge zu diesem Thema (siehe »Coversongs vs. eigene Musik – DG041«), wobei aufgrund unterschiedlicher Besetzung ein etwas anderes Licht auf die Angelegenheit geworfen wurde.

Antworten

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10 Kommentare

bei “Covern – Pro & Contra Covermusik #276

  1. P.Chris Jul 31, 2014

    Hallo ihr lieben Streithähne.
    Ich habe mir somit die Mühe gemacht, bezüglich des erwähnten „Satiregesetz“, meine Kentnisse vom Urheberrecht aufzufrischen und einmal ganz genau recherchiert, weil es zum Thema Musikrecht und Gesetz ja keine Meinungen, sondern (mehr oder weniger) klare Definition gibt.

    Insofern geht es um das Bearbeitungs- und in Folge um das Verwertungsrecht, so wie ich ich es bisher verstanden und neue aufgefrischt verstehe:

    Matthias hat nicht Unrecht hinsichtlich Bearbeitungen und der Entlehnung von Originalen (ganz gleich ob satirisch oder in sonstiger Weise) und somit in ein vorhandenes Werk inhaltlich eingegriffen und somit sogar ein neues Werk erschaffen wird. Es entsteht dadurch sogar ein eigenes Urheberrecht (allerdings nur an geänderten Teilen).
    Dieser Neugestaltung durch einen neuen Urheber (auch freie Benutzung/Bearbeitung genannt), sind allerdings Grenzen gesetzt und unterliegen unter gewissen Voraussetzungen (z.B. individuelle Züge) dem Urheberrecht des Originalurhebers !

    Geht es um die „Veröffentlichung und Verwertung“ dieser Neugestaltung und soweit noch ein Urheberrecht am Ursprungswerk besteht, braucht es dann auch IMMER das Einverständnis des Urhebers oder des Rechtsnachfolgers des Ursprungswerk.

    Bedeutet summa summarum:

    Wenn ich also ein Cover mache und nur ein paar Dinge hier und da verändere, ob nun satirisch oder nicht, ist und bleibt es ein Ursprungswerk, dessen Veröffentlichung an die Erlaubnis des Urheber/Rechteinhaber des Ursprungswerks gebunden ist.
    Hat sich aber auf Grundlage eines Ursprungswerk durch die Bearbeitung ein insoweit eigenständiges Werk entwickelt- und man redet hier ganz bewusst von einer „Neugestaltung“ und nicht von einer relativ unwesentlichen Bearbeitung, so benötigt man für Veröffentlichung und Verwertung keine Erlaubnis des Rechteinhabers des Ursprungswerk.

    Daher muss man hinsichtlich Genehmigungen und Veröffentlichungen ganz genau differenzieren, ob es sich bei einem Cover lediglich um ein „leicht abgeändertes“ Ursprungswerk oder um eine „Bearbeitung“ des Ursprungswerk handelt, das dieses mit deutlichen Abstand in den Hintergrund tritt und individuelle Züge verblassen lässt und es sich somit um eine Neugestaltung (auch gesetzlich Transformation genannt) handelt.
    Im Grunde hat eine Neugestaltung nicht mehr zu deutlich erkennbar oder nur noch mit einem ganz zarten Hauch etwas mit dem Ursprungswerk zu tun, bzw. gilt dann als neues, eigenständiges Werk mit vollausgestatteten Rechten des neuen Urhebers, der den ursprünglichen Urheber gänzlich von diesem Neuwerk ausschließen kann und darf.

    Mit der Musik ist es da recht ähnlich wie z.B. mit der Verfilmung von Büchern. Der Autor behält seine Rechte am Buch und der darin enthaltenen Geschichte, hat aber keine Rechte am Film und der darin enthaltenden Änderungen, Ergänzungen, Erweiterungen usw- und umgekehrt.

    Nachzulesen unter den Gesetzestexten des UrhG vom 01.07.2014.
    Hier §3,16,23,24

  2. Matthias Müller Jul 31, 2014

    Ja…. wer will kann auch hier mal reinlesen:

    http://www.jusline.de/index.php?cpid=f92f99b766343e040d46fcd6b03d3ee8&lawid=2&paid=24

  3. André Jul 31, 2014

    Covern Pro / Contra

    Eigentlich ists einfach und doch nicht :-)

    Das Contra zum Thema Covern kommt aus der ganzen Chart-Mucke.
    Es gab eine Phase wo jeder neue Act zuerst mit einem Cover-Song in den Markt „geschmissen“ wurde.
    Meist eher schlecht als recht.
    Da war es ziemlich offensichtlich, dass dieser Cover-Song ausschliesslich aus kommerzieller Überlegung entstanden ist. Sowas kommt bei anspruchvolleren Hörern überhaupt nicht gut an.

    Das ist allerdings auch nicht neu und gab es schon früher. Doch vor einigen Jahren war es sehr extrem.

    Und genau da ist es fern ab von „dem Künstler Tribut zollen“ und es ging meist auch nicht darum dies in einen anderen kreativen Kontext zu bringen.

    Allerdings ist dies auch immer wieder eine Anti-Kommerz-Debatte und die Frage wo man da die Grenze zieht.

    Ansonsten spricht natürlich nichts dagegen.
    Covern ja, aber bitte immer von Herzen :-)

  4. Patrick Rozina Aug 1, 2014

    Als künstlerischen Bewertungsmaßstab könnte man den Vergleich ansetzen, ob das Gecoverte ein eigenes, neues Innenleben besitzt, ob es von einer neuen Idee lebt. Es reicht nicht, bspw. eine Polka von „Smoke on the water“ nach den musikalischen Gesetzmäßigkeiten dieser Gattung zu schreiben. Erst wenn die Seele der Polka nach außen und das Ursprungsstück ins Dunkle treten, dann kann es überzeugend sein.
    Musikalisches Beispiel: Die „Heroes Version “ von Philip Glas, literarisches Beispiel: Gerd Fröbe „Das Huhn“

    Hereos: die Auseinandersetzung der beiden darüber(Bowie/Glass: www.youtube.com/watch?v=p_SxYgtUVu4)
    Gert Fröbe: Das Huhn, als Vortragskünstler der vorletzten Jahrhundertwende(www.youtube.com/watch?v=JA453sCW_OE)
    als hungriger Otto Normalverbraucher kurz nach dem Krieg (www.youtube.com/watch?v=ZdMiG-v)

  5. Patrick Pierson Aug 1, 2014

    Hallo,
    wenn man aber nun cover musik spielt, dann muss man doch nicht den Urheber um Erlaubnis fragen. Wir spielen ja auch mal Sweet Home Alabama, haben aber keinen Frauenchor (edit) nur eine Gitarre (edit) und ein E-Piano (edit) also keinen richtigen Piano-Sound. Geht allen anderen Coverbands wohl genauso.
    Kann mir auch nicht vorstellen, dass Otto damals die Erlaubnis der Urheber aller Stücke hatte, die er so in seiner Karriere verwurstet hat…..
    Gruß Patrick

    • Wenn man jedes Mal den Urheber um Erlaubnis fragen müsste wenn man deren Stück(e) spielt, dann würden die auch nie dazu kommen, weiter Musik zu komponieren, sondern ihr Leben nur noch damit verbringen Genehmigungen oder Absagen zu erteilen.
      Deswegen gibt es eine (GEMA)Playlist eines (seriösen) Veranstalters, in der er festhält, welche Titel z.B. gespielt werden (oder pauschale GEMA-Pflichtigkeiten) und dementsprechend Vergütungen an die GEMA abführt.
      Zu u.a. genau diesem Zwecke ist eben die GEMA (und Veranstalter) da, damit sich Coverbands nicht persönlich mit Urheber, bzw. Urheber erst persönlich mit Bands wegen Genehmigungen u. Lizenzierungen etc. rumschlagen müssen ;-)

  6. Sid Vicious Aug 4, 2014

    Ich cover nur meine eigenen Songs.

    1.) Sind eh besser
    2.) Alles andere macht keinen Sinn.

  7. Harald Wiegand Aug 5, 2014

    Mit Katzenmusik auf Michael Jackson’s Triller, warum nicht. Aber nur live ! Solange kein Beatbruder im Publikum aufhören schreit,kann man dieses Spielchen solange in die Länge ziehen, bis man diese Zauberstunde für beendet erklärt. Als CD oder ähnlichen Tonträgern, braucht man ganz klar das OK vom Künstler und wenn da die ausgebleichten Jackonbrüder nein sagen,dann bleibt das Ding begraben !! So einfach ist das ;-)

  8. Martha Feb 27, 2015

    Mal ganz „doof“ laut gedacht:

    Die Unterscheidung zwischen Covern und Remixen war mir in dieser Form bislang zwar nicht geläufig, aber wenn „die Branche“ so arbeitet, dann stelle sich mir die Frage, wie die Heino-Versionen eingeordnet worden waren, vor allem vor dem Hintergrund, dass einige Originalkünstler ja sehr pikiert darüber waren.
    Gut, es könnte ja bedeuten, dass die ausführenden Originalkünstler von den Komponisten und Textern verschieden wären… dann ist es natürlich ganz was anderes.
    Wenn es sich nun im Sinne dieser Unterscheidung um veränderte Stücke gehandelt hätte, dann hätte der Originalurheber das ganze doch verhindern können, indem er einfach seine Zustimmung verweigert hätte?
    Diese Zustmmung des Originalurhebers wäre also nicht notwendig gewesen, wenn die Heino-Versionen als 1:1-Cover durchgegangen wären. Das würde aber bedeuten, dass der Austausch von Instrumenten wie z.B. fetten Overdrividegitarren durch ein quäkiges Alleinunterhalterkeyboard (wie es im Live-Betrieb ganz bestimmt landauf, landab jedes Wochenende hunderte von Malen vorkommt), als „unverändertes Arrangement“ durchgeht.

    Denkfehler? Oder wie?
    Hat jemand von Euch einen tieferen Einblick?

  9. Aber wie geht das eigentlich praktisch mit dem “erfordert die Genehnmigung des Originalurhebers”?

    Also ich schreibe einen Brief an EMI Electrola oder an Wolfgang Niedecken á la “Hey ich mache einen Remix von Song xyz mit verkürzten Strophen und einer zusätzlichen Bridge als grungigen Orchestral-Techno-Schlager, geht das klar?”, und dann kommt als Antwort “Yo, mach mal” zurück?

    Oder nur per teurem Beauftragten eines gut vernetzten Brachenkenners, der mir einen siebenseiten Vertrag in Juristendeutsch aushandelt?

    Was ist eine übliche Vorgehensweise? Was hat sich bewährt?

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