Album aufnehmen/produzieren #244

10. Dezember 2013

Eine Sache ist es, im eigenen Tonstudio Musik produzieren zu können, eine andere scheint, ein ganzes Album aufnehmen zu wollen. Allein die Masse der Aufgaben, die bis zur Fertigstellung beachtet werden möchten, können viele Musiker geradezu erschlagen. Mit welcher Strategie Du an dieses Mammutprojekt herangehen kannst, auf was Du achten solltest und wie das alles am besten zu meistern ist, erfährst Du in den 30 Minuten delamar Podcast der 244. Episode.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Hören!

Ein ganzes Album aufnehmen/produzieren – delamar Podcast #244

Es gibt eine Menge zu beachten, wenn man sein eigenes Album aufnehmen oder produzieren möchte. Dabei ist es zunächst einmal unerheblich, mit welchem Ziel dies geschieht. Angefangen mit dem Songwriting für die Lieder und Tracks, der Vorproduktion und dem Arrangement. Dann müssen gegebenenfalls Tonstudio, Produzent und Musiker gesucht werden, die bei den Aufnahmen helfen oder diese ausführen. Aber auch wer in den eigenen vier Wänden und selbst an den Instrumenten sein Album aufnehmen möchte, hat eine Menge Arbeit vor sich.

Im Gespräch mit den Profis aus dem Moderatorenteam haben sich einige Punkte herauskristallisiert, die dir dabei helfen können, das Mammutprojekt zu stemmen. So empfiehlt sich das Setzen einer Deadline, also die Festlegung eines Fertigstellungtermins. Warum? Das erfährst Du natürlich in der heutigen Folge. Dazu haben wir die letzte Chance, um einen Sennheiser HD 25 Aluminium zu gewinnen. Einfach einschalten und selbst hinhören…

Viel Spaß und beste Unterhaltung beim Hören der 244. Episode des delamar Podcasts für Musiker und Musikbegeisterte. Es ist wieder spannend!

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11 Kommentare

bei “Album aufnehmen/produzieren #244

  1. Joe_CGN Dez 10, 2013

    Tolles Thema, tolle Sendung !
    Und wer weiß, vielleicht könnte man aus dem Thema ja eine „Delamar-Challenge“ machen, sprich: Sowohl Carlos als auch Matthias versuchen ihr Album bis Ende 2014 fertigzustellen und vierteljährlich gibt es einen Zwischenstand. Jeder interessierte Delamari könnte sich anschließen und sich so ebenfalls eine Deadline setzen. Und für jedes nach eigenen Vorgaben realisierte Projekt gibt es ein Delamar- „Finisher“ Shirt oder eine gemeinsame Release-Party, auf der die jeweiligen Alben gespielt werden ;-)
    Ich selbst kann mich sehr gut mit dem identifizieren, was Carlos und Matthias berichtet haben: Ich habe 2007 wieder mit dem Recording begonnen, nachdem ich zehn Jahre zuvor mit einem Kaufhausmikro in die Stereoanlage aufgenommen habe.
    Die ersten DAW – Aufnahmen mit VST Synths waren grauenhaft, aber die Songideen finde ich zum Teil immer noch Klasse.
    8 Rock/Pop Songs sind fertig komponiert und ca. 30-40 unfertige Ideen, die teils mehr, teils weniger Arbeit bis zur Vervollständigung benötigen, fliegen noch herum. Soviel zu dem von Maria angesprochenen Thema, dass immer wieder neue Songs dazukommen. Vor einigen Wochen habe ich beschlossen, das Projekt „Album“ nun ernsthaft anzugehen und mich erst einmal organisiert:
    Das Wichtigste Tool dabei ist mein“ Whiteboard“, auf dem die Produktionsschritte festgehalten werden: Von der Midi-Programmierung der Drums und des Pianos bzw. der Synths (bei mir eindeutig am zeitaufwändigsten) über die einzelnen Einspielungen der Instrumente und der Stimme wird hier alles festgehalten und so hat man seinen aktuellen Zwischenstand immer auf einen Blick an der Wohnzimmerwand parat.
    Meine Steps sind die folgenden:
    1 Etwa 30 Sekunden jedes Songs werden mit Akustikgitarre in die DAW eingespielt (bei mir: Reaper OHNE Augenkrebs, da man die Farben mit wenigen Klicks angenehm anpassen kann) Das finde ich zur Tempofindung praktischer, da ich das DAW Tempo somit auf mein Spielgefühl anpasse und ich nicht umkehrt auf ein zuvor nach pi mal Daumen eingestelltes Tempo agieren muss.
    2 Einzelne Passagen in der DAW mit Hilfe von Markern / Regionen erstellen (erleichtert die Übersicht, gerade dann, wenn man später beim Recording doch mal einpunchen muss)
    3 Die Drums programmiere ich mit einem CLEANEN Kit von Addictive Drums, nachdem ich zuvor beinahe wahnsinnig geworden wäre anhand der Vielzahl von presets, die zwar solo gut klingen, jedoch nicht zu meinen Songs passen und ich mangels Talent und Drum-Mixerfahrung kläglich dabei gescheiter t bin, die presets anzupassen. Somit ist es für mich wesentlich einfacher, aus einem unbearbeiteten Kit im Mix den gewünschten Sound herauszuholen bzw. dem nahezukommen. Alternativ gibt es in den USA jemanden, der für ca. 150 Dollar pro Song auf recht professionellem Niveau Drums nach Vorgabe einspielt. Von dieser Variante Gebrauch zu machen stellt derzeit noch eine Überlegung meinerseits dar.
    4 Der Bass wird entweder per Midi-Keyboard eingespielt oder programmiert. Ganz brauchbare Sounds liefert da meine alte „VITA“ Software vom Magix Music Studio.
    5 Dann nehme ich „Schmutzspur“ – Gitarren auf, die bei mir für den nächsten Schritt sehr wichtig sind:
    6 Neben den Drums ist für mich die Programmierung bzw. das Einspielen der Pianos und der Pads / Streicher am zeitaufwändigsten. Das Grundgerüst (sprich: Akkorde) steht zwar bereits im Vorfeld, allerdings erlebe ich es hier oft, dass – wenn erst einmal die Gitarren eingespielt worden sind – doch noch Änderungen nötig sind, sei es Transponieren oder – für mich am happigsten – das Ausprobieren verschiedenster Akkordumkehrungen von zuvor „unrund“ klingenden Akkordläufe. Um bereits an dieser Stelle der Produktion zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen nehme ich wie obenerwähnt die Schmutzspurgitarren auf, damit die Synths bereits im Kontext programmiert werden können
    6 alle VST Instrument-Spuren bounce ich und lade sie in ein neues Projekt. Somit ist für diese Spuren der „point of no return“ erreicht, für mich ein elementarer Schritt, um nicht ewig wieder zurückzugehen und an Alternativen herumzuspielen
    Dann kommt das was Spass macht:
    7 Recording Akustikgitarren (meist gedoppelt)
    8 Recording E-Gitarre: Hier habe ich mich mittlerweile bewusst GEGEN reamping entschieden, da ich mich dabei erwischt habe, in Guitar Rig im Nachhinein tagelang an Optionen und Alternativen herumzuschrauben… bis hin zu dem Punkt, dass ich dann zwar den Gitarrensound cool fand, ich aber die gesamten Backing-Tracks neu produzieren musste, damit diese wieder zu den Gitarren passen…
    Somit nehme ich nun alle E-Gitarren mit dem (Line 6 POD) Sound auf, den ich an dem jeweiligen Tag für passend empfinde. Selbst wenn ich am Folgetag zu zweifeln beginne lasse ich den Sound so, da es oftmals vorkommt, dass ich eine Woche später dann doch wieder anders denke… Man muss seinen Entscheidungen und seinem Bauchgefühl einfach auch mal vertrauen, um vorwärts zu kommen.
    9 Vocals & Backing Vocals: Für mich der spaßigste Part, da ich alles andere als ein begnadeter Sänger bin. Anfangs habe ich beinahe jede Stelle per „punch-in“ eingesungen, mittlerweile gebe ich mir exakt drei komplette Takes. Wenn dann Stellen noch immer nicht stimmen, wird per „punch-in“ nachgeholfen.
    10 Wenn alles aufgenommen ist vergewissere ich mich, dass die Sessions so angelegt sind, dass ich nach zwei Wochen noch weiß, was wo ist, denn dann mache ich erst einmal Pause und beschäftige mich mit anderen Dingen
    11 Ich erstelle ein neues Whiteboard für’s Editing & Mixing und
    12 nehme mir einen Mix pro Woche vor, oftmals ist es bei mir jedoch so, dass Mix 1 einfach in eine falsche Richtung geht, also plane ich hier mit maximal 3 verschiedenen Mixen. Am Wichtigsten beim Mixen ist für mich, den Song gegen Ende KOMPLETT durchlaufen zu lassen, während ich mir Notizen mache. So kann ich für mich effizient eine Stelle nach der anderen abarbeiten. Das wiederhole ich so lange bis ich nur noch mit dem Fuß zum Song wippe und sage „yeah!“.
    Soviel zu meiner Herangehensweise bzgl. meiner Albumproduktion. Das alles passiert bei mir mit einem kleinen Budget und einem minimalen Setup was das Studio betrifft:
    DAW: Reaper/Samplitude Music Studio
    Interface: Alesis IO2
    Monitore: KRK Rokit 5
    Kopfhörer: Superlux HD 681
    Mikrofon: RØDE NT1a
    Miditech MIDI-Keyboard
    Akustikgitarre: Takamine EG523SC
    E-Gitarren: Epiphone Les Paul Black Beauty (Korea) & Telecaster-Nachbau
    Line 6 Pod
    diverse free VST & Addictive drums

    Zum Abschluss muss ich noch sagen, dass ich niemals auch nur einen Hauch von dem Know How hätte, was ich mittlerweile bzgl. Audioproduktion habe, wenn es delamar sowie Graham und Joe nicht gäbe. Also vielen lieben Dank Eure Unterstützung beim besten Hobby überhaupt !

  2. Aaron G. Dez 10, 2013

    Meine Meinung zum Thema „ist ein Album für Künstler noch notwendig?“:
    Es kommt auf das Genre an. Bei elektronischer Tanzmusik ist es üblich geworden überwiegend Singles zu veröffentlichen, weil diese sich einzeln gut verkaufen und bspw. dann im Club gespielt werden, die Singles erfüllen also ihren Zweck voll und ganz.
    Bei Künstlern aus dem Indie- oder Rap-Genre beispielsweise ist ein Album oftmals eine Konzeptarbeit und die Interpreten versuchen vom ersten bis zum letzten Song ein in sich schlüssiges Projekt zu präsentieren. Singles dienen oftmals zur Werbung und als Einblick in das Album und den Sound, der auf der Platte vertreten sein soll. Es gibt dann auch oftmals Singles, die im Kontext des Albums mehr Sinn ergeben als einzeln veröffentlicht.
    Ich persönlich mag Alben sehr gern, bei denen man merkt, dass sich die Interpreten wirklich damit beschäftigt haben etwas einheitliches und schlüssiges zu entwerfen und daher halte ich die Albumproduktion in diesen Genres für unverzichtbar – im elektronischen Bereich sieht das teilweise anders aus.

  3. Matthias!! Dein Gruß fehlt!! :o

    Unser erstes Album hat aus genau den hier genannten Gründen fast 2 Jahre gedauert. (der Podcääst ist zu spät!)

    Songwriting und Recording liefen irgendwie parallel, so dass immer mal wieder was geändert werden musste.
    So lange, bis wir uns dann endlich auch eine Deadline gesetzt haben – ohne die wäre ich sicher heute noch dabei.

    Problem war auch, dass ich hier auf delamar.de alle Nase lang neue Sachen gelernt habe, die ich dann auch noch fluchs in das Album einbauen musste.. Naja.

    Meine Tipps zum „Album aufnehmen in kompletter Eigenregie“:

    1) Werkzeug bedienen muss vorher sitzen!

    Lernt euer Handwerkszeug (DAW, Recordingtechniken, etc. pp) kennen und beginnt vielleicht erst mit ein bis zwei Songs an denen ihr die Arbeit übt bevor ihr euch an 13 Songs gleichzeitig versucht.

    2) Nehmt euch geblockte Zeiträume für die Aufnahmen.

    Denn wenn ihr Aufnahmen identisch im Homerecording-Bereich hinbekommen wollt MUSS der Aufbau immer wieder neu identisch aufgebaut werden. Das kann mitunter unmöglich werden, wenn das Equipment ab- und wieder aufgebaut werden muss, weil zwischendurch wieder ein Gig ansteht.. (man denke hier nur an Drum-Mikrofonierung)
    Also besser mal ein verlängertes Wochenende mit Brückentag für die Aufnahmen festzurren und ordentliche Ergebnisse erzielen.

    3) Wie oben schon angesprochen: Sorgt dafür, dass die Songs auch zusammengehörig klingen.

    D.h. die Songs, die zusammen auf ein Album kommen, sollten auch danach klingen. Das zieht sich vom Songwriting über die Recording-Geschichten bis hin natürlich zum Mixing und Mastering.
    Recording, Mixing, Mastering sollten auch zusammen erledigt werden und nicht jeder Song für sich und dann unterschiedlich.

    ——–

    Zur Legitimierung des Urgesteins „Album“:
    Auf jeden Fall!!!
    Auf so einem Album lernt man erst eine Band/einen Künstler so richtig zu schätzen. Das kann man mit Einzeltracks nicht erreichen. Alben von vorn bis hinten durchhören!!

  4. Coole Sendung und schönes Thema.
    Wir haben das gerade hinter uns. Unser Album hat von den ersten Aufnahmen bis zum fertige Master 21 Monate gedauert. Bedingt durch die Tatsache, dass wir alles selbst gemacht haben ist der zeitliche Aufwand natürlich extrem. Da die meisten neben Arbeit und Familie und den regelmäßigen Bandproben nur begrenzt Zeit haben, zieht sich so etwas.

    Wir haben 17 Songs aufgenommen und 13 Stücke dann auf die CD genommen. Neben den Aufnahmen, Mixing und Mastern sind dort auch Artwork und Vermarktung wichtig und ebenfalls zeitintensiv.

    Wichtiger Tipp alles was einen natürlichen Sound haben soll müsst Ihr in einem Rutsch aufnehmen. Bei uns Drums und Bass.

    Da wir bereits am neuen Album herumschreiben scheinen alle das Albumproduzieren gut überstanden zu haben.

  5. Christoph W. Dez 13, 2013

    Tolles Thema!
    Ich habe auch schon lange vor endlich mal ein Album aufzunehmen aber leider gibt es immer irgendetwas das mich davon abhält.
    Doch der Plan der mir vor Augen schwebt sieht folgendermaßen aus:

    1. Alle Songs provisorisch aufnehmen und an Feinheiten des Arrangements arbeiten. Drums werden mit Addictive Drums programmiert und schon so genau programmiert, dass sie in den richtigen Aufnahmen verwendet werden können.

    3. Die Gitarrensound so einstellen wie ich sie in den Aufnahmen verwenden möchte.

    2. Die Songs als Leitfaden benützen, um mit den eigentlichen Aufnahmen zu beginnen. Drums stehen ja schon, also Gitarre, Bass und Vocals einspielen/singen.

    3. Die Aufnahmen für einige Zeit ruhen lassen, um mein Gehör wieder auf 0 zu setzen.

    4. Mit dem Mixing beginnen. Schnell durchziehen, dass alles ähnlich klingt.

    5. Wieder liegen lassen.

    6. Mastering.

    7. Ein letztes mal liegen lassen und danach nochmal „darüber hören“.

    8. Das Album veröffentlichen und innerhalb der 1. Woche tausende an Kopien verkaufen (oder auch nicht^^)

    • Thomas "thommytulpe" Nimmesgern Dez 16, 2013

      Hallo!

      Punkt 8 ist der wichtigste Punkt überhaupt! ;-)

  6. polyaural Dez 14, 2013

    Die Frage, ob Alben überhaupt noch sinnvoll sind, ist mir nie gekommen. Die Frage die mich immer viel mehr beschäftigt hatte war: Wozu sind Singles gut?

    Aber am besten: Doppelalben :-)

  7. Strubi3 Dez 15, 2013

    Wenn ich ein Album produzieren würde, würde ich auf folgende Sachen achten:
    1. Alle Songs sollten eine gewisse Zusammengehörigkeit aufwiesen.
    2. Die Eröffnungsnummer sollte das „Gefühl“ des Album wiedergeben und möglichst eine etwas schnellere Nummer sein, die einen gleich mitreisst.
    3. Die Songanordnung sollte einen Spannungsverlauf mit sich bringen.
    4. Die Tonart zwei aufeinander folgender Songs sollte nicht zu weit auseinander liegen oder man muss eine grössere Pause zwischen den Songs einplanen. Hatte mal ein Album gehört, wo bei so einem Fall, im negativen Zählbereich der CD, eine art Bridge vorhanden war. Man hat sie nur gehört wenn man die CD durch gehört hat und nicht bei Einzelauswahl der Tracks.

    Ich finde Alben sind noch sinnvoll, wenn sie einen Lebensabschnitt repräsentieren, als gesamt Werk anzusehen sind oder um die „Bandbreite“ der Künstler wieder geben.

  8. Ein Glück das ich entweder experimentelle oder elektronische Musik im 4/4-Takt mache. Da komme ich wohl um die Album-Produktion drumherum. ;)

    Aber wenn ich ein Album produzieren wollen würde, dann würde ich so lange an den elektronischen Klangerzeugern rumdrehen bis ich den Sound des Albums gefunden habe und dann so in einem taffen Zeitplan Songs mit diesen Sounds schreiben.
    Das entstandene Ergebnis kann man dann ggf. noch an ein Mastering-Studio o.ä. geben…

    BTW: Die Zeit, die man benötigt, um ein Instrument zu lernen, würde ich nicht zum Songwriting-Prozess dazurechnen. Je nach Instrument würde sich dann der Prozess um 10-20 Jahre verlängern (wenn ich jetzt mal an klassische Klaviermusik, manche Jazz-Stile oder ansonsten auch sehr virtuose Musik denke…).

    • Joe_CGN Dez 20, 2013

      Da gebe ich Dir absolut recht. Ein Instrument lernt man meiner Meinung nach zudem nie aus.

  9. Alex 28 Dez 22, 2013

    Ja das Ziel wann es fertig sein soll, doch bitte dann auch den Song als fertig betrachten und nicht anfangen herumzudoktern.

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