Lebendige Drums #326

6. Oktober 2015

Die Schlagzeugspuren in deinen Projekten sollen ja meist nicht so klingen, als würden sie von einem Roboter gespielt. Doch das ist gar nicht so einfach bei der Programmierung der Ryhthmen und Beats. Wie das dennoch gelingt, erfährst Du in dieser Folge des delamar Podcast mit unserem geschätzten Gast Julian Angel.

Podcast #326 – Lebendige Drums

Bei einem echten Drummer ist der Groove von Natur aus lebendig, doch längst nicht bei alle musikalischen Projekten steht ein Schlagzeuger aus Fleisch und Blut zur Verfügung. Es gilt also, die Programmierung virtueller Drums mit einigen Tricks so zu gestalten, dass mehr Leben in die Bude kommt. Welche das sind, findest Du in dieser Episode heraus.

Wir werden von Julian Angel unterstützt, der zuletzt vor zwei Wochen unser Gast war, um über Selbstvermarktung und natürlich auch sein Baby, die MusicBiz Madness 2015 (an diesem Sonntag in Frankfurt), zu sprechen. Er ist keineswegs unbeschlagen – in Österreich konnte er bereits einen Top-10-Hit landen.

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14 Kommentare

bei “Lebendige Drums #326

  1. Hallo ich bin’s schon wieder!

    Da fallen mir noch ein paar Sachen ein zu diesem Thema.
    Zunächst einmal bin ich auch ein bisschen auf der Seite von Carlos, ich find die Drum-Plugins auch nicht so schlecht. Dazu möchte ich noch ein paar Sachen ergänzen.

    Wenn man nur ein paar Takte für einen Beat zusammengeschraubt, dann kann man das vielleicht noch von Hand machen. Aber wenn ich an einem kompletten Metal-Song mit vier Minuten oder länger denke, dann ist das schon eine Menge Arbeit – Respekt Julian!!!
    Eine Anmerkung zuallererst: Es gibt ja auch eine Groove-Quantisierung in jeder DAW. Da kann man sich ja ein entsprechendes (live eingespieltes) MIDI-File aus einem Drum-Plugin oder einer Groove-Library in die DAW ziehen und daraus dann eine GROOVE-Template mit menschlichem Feeling herausrechnen lassen. Das verschiebt das eigene Material dann entsprechende dieses Grooves, der dann quasi als neuer Grid verwendet wird wie die normale Quantisierung.

    Mit dem kann man dann seine vorher programmierten Beats ein anderes Feeling einhauchen. Man hat dann die Wahl ob man 100% quantisiert oder eben z.B. nur 50 % oder noch weniger. Nehmen wir an wir machen 50%-Quantisierung im ersten Schritt und sind noch nicht zufrieden, dann kann man es ja nochmal anwenden und kommt so auf insgesamt 75% Quantisierung. Die letzte Instanz ist natürlich immer das Ohr.

    Außerdem bietet zum Beispiel CUBASE die Möglichkeit aus einem MIDI-Groove die einzelnen Instrumente als separate MIDI-Spuren zu extrahieren. Das macht natürlich ein Layering sehr einfach. Verwendet man dazu noch ein entsprechendes Tool, wie zum Beispiel Geist, Battery oder GrooveAgent, so kann man sogar mit mehreren Round-Robin-Samples (verschieden Samples für gleiche Velocity-Stufen) arbeiten. Die Toontrack-Libraries verwenden ohnehin 5 Round-Robin Samples für jede der 8 Velocity-Stufen (soweit ich weiss).

    Aber ich glaube die Profis machen es auch so wie ihr (ihr seid ja Profis – logo), das habe ich zum Beispiel bei Mark Forster‘s WM-Hit AU REVOIR mitgekriegt. Da wurden erst die Drums live aufgenommen und dann in Pro-Tools zurechtgezogen und dann noch gelayert.
    Das mit den mit dem menschlich-spielen ist heute glaube ich in der Popmusik nicht mehr so zwingend. Da wird gelayert was das Zeug hält (wenn man so einem Henning Verlage zuhört…). Hauptsache der Sound stimmt und individuell soll es sein. . Gut, man sollte nicht gerade über die Hihat ein Tom-Fill laufen lassen aber sonst ist da schon einiges gang und gäbe.

    Gerade habe ich mich genauer mit dem Superior Drummer 2.0 von Toontrack beschäftigt. Da kann man die Einzelspuren auch aus dem Plugin heraus bouncen. Allein um die DAW in der Performance zu entlasten. Dabei hat man die Möglichkeit auswählen; ob man mit oder ohne Bleed (Übersprechen) exportieren will. Oder sogar zwei getrennte Spuren mit Closed-Mic und Bleed-Spur getrennt. So hat man immer noch alle Möglichkeiten nachher.

    Des weiteren kann man auch im Inspektor der DAW einen Random-Bereich auswählen für Timing und Velocity z.B. , um noch ein bisschen Human-Feeling einzuhauchen. Das verwende ich gern bei meinen akustischen Gitarren.
    Also ich benutze auch sehr gerne so Tools wie EZ Drummer, Superior Drummer oder die Abbey-Roads-Serie von Native Instruments. BFD 3 und Steven Slate-Drums sind sicher auch top.
    Das Sennheiser-Ding (DrumMica) ist ne nette Spielerei, aber der Sonud ist doch nicht so toll. Wenn jdm was kostenloses Sucht, dann empfehle ich das MT-Power-Drum-Kit-2 . Die Grooves sind gar nicht schlecht und dann kann man gut ausprobieren mit.

    Im Native Instruments Drumlab gibt es auch ein schönes „hidden feature“ um die Drum-Grooves zu variieren: Klickt man im Groove-TAB den Tightness-Regler doppelt und hält dabei die Shift-Taste gedrückt, so werden Variationen des gerade ausgewählten Patterns kreiert. Das funktioniert aber nur, wenn der Regler rechts von der 12-Uhr-Stellung steht.
    So kann man Variationen des ausgewählten Grooves in die DAW ziehen und damit eine statisches MIDI-Spur vermeiden Auch ein bisschen Swing kann ja zum Variieren benutzen. Allerdings sind die Sounds sind leider etwas limitiert im DRUMLAB.
    Eines muss ich jedoch am Ende der Ehrlichkeit halber sagen: Das ist bei mir viel „akademisches Wissen“ – ich habe noch keine CD aufgenommen oder veröffentlicht und beschäftige mich erst seit einem guten Jahr mit der Materie – aber vielleicht ist es doch für den ein oder anderen was hilfreiches dabei.

    VG Slashgad

    [an euch delamaris: wüsst ihr nicht alles „veröffentlichen – macht einfach was ihr wollt damit!!! LG]

    • Carlos Okt 8, 2015

      Hallo Slashgad,

      vielen Dank für deinen Input.
      Natürlich wird heute sehr viel nachträglich manipuliert und geschönt. Das kann man machen, muss aber nicht.
      Am Ende kommt es nur darauf an, dass man selbst zufrieden mit dem ist, was da tönt.

      Und Soundtechnisch achten höchstens wir Freaks darauf, ob der Klang auch auf anderen Alben zu hören ist.
      Der normale Konsument hört einfach nur die Musik – und die ist bei jeder Band anders.

      Herzliche Grüße
      Carlos

    • Matthias Müller Okt 9, 2015

      Danke Slashgad,

      wenn man dich so liest, könnte man denken, unsere Zuhörer sind wirklich reifer und ambitionierter geworden. So macht es auch für uns Spass…..

      Wirklich: Herzlichen Dank!

  2. Slashgad Okt 8, 2015

    P.S: Wer das im NI DRUMLAB probiert, muss den TIGHTNESS-Regler nach LINKS drehen (und nicht nach rechts!). Die Änderungen kann man dann oben im Groove-Fenster verfolgen.

  3. Mal eine generelle Anmerkung zum Podcast und den „Experten“: So genial ich die Delamar-Seite finde und so dankbar ich bin, dass es hier so viele gratis Infos und Möglichkeiten der Weiterbildung gibt – der Podcast war leider mal wieder verschwendete Zeit. Woran das liegt? Ich würde sagen, an den „Experten“. Der Sinn sollte doch sein, Leute einzuladen, die auf dem Gebiet wirklich fit sind und wissen wovon sie reden, auf dem neuesten Stand sind etc. Ich denke wenn man noch nie mit aktueller Drumsoftware gearbeitet hat und dann hier um seine Meinung gefragt wird ist schon krass oder?
    Da stecken im Kommentar von Slashgad zehn mal mehr interessante Infos drin.
    Der kompetenteste Mann in dieser Dreierrunde war wie so oft mit Abstand Carlos selber :-)
    Sorry, und nochmal: Ich bin zutiefst dankbar für diese tolle Seite, dies soll nur eine kleine Anregung sein.
    beste Grüße!
    Herb

    • Carlos Okt 9, 2015

      Hallo Herb,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Deine Anregung ist sicherlich eine gute Idee und Aktualität ist mit Sicherheit auch wünschenswert.

      Gleichwohl steckt in der Geschichte doch eben etwas drin, das alle delamari mitnehmen können:
      Um seine Musik professionell zu produzieren und später zu verkaufen, ist es gar nicht notwendig auf dem neuesten Stand zu sein.
      Auch mit älterer Musiksoftware lässt sich wunderbar auf professionellem Level arbeiten.

      Ich bin sehr dankbar für solche Anregungen, weil uns allen am Herzen liegt, die Podcasts und die Seite zu verbessern.

      Herzliche Grüße
      Carlos

    • Matthias Müller Okt 9, 2015

      Lieber Herb!
      Danke für dein Kommentar. Ich für meinen Teil, kenne alle Software am Markt. Lass dich nicht täuschen. Aber warum diese nennen, und dann dafür Werbung machen, wenn man nicht von ihnen überzeugt ist. Wie gesagt, die Software ist ok, wenn man im nächsten Schritt sehr schnell auf die Wave-Ebene wechselt.
      Aber wenn du glaubst, das aus den den Midi-Presets dieser Plugins die Hits geschraubt werden, dann fällst du denk ich auf die Marketing-Tutorials der Hersteller rein. Darfst du aber gerne….!
      Ich rate dir: Mach Dein Ding, steh‘ dazu!

    • Marc E. Okt 14, 2015

      Moin,
      ich hatte den Podcast erst die Tage im Auto gehört (Heimweg von ner Probe…). ;-)
      Ich hatte mir da allerdings auch etwas mehr Input zum Drum-Recording gewünscht. Dieses WAV vs. MIDI-Gerede fand ich etwas verzweifelnd und im Anschluss dann schon merkwürdig, als die Aussage kam, man habe sich mit den Drum-Plugins noch gar nie beschäftigt…
      Genau das, was die Podcast-Teilnehmer einzeln als WAVs auf die Spuren ziehen, soll doch das Plugin erledigen. Genau dort steuert man via MIDI jeden einzelnen Schlag inkl. „Anschlagsdynamik“ (und somit unterschiedlichen Samples, die man im Übrigen auch wiederum selbst definieren kann) an. Jetzt mal zum Vergleich: Würde denn jemand auf die Idee kommen, aus einem Klavier-Sampler alle Samples herauszukopieren, um daraus dann ein WAV-Gebilde aus Einzeltönen innerhalb der DAW zu bilden?
      Die Midi-Tools sind ziemlich mächtig – im Grunde dasselbe wie beim Einspielen von Keyboard-Spuren. Man baut sich im Plugin einfach sein Drumkit zusammen und steuert jedes gewünschte Sample via Midi an.
      Ich meine mit „Plugins nutzen“ auch nicht „Standard- oder die mitgelieferten Midifiles abfeuern“, sondern das Drum-Arrangement via Midi zu erledigen. WAV kommt da am Ende ja auch heraus, bzw. über die Plugins werden lediglich die entsprechenden Samples getriggert. Mehr als ein Sampler sind die Plugins ja auch nicht.
      Die Plugins bieten auch weit mehr, als lediglich reines Abspielen von Samples. I.d.R. ist auch schon gleich ein Routing der einzelnen Instrumente auf unterschiedliche Busse dabei, entweder über die DAW auf einzelne Kanäle/Busse oder Plugin-intern (wobei ersteres vermutlich sinnvoller beim Mixen ist).
      Mit meinen Bands (hauptsächlich Metal) spielen wir die Drums über ein ordentliches Midi-Hardware-Drumkit ein und editieren im Anschluss eben die gewünschten Samples, Timing, etc.
      Bei dem Thema hier hätte ich mir eben so Diskussionen gewünscht, wie man nun so Problemfälle „Hi-Hats“ lebendiger, bzw. „echter“ klingen lässt. Die Hi-Hats sind m.E. immer so ein wenig die Problem-Fälle, an welchen man auch recht schnell erkennt, ob die Drums vom Sampler kommen, oder echt sind.
      Ansonsten abschließend trotzdem auch mal ein Lob von meiner Seite – ich hör immer wieder mal gerne rein. Ist sehr unterhaltsam – auch die „Podlingers“-Gitarren-Podcasts! ;-)

      Gruß an alle,
      Marc

      • Matthias Müller Okt 14, 2015

        Jo stimmt! Vielleicht ist der Titel des Podcasts auch nicht so gut geworden. Das führt dann immer zu Irritationen, wenn der Hörer etwas anders bekommt als erwartet. Hätte man ihn eventuell „die Drum-editing-Oldschool-Method“ genannt, wäre er bestimmt besser geworden. Und Carlos hätte uns interressantere Dinge fragen können…. ;-)

  4. Super Infos Slashgad…

  5. fatman Okt 9, 2015

    Vielleicht ein Tip zum „Humantouch“: Alle reden über den Swing, d.h. über die kleinen Tempounterschiede. Ich persönlich halte die Lautstärkeunterschiede, also die Dynamic für genauso wichtig. Kein Schlagzeuger spielt immer gleich laut (was für einige Instrumentalisten genauso gilt).
    Man sollte mit den Lautstärke Änderungen auf jedem Schlag in leichten Dosierungen durchführen. Nach meiner Meinung wird der „Humantouch“ dadurch erst perfekt. Aber Vorsicht beim Komprimieren!

    Was den Podcast angeht: Nette Plauderei! Aber kompetente, zielgerichtete Tips wären mir lieber gewesen. So hatte das Ganze ein wenig von Kaffeklatsch. Ich denke, da geht es anderen Delamaris ähnlich wie mir. Ich bin zwar kein „Profi“, aber da ich meine Hobby nun schon seit 3 Jahrzehnten fröne, würde ich mich nicht mehr als Laie bezeichnen. Etwas mehr Nivau würde mich freuen.

    Ach ja, einen Hit in den Charts ist bestimmt eine erfreuliche Sache für alle Beteiligten, aber definitiv kein Beweis für Sachverstand.

    • Matthias Müller Okt 9, 2015

      Der Podcast richtet sich ja in erster Line an Anfänger und Einsteiger. Komplizierte Themen, die stark in eine Materie eintauchen, werden aus unserer Erfahrung nicht so gut angenommen (Quote).
      Wir wollen im Podcast, zumindestens ich will das, soviele Leute wie möglich mitnehmen. Für jemanden wie dich, mit 30 Jahren Erfahrung, wird da leider weniger abfallen, als für jemanden der seit 3 Monaten Musik macht.
      Trotzdem danke für die konstruktive Kritik.

      PS.: Vielleicht täusch ich mich, aber Lautstärkeunterschiede haben wir doch genannt – verschiedene Samples mit unterschiedlicher Dynamik?

  6. Slashgad Okt 9, 2015

    Hallo!
    DANKE für die positiven Reaktionen! Ich finde die Kritik von Herb etwas zu scharf (aber DANKE für das Lob!). Aber deswegen habe ich ja auch meinen Senf dazu gegeben, weil ich eher so was erwartet hätte. KLar, in den Top 30 wird man sicher keinen Drum-Track aus einem virtuellen Drummer finden. Und wenn, dann wird das niemand zugeben.

    Aber vielleicht ist das nur eine Frage der Zeit, die Tools werden immer besser…

    Eines habe ich auf jeden Fall auf DELAMAR gelernt: “KNOW YOUR TOOLS“ Das habe ich beherzigt. Und auch den ein oder anderen Euro da investiert (HANDS IN DVDs, online Portale wie “groove3“ oder “macproaudio“ ETC…).

    Mein vorrangiges Ziel ist nicht unbedingt, den großen Hit zu landen. Ich will nur gute Musik machen. Die so klingt, wie ich mir das wünsche. Und auf dem weg zu einer professionellen Drumspur gehe ich da zunächst mal über die virtuellen Drummer.
    DA kann ich sehr schnell viel lernen. Wenn mir das nicht mehr genügt, dann kann ich auch meine Sample einzeln setzten oder mir was besseres ausdenken.

    Interessant ist es auch mal einen live einspielen MIDI-Groove eines Plugins in die DAW zu ziehen und dann mal zu schauen, wo die Instrumente genau liegen im Grid. Ist die Bassdrum vor oder nach der 1 und wie viel. Wo genau liegt die Snare, die Becken die. Und warum gefällt mir der Groove. So konnt man auch weiter, denke ich.

    Zunächst muss ich aber schauen, wie ich als Bedroomproducer zügig ein möglichst gutes Ergebnis erreiche. Und da bin ich sicher nicht der einzige…

    VG Slashgad

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