Gitarrenikonen – DG018

22. Juni 2013

Wer gehört zu den einflussreichsten Gitarristen? Die Frage befeuert seit Generationen die kontroversen Debatten, an denen wir Gitarristen uns ergötzen. Nichts liegt näher, als dass wir dies zum Thema einer Folge von delamar Guitar machen. Voilà, blaue Augen, blutige Nasen und eine Folge mit Überlänge.

Viel Spaß!

delamar Guitar #018 – Gitarrenikonen

Seit eh und je streiten wir Gitarristen uns leidenschaftlich, wer die unangefochtenen Götter im Olymp der Gitarristen sind. Es gibt kaum ein anderes Thema, wo derart die Fetzen fliegen. In der Vorbesprechung zu dieser Folge ging es zwischen Ann, Henry und Jens auch so richtig zur Sache. Kurz vor dem Drücken des Aufnahmeknopfes haben wir uns dann auch wieder besonnen und uns darauf geeinigt, dass wir dieses Thema etwas anders anpacken wollen. Wir versuchen, die Suche nach den Top Ten der Gitarrenikonen anhand der Frage zu diskutieren, welche möglichst objektiven Kriterien aufgestellt werden können, an denen sich die Kandidaten messen lassen – weitgehend unabhängig vom persönlichen Geschmack der Juroren.

Keine Sorge! Unsere Lust am kontroversen Streitgespräch haben wir dabei nicht bereits in der Vorbesprechung verfeuert. Da eine Diskussion um formale Kriterien nicht unabhängig von geeignetem Anschauungsmaterial geführt werden kann, präsentieren wir in den Shownotes jene Namen, an denen wir uns in dieser Folge abarbeiten (in unsortierter Reihenfolge):

  • David Gilmore
  • Tony Iommi
  • Angus Young
  • Dave Grohl
  • Brian Setzer
  • Jimi Hendrix
  • Jeff Beck
  • Tom Morello
  • Johnny Greenwood
  • Frank Zappa
  • Stevie Ray Vaughan
  • Eddie Van Halen
  • Eric Clapton
  • Pete Townshend
  • Jimmy Page

Was sind deine fünf oder zehn einflussreichsten Gitarristen? Welche Kriterien erfüllen Deine Kandidaten und sind deshalb unangefochten die Top Five oder Top Ten? Diskutiere mit allen Hörerinnen und Hörern, gleich hier unten im Kommentarfeld. Stay tuned & ROCK ON!

Antworten

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15 Kommentare

bei “Gitarrenikonen – DG018

  1. Thom Wettstein Jun 22, 2013

    Hola

    Schwierige aber gute Frage, die ihr da stellt. Sehr kontroverse Meinungen. Für mich zählen, nebst eurer Aufzählungen, Django Reinhardt (Jazz Ikone der 20er und erster Musiker, der die E-Gitarre kommerzialisiert hat)und Carlos Santana (der mit seinem Gitarrenspiel ganze Generationen prägte und die Latinmusic salonfähig machte)ganz eindeutig auch zu den wegweisenden Gitarristen.
    Nicht zu vergessen sind Koryphäen wie Paco de Lucia. Ohne ihn gäbe es den heutigen, modernen Flamenco nicht. Viele moderne Konzert- und E-Gitarristen haben Rhythmiken, Phrasierungen und Artikulationen von ihm übernommen. Er ist in seinem Genre immer noch unangefochten, und das in einem Alter von 66 Jahren…

    Gruz Thom

    • Jens Geilich Jun 23, 2013

      Danke für Dein Feedback, Thom! Die Namen, die Du nennst, sind mir lediglich als solche bekannt. Mit der Musik von Carlos Santana habe ich mich natürlich schon eher beschäftigt, als mit Paco de Lucia oder Django Reinhardt. Wobei hier in meiner Ecke Lulu Reinhardt bekannt und beheimatet ist, ich aber nicht weiß, ob und inwiefern er verwandt mit Django ist. Klar, ich bin natürlich entsprechend meinem Musikstil geprägt und kenne mich eher mit den ganzen Rockern aus. Jazz und Klassik sind für mich interessant, aber nie so richtig prägend gewesen; zumindest nicht bewusst.

  2. Jürgen Bromant Jun 23, 2013

    Am meisten beeinflusst haben mich

    1. Jimi Hendrix
    2. Pete Townshend
    3. Robbie Krieger (The Doors)

    Eure Liste ist gelungen, nur Angus Young finde ich persönlich überbewertet.
    Stevie Ray Vaughan ist natürlich auch so eine ewige Größe, es ist nur merkwürdig, dass ihn außerhalb der „Gitarrenwelt“ niemand mehr zu kennen scheint.
    Natürlich könnte man auch die ganzen alten Bluesgötter, wie B.B. King, Muddy Waters, Albert King, George Benson, Wes Montgomery und nicht zuletzt Les Paul nennen – ohne diese Wegbereiter gäbe es die obere Liste nicht – aber ich denke, es ging Euch eher um die bekannten Rock-Größen.

    • Jens Geilich Jun 23, 2013

      Danke für Dein Feedback! Jep … da hast Du natürlich Recht. Wir kommen alle weitgehend aus der Rockmusik und haben dementsprechend solche Gitarristen auf dem Schirm. Das ist natürlich eine arg beschränkte Sicht. Die Bluesgötter, die Du nennst, sind auch für mich selbstverständlich absolute Ikonen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich zum Blues zumeist über die nachfolgende Generation von Gitarristen gekommen bin. Stevie Ray Vaughan, Eric Clapton, Rory Gallagher und heute Joe Bonamassa, Kenny Wayne Shepherd haben mich für den Blues aufgeschlossen.
      Zu Angus Young habe ich ja eine spezielle Meinung im Pod geäußert, na, zumindest durchblicken lassen, obwohl ich ein riesen AC/DC-Fan bin. Wenn ich auf meine eigene musikalische Sozialisation blicke, dann müsste ich ganz andere Namen nennen … Dave Murray und Adrian Smith sind meine heimlichen Lehrer. Richie Blackmore, Gary Moore, Richie Sambora, Randy Rhoads, Glenn Tipton, K.K. Downing waren und sind für mich große Einflüsse.

  3. ArcticA Jun 23, 2013

    „bester“ und „einflussreichster“ lässt sich nicht vereinbaren.
    Wenn doch, dann nur mit erweiterten Definitionserläuterungen.

    Ich liebe AC/DC aber Angus Young als spielerisch besten Gitarristen zu bezeichnen ist absurd.
    Der spielt seine machbaren Solos heute noch unsauber wie sau, ob er abgeht oder nicht, die Spieltechnik beschränkt sich auf sehr allenfalls mittelhartes Zeug. (Jeder Flamenkogitarrist spielt das mit dem Ar…)
    Der Kult um ihn setzt sich aus diversen Komponenten zusammen. Ein paar Beispiele, die ihn für mich unikativ machen:
    – er hat einen kompatiblen, ebenfalls begabten Bruder mit dem er ein besonderes Duo bilden konnte
    – besondere Sognwritingqualitäten (sehr mitreißend u authentisch)
    – Aggressives Spielen am Leistungslimit (was die einzigartige Rotzigkeit mitsichbringt/ brachte)
    – Enorme Spielfreude, die einfach lebendig u überzeugend klingt (aber eben nicht unbedingt technisch super)
    – er UND sein Bruder (noch mehr) haben den Groove aus Eimern gefressen (ist aber für sich allein auch nichts Mystisches..)
    usw…

    ..ich finde, man kann ihn als einen der Einflussreichsten bezeichnen, aber nicht als „Besten“ im Sinne dieses Wortes.
    Geht auch, aber nur wenn man seine Gesamtqualitäten darunter versteht. (Was problematisch wird, wenn man seine Qualitäten mit völlig anderen Menschen vergleichen will, die völlig andere „Gesamtpakete“ aufbieten)

    Ist ja kein Einzelfall… Keth Richards ist im Verhältnis zum Status der Stones spielerisch so entsetzlich miserabel, dass ich es kaum glauben konnte, als ich anfing, das zu analysieren. Mega langweilig.. und albern, wie er sich für die absurden Soli ständig abfeiern lässt.
    Bei diesen Leuten sind es die „Gesamtpakete“, die zum Ikonenstatus führten.

    Tony Iommis Riffs (das alte Zeug, um das es geht) spielt auch jede Anfängerband. Der beste Gitarrist ist auch er nicht im Ansatz. Muss man einfach auch nicht sein, um prägende Stilmittel zu erfinden.

    Verstehe nicht, wie man sich darüber streiten kann.

    Spieltechnisch „gut sein“ alleine reicht jedenfalls nicht, um zu etwas Besonderem zu werden. Jedenfalls fast nie…

    Hierzu kann sich der Interessierte ja mal belesen, wie der heute achsogeniale Richard Wagner zu Lebzeiten zu ner Hausnummer wurde… der war selbst sein größter Fan und bekannte sich zu „seinem“ Fan sein! ;)

  4. Henry Kresse Jun 23, 2013

    Hi

    Auf jeden Fall ist technisch gut zu sein, nicht gleich musikalisch zu sein. Und schon gar nicht ein Garant dafür, dass der/die Generationen von Gitarristen inspiriert. Wie du schon sagtest es geht um das gesamte Paket.

    Nur noch mal ein weiter Denkanatz:

    Also hätte ein Toni Iommi das Zeug damals nicht gespielt, wage ich mal zu bezweifeln, dass heute jede Anfängerband das spielen würde/könnte, geschweige denn, dass die Geschichte anders ausgegangen wäre.

    Es ist immer leicht zu sagen, ‚heute kann das doch jeder Dorfdepp‘ aber zu der Zeit, in der diese Musik gespielt wurde war das anders. Da war das Bahnbrechend. Der Zeitgeist war ein anderer. Genauso wie bei Wagner.

    Greetz
    Henry

  5. Der Ulli Jun 24, 2013

    Ist immer schwierig und eine Frage des Geschmacks. Ich finde zum Beispiel,dass Chuck Schuldiner in die Liste gehört. Ganz wichtig finde ich auch Django Reinhardt. Ohne ihn hätte es die geile Musik von Tony Iommi nicht gegeben.

  6. Alex L. Jun 24, 2013

    Gary Moore

    Peter Green

    Muddy Waters

    Keith Richards

    Ritchie Blackmore

    John Mayall

    Rory Gallagher

    JJ Cale

    Johnny Winter

    Brian May

    Und als Bonus für die Grünschnäbelfraktion:
    J.B. Lenoir
    Den müßt ihr euch unbedingt mal anhören!!!

  7. Jürgen Bromant Jun 24, 2013

    Ihr habt ganz vergessen, dass Eric Clapton, Jimmy Page und Jeff Beck nacheinander Lead-Gitarrist der Yardbirds waren.

  8. Alex L. Jun 24, 2013

    Was meint ihr eigentlich zu Al Di Meola?

    • Thom Wettstein Jun 24, 2013

      Naja, John McLoughlin und Paco de Lucia stellen den guten Mann in den Schatten…

  9. Unbedingt „The Edge“ (U2). Seine Verwendung von Delay ist absolut stilprägend.

    Dann noch:
    – Mark Knopfler (für seine nicht-Verwendung von Plektren)
    – Brian May
    – Steve Hackett (Genesis)
    – Steven Wilson (Porcupine Tree)
    – Steve Howe (Yes)

    Mein Lieblingsgitarrist: Steve Rothery (Marillion)

  10. Henry Kresse Jun 25, 2013

    Ha – endlich kennt mal einer Marillion. Von denen finde ich aber auch nur das Zeug bis 92 richtig gut, danach wurde es etwas seltsam :)

    Malcom Jones von Runrig käme im übrigen auch gut auf deiner Liste

    Greetz
    Henry

  11. Joaquin Jun 26, 2013

    An sich ist euer Podcast ja nicht schlecht, aber ihr habt sehr oft und gerade auch hier wieder so sehr eure genretypischen Scheuklappen auf, dass ich hier einfach mal einschreiten muss. Ihr habt leider, leider, leider, einen sehr engen Fokus auf Rock-Pop. Viel zu eng für das weite Feld der Musik, was doch sehr schade ist.

    Wenn man bedenkt wie sehr sich das Spiel der Rockgitarre in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, wird schnell erkennen, dass um ein schnelles Spiel hier zu ermöglichen, sich viele der mehr oder weniger modernen Rockgitarristen, zahlreicher Techniken aus der Klassik bedient haben. Und wenn man sich anschaut, wer die klassische Gitarre wieder populär und deren Spiel auch technisch voran getrieben hat, dann kommt die Top 10 ohne Andrés Segovia sowieso nicht aus.

    Dann hätten wir da noch den Jazz. Eine Klasse an Gitarristen ganz für sich, wo nicht selten, kundige Rockgitarristen demütig ihr Haupt vor senken. Django Reinhardt gehört zu deren Mitbegründern und entscheidenden Wegbereitern. Techniken wie u.a. das Sweeping, hat er sozusagen auf der Gitarre populär gemacht. Dieser Herr darf eigentlich in einer solchen Liste auch nicht fehlen.

    Wie schaut es aus mit dem Flamenco? Ist euch nicht so geläufig und daher nicht erwähnenswert? Nicht direkt mit Rock vergleichbar, aber spielerisch die Hölle und was die Leute da mit ihren Fingern an Klängen und Perkussion aus der Gitarre herausholen, dass ist vom allerfeinsten. Paco de Lucía hat das Spiel der Flamencogitarre sozusagen revolutioniert, technisch sehr weit vorangetrieben und ist die noch lebende und spielende Ikone der Flamencogitarre. Schaut euch nur die Konzerte mit ihm und den Jazzgitarristen John McLaughlin und Al Di Meola und dann weiß man, wo die so genannten Messlatte liegt.

    Und auch, wenn anders als der Titel es verraten möchte, ihr nur die E-Gitarristen hier in der Liste erwähnen wolltet, habt ihr doch viele andere musikalische Richtungen und damit auch viele andere, einflussreiche E-Gitarristen in eurer Diskussion ausgelassen. So alleine beim Jazz sicherlich Wes Montgomery, Barney Kessel und Larry Carlton.

    Ich denke es wäre auch für einige andere Themen in eurem Gitarrenpodcast sehr von Vorteil und Nutzen, wenn ihr den musikalischen Fokus etwas weiter auffächern würdet :)

    • Jens Geilich Jun 26, 2013

      Deinem Kommentar ist nichts hinzuzufügen. Ja, Du hast Recht und das hatte ich ja bereits als Antwort auf einen Kommentar zuvor erläutert. Allerdings gibt es hier das Problem, das wir nicht über Gitarristen reden können, die wir zwar vielleicht dem Namen nach, aber nicht deren Musik kennen. Jeder sitzt hier hinter den Scheuklappen seiner favorisierten Generes. Wir müssten uns diese von sach- und fachkundigen Gästen in unserem Podcast öffnen lassen. Wenn Du Dich mit Klassik-, Jazz- und/oder Flamenco-Gitarre auskennst und Lust hättest, bist gerne eingeladen.

© delamar.FM