Reamping reloaded – DG064

6. Oktober 2014

Bei delamar Guitar geht es heute noch einmal um Reamping. Mit Karsten Simon, Inhaber des Wiesenberg Studio Magdeburg, unterhalten wir über die separate Verstärkung des clean aufgenommenen Gitarrensignals und warum das so praktisch ist. Als Recording-Engineer (hauptsächlich Gitarrenmusik) hat er einige Erfahrungen gesammelt, die er hier mit dir teilt.

Viel Spaß beim Hören!

delamar Guitar #064 – Reamping reloaded

Zunächst kommt auf den Tisch, welches Equipment Karsten wie benutzt. Welche Alternativen gibt es zu Box und Amp? Was hat Reamping für Vorteile? Wie läuft Reamping ab? Worauf musst Du bei eventuell auftretenden Pegelproblemen achten? Was ist gegen Brummschleifen zu tun? Das sind überwiegend technische Fragen, die wir trotz der knappen Zeitvorgabe in der gebotenen Ausführlichkeit beantworten.

Wir lassen zudem die Überlegung auf den Plan treten, ob Reamping Einfluss auf das Spielgefühl nimmt. Ob oder inwiefern das so ist und vieles weitere erfährst Du in der 64. Folge des delamar Podcast. Wir freuen uns auf Fragen, Kommentare und nicht zuletzt auf deine Erfahrungen mit dem Reamping!

Antworten

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9 Kommentare

bei “Reamping reloaded – DG064

  1. Slashgad Okt 8, 2014

    Hi!
    Bin nicht so ein Fachmann, was REAMPING angeht. Hätte mir am Anfang noch eine kurze Erklärung in 2 Sätzen gewünscht (o.k. – vielleicht im alten podcast drin?).
    Außerdem wäre auch gut gewesen, auf die Latenz genauer einzugehen. Ein GUITAR RIG oder ein AMPLITUBE klingen ja nicht unbedingt per se schlecht. Nur je nach System ist halt die Latenz der Punkt, welcher das Spielgefühl entscheidend beeinflusst (mal abgesehen von Umsetzung der Anschlagdynamik mit dem Pic).
    Ein AXE FX II spielt da vermutlich nochmal in einer anderen Liga – aber auch in einer anderen Preisklasse (so über 2.500 €, wenn ich das richtig sehe…). Muss irgendwie gut sein dachte ich, als ich es mir letzt in STEVE VAI’s live-Setup und bei PETER WEIHE begegnet ist…

    Aber auf der wiesenberg-studio.de-Seite schaue ich auf jeden Fall mal vorbei!!!

    Grüße!!! + DANKE, dass ihr immer so interessante Themen aufgreift!!!

  2. Martin Schnella Okt 8, 2014

    Re-Amping ist wirklich eine praktische Sache. Was mir jetzt in Eurem Podcast fehlt, sind so einige negative Auswirkungen des ReAmping. Ein meiner Meinung nach doofen Phänomen ist das ebenso verstärkte Rauschen des DI Signals, welches man ebenfalls neu durch den Amp jagt. Sprich, ausklingende Akkorde ziehen immer ein Rauschen nach. Das ist nicht immer schlimm…aber manchmal doch recht lästig. Dazu kommt noch das perfekte Pegeln des DI Signals, welches ja auch von Spielweise, Gitarre etc stark abhängig ist. Den Kritikpunkt des Spielgefühls unterschreibe ich auch. ReAmping funktioniert nicht überall. Ein gefühlvolles Solo benötigt die komplette Kette. Für Metal Riffing etc ist es sehr praktisch, aber nicht die Alroundlösung! Ich arbeite bei Recordings viel mit meinem Volume Poti. Diese Interaktion funktioniert nachher beim ReAmping nicht mehr. Das nochmal zu den negativen Punkten.

    Die Gefahr besteht, wenn man sich zu sehr drauf verlässt, dass man sich verzettelt und nachher Teile der Produktion einfach nochmal spielt und vor dem gleichen „Aufwands“ Problem steht wie am Anfang.

    Doch muss immer alles homogen gleich klingen? Nein. Finde ich gar nicht. Ich kenne auch viele moderne Metal Produktionen, bei der die Sounds den jeweiligen Songs angepasst werden. Und daran habe ich mich nie gestört.

    Ich nutze teilweise auf einer Produktion bis zu 10 unterschiedliche Amps. Einen Basissound habe ich dabei meistens.

    Eine 4x12er Box habe ich bei mir immer fest mikrophoniert. Auch mit 2 SM57, am schönsten Speaker, in meiner Lieblingsposition. Bei Bedarf stelle ich andere Mikros dazu etc…

    Wie gesagt. Re-Amping ist super praktisch. Ich nehme auch immer ein DI Signal mit auf. Jedoch auch bei der Aufnahme benutze ich einen für mich schon adequaten Ampsound, den ich so schon stehen lassen würde.

    Grüßle,

    Martin Schnella
    OVERLODGE RECORDING STUDIO

  3. Karsten Simon Okt 8, 2014

    Hallo Slashgad,

    Danke für dein Kommentar.

    Während der Recording Phase setze ich den Asio Buffer auf 64 Samples.
    Hierbei habe nach Aussage vom Audiotreiber eine Latenz von ca. 4ms (rein+raus). In diesem Maße ist die Latenz nahezu unspürbar.

    Das Axe FX ist in sachen Amp Simulation sicherleich deutlich besser. Jedoch die direkte Einbindung vom Guitar Rig in die DAW ist von der Bequemlichkeit unschlagbar. Würde ich das gleiche mit dem Axe FX machen wollen, müsste ich sowal das direkte Gitarrensignal als auch das vom Axe FX aufzeichnen, um so während der abhörphasen den „Gitarrensound“ zu hören. Dafür benutze ich dann in der DAW auf jeder Gitarrenspur eine extra instanz vom Guitar Rig. (bis zu 7 Instanzen sind keine Seltenheit)

    Gruß,

    Karsten

  4. Slashgad Okt 9, 2014

    Hallo Karsten!
    Danke für die Infos zur Latent! 4ms ist ein sehr guter Wert, das funktioniert sicher ohne Probleme. Da ich kürzlich GUITAR RIG gekauft habe (mit KOMPLETE 9), höre ich das gerne!

    Die Songbeispiele auf deiner Homepage klingen ziemlich gut, finde ich. Leider bleibt der Stream bei mir nach ca. 10 Sekunden stecken… Schade.

    Trotzdem fetter Sound!

  5. Patrick Okt 12, 2014

    hi,
    dem Podcast habe ich auch wieder gerne zugehört. Kann mir auch vorstellen, dass es für Anfänger gut ist um Mic-Positionen auszuprobieren, wie sie im Song klingen etc.
    Was ich nur witzig fand, dass die Podlingers hier im Podcast vorher völlig gegen die Mic-Position „direkt Mitte und voll rein“ waren, hier aber nix gesagt haben, um dem Gast nicht zu widersprechen…. hab ich das richtig gehört? Nur so am Rande.

    Wann gibts denn noch ne Folge zu Gitarrenbau? Da war mal eine und einer wollte welche bauen und dann Erfahrungen Klangvergleiche etc. berichten. Da warte ich noch drauf.

    Gibts mal ne Q&A Folge?

    HÖrbeispiele fänd ich ab und zu mal nett, wo es angebracht ist.

    danke und Gruß an alle

    Patrick

  6. Steffen CV Okt 12, 2014

    Hallo Karsten und ihr anderen Re-Amper,
    da es in dem Podcast kein Beispiel dafür zu hören gab, wann man kein Reamping benutzen sollte, hätte ich eins:
    Manchmal ist in einem Song, beispielsweise am Schluss, als musikalisches Stilmittel ein starkes und relativ langes Feedback-Pfeifen gewünscht. Gerade im High-Gain-Bereich wie Metal kommt sowas ja ab und zu vor. Hat man den lang ausklingenden Akkord direkt in die Soundkarte aufgenommen, entsteht kein Feedback-Pfeifen. Schickt man dieses Signal durch die Reamping-Box in den Amp, entsteht ebenfalls kein Feedback-Pfeifen. Soweit ich weiß – verbessert mich, wenn das nicht stimmen sollte -, ist das Magnetfeld des Tonabnehmers im „Zusammenspiel“ mit dem Magnetfeld der Membran der Gitarrenbox verantwortlich für die Entstehung dieses Feedbackpfeifens. Beim Reampen fällt diese Magnetfeldwechselwirkung weg, weil es keinen Tonabnehmer mit entsprechendem Magnetfeld gibt und ein Feedbackpfeifen ist nicht möglich. Wenn also das Feedback-Pfeifen Teil eines Songs sein soll, kommt man nicht daran vorbei, zumindest diesen letzten ausklingenden Akkord mit dem direkten Weg Gitarre-Amp einzuspielen. Je dichter man die Gitarre in Boxnähe bringt, desto stärker wird der Effekt.

  7. Markus Okt 13, 2014

    @Patrick: Je mehr Q`s, desto mehr A´s ;) Also her mit den Q`s …
    @Steffen: Super Punkt! Reamping = kein feedback. Da folge ich Deiner Argumentation.

  8. Karsten Simon Okt 14, 2014

    Hallo Patrick:

    ich benutze ja mehrere Mikrofone. Eins davon ist tatsälich meist direkt auf die Mitte des Speakers, um die größtmöglichen Höhen einzufangen. Ein zweites richte ich weiter an den Rand aus, sodass dieses Mikrofon die Bässe sehr gut einfängt. Somit kann ich im Mix den Klang schon ohne EQ in die gewünschte Richtung bewegen, nur durch Lautstärkenunterschiede der beiden Mikrofone. Die Mitte on axis abzunehmen würde ich nicht benutzen, wenn dies das einzige Mikrofon wäre.

    Hallo Steffen:

    du sagst es;) für diesen Fall kam bei mir auch schon die „normale“ Aufnahmetechnik zur Anwendung. Jedoch auch während der Reamping Session. Kurz umgesteckt und Gitarrist in den Aufnahmeraum gestellt. Danke für den Hinweis.

  9. Guido Laub Nov 18, 2014

    @ Patrick : irgendwie fühle ich mich bei der „Gitarren-bau-nummer-dingsda“ angesprochen, insofern Du dich auf die Folge 035 beziehst. Tja Jens, Markus und Henry…da müssen wir noch mal ran oder ? ;-) Alternative lieber Patrick, kannst Du immer die neusten Entwicklungen unter : www.frankensteins-braut.de reinziehen…

    Lg

    Guido

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