In der Heutigen Folge geht es um ein Stück besondere Software! Für mich ist das die Zukunft im Audioengineering. Nachdem Mono tot ist, geht es jetzt auch Stereo an den Kragen. In meinen Augen hat die Musikindustrie den Standard Audio 2.0 viel zu Lange hochleben lassen. Die Frage ist nur, wie und was kann man da neu beziehungsweise anders machen?

Flux Audio Spat Revolution im Test
delamar Check #023

Die Antwort auf diese Frage ist Immersive Audio. Das ist eine Technik, die es ermöglicht, auch über Kopfhörer einen 3D-Eindruck zu vermitteln. Da Hört das Panning nicht bei 270 Grad auf. Es dreht die vollen 360 Grad. Das wäre die eine Achse. Dann gibt es noch die Entfernung und die Höhe. Auch das muss man darstellen können.

Bedeutet: Man kann als Zuhörer in einem Raum sitzen und die Instrumente sind um einen herum verteilt und bewegen sich. Im Bereich Gaming und Film gibt es diese Technik schon länger. Im Filmbereich gibt es für die Heimanwendungen 5.1 bis zu 7.1 kanälige Mischungen und entsprechende Wiedergabesysteme.

 

Flux Audio Spat Revolution

Die graphische Benutzeroberfläche von Flux Audio Spat Revolution.

Immersive Audio par excellence

Im Kino gibt es die Wellensynthese und Atmos, die noch wesentlich mehr Lautsprecher brauchen um Räume darzustellen, was absolut beeindruckend ist. Wer hat aber schon sein Kino in der Tasche? Beim Audio und im Gaming Bereich gibt es eben Immersive Audio.

Und um eine Software, die das par excellence beherrscht geht es heute: Spat Revolution von Flux Audio. Diese Software erlaubt es, Audioquellen in einem Raum zu platzieren. Unterstützt werden alle gängigen Formate von 2.0 bis Atmos. Selbst mit Kopfhörern ist der Effekt beeindruckend.

Zur Technik

Es braucht einen Rechner, Apple- oder Windows basiert, mit einem aktuellen Betriebssystem in 64bit. Ebenfalls sind eine SSD sowie ausreichend Rechenleistung (>3Ghz) pro Kern nötig. Je besser der Rechner für Real Time Audio geeignet ist, desto größer das Vergnügen. Ich gebe jetzt keine Spezifikationen für einen bestimmten Prozessor oder sonst irgendwelche Hardware.

Zwei Tipps meinerseits: Die Anzahl der physikalischen Prozessoren spielt keine Rolle, kann sogar kontraproduktiv sein und eine schnelle SSD hilft beim Real Time Audio wesentlich mehr, als den Speicher aufzurüsten.

Audio Interface

Jetzt kommt es darauf an, was man mit Spat anstellen möchte: Spat erlaubt bis zu 64 Inputs und 64 Outputs. Gerechnet wird intern mit 64bit Floating Point. Für unsere gängigen Formate wie VST/AU/AAX ist eine Samplingrate von 192kHz angegeben.

Die Samplingrate für DXD gehen bis zu 384kHz für z.B. Pyramix und Ovation MassCore/Native. Dafür braucht man allerdings auch eine VS3 Lizenz, die man über Merging Technologies erhält. Für die Nutzung/Lizenzierung der Software braucht man einen kostenlosen iLok Account. Ein iLok Dongle ist nicht notwendig.

 

Flux Audio Spat Revolution

Das klangliche Abbild in der Software.

 

Grundsätzlich ist SPAT Revolution eine Stand-Alone-Anwendung. Es gibt aber eben die Möglichkeit, einzelne Kanäle aus der DAW in SPAT zu Routen und auch wieder zurück in die DAW zu bekommen. Dafür gibt es dann entsprechende Plugins im VST/AU/AXX Format. Der Preis ist nicht ganz günstig. Und da wird auch klar, dass sich diese Software ganz klar an die Profiliga im Audio Engineering/Gaming und Film Bereich richtet.

Wie das ganze im Detail funktioniert, leuchten wir noch etwas genauer in diesem Podcast aus. Wer das optisch und akustisch erleben möchte, dem lege ich die Produkt-Tutorials von Flux Audio ans Herz. Diese sind sehr gut gemacht und geben die Funktionen der Software sehr detailliert wieder.

Einrichtung

Um Flux Audio zu nutzen, legt man sich als erstes einmal wie gewohnt seine Session an. Der Song sollte im besten Fall fertig gemixt sein. Über die genaue Stereoverteilung braucht man sich erstmal keine Platte zu machen. Das übernimmt Spat. Dann zieht man das »Spat Revolution Send« in jeden Kanal, den man übertragen möchte und mutet den in der DAW. Macht man das nicht, hört man den Kanal aus der DAW und den Kanal, den man mit dem Return Plugin bestücken muss.

Der Rest ist in Spat Revolution schnell gemacht und weitestgehend selbsterklärend. Falls es dennoch Fragen gibt, kann man das extrem gute Handbuch zu Rate ziehen. Für einen Raum braucht man natürlich auch einen Reverb. Auch dieses bringt Spat mit. Ebenso wie binaurales Sbhören, Summing und noch viele viele andere Dinge, die jetzt hier allerdings etwas zu weit führen würden.

Wie hört sich das ganze an?

Beeindruckend! Für meinen Versuch habe ich zwei Aufnahmen gemacht. Die Erste als ganz normalen Mix, mit den Boardmitteln von Studio One. Zusätzlich hört ihr den gleichen Mix mit dem Spat-Raum. Viel Spass beim anhören!

Dein Feedback zur Sendung

Die Möglichkeiten, die Spat Revolution liefert sind gigantisch. Und ich finde, die Software ist jeden Cent wert. Wie findest du die Idee des Immersive Audio? Ist das was für dich oder reicht dir Stereo 2.0? Erzähle mir von deinen Erfahrungen.

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